Zysten: Wann sie harmlos sind – und wann nicht

Letzte Aktualisierung: 21. Januar 2026Lesezeit: 4 Minuten
Zysten können praktisch überall im Körper auftreten und werden häufig zufällig bei medizinischen Untersuchungen entdeckt. Erfahre, woran man sie erkennt, welche Ursachen sie haben und in welchen Fällen Handlungsbedarf besteht.
Frau tastet ihren Hals ab

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Was genau sind Zysten und wo kommen sie vor?

Zysten können sich fast überall im Körper bilden. Unter der Haut – zum Beispiel am Handgelenk oder Rücken –, kann man sie als Knubbel oder kleine Beulen ertasten. Oft entstehen Zysten aber unbemerkt im Inneren des Körpers, häufig etwa in Leber und Niere. Zysten entstehen typischerweise auch in den Schleimhäuten, der Kniekehle, Augenlidern, Brust, Eierstöcken, Hoden, Kiefer, Zähnen und Knochen sowie Lunge und Schilddrüse.

Eine Zyste ist grundsätzlich ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum im Gewebe, der von einer Kapsel umgeben ist. Der Inhalt kann je nach Typ aus Gewebeflüssigkeit, Blut und gelegentlich auch Talg oder Eiter bestehen. Obwohl Zysten meist gutartig sind, können sie Beschwerden verursachen – das hängt vor allem von ihrer Lage und Größe ab.

Zysten: Typische Ursachen und häufige Arten

Zysten entstehen aus unterschiedlichen Gründen – je nach Körperregion und Organ.

Wenn der Abfluss von Flüssigkeit gestört ist, staut sich diese zurück und sammelt sich. So entstehen zum Beispiel epidermale Hautzysten im Gesicht oder am Rumpf – der häufigste Zystentyp beim Mensch – durch verstopfte Ausgänge von Haarfollikeln bzw. Talgdrüsen.

In der Brust treten Zysten als meist runde und verschiebbare Knoten oft im Rahmen gutartiger, sogenannter fibrozystischer Gewebeveränderungen auf.

Bei den Eierstöcken sind funktionelle Zysten typisch: Sie entstehen hormonell bedingt im Zyklus während der Eizellreifung und verschwinden oft innerhalb weniger Monate von selbst wieder. Laut Schätzungen hat jede zehnte Frau Eierstockzysten – vor allem in der Pubertät und in den Wechseljahren bilden sich häufiger Zysten. Nur selten werden diese so groß, dass sie Druck auf umliegende Organe ausüben und starke Beschwerden verursachen.

Endometriose – eine gutartige, chronische Unterleibserkrankung, bei der Gewebe ähnlich der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter wächst – kann sogenannte „Schokoladenzysten“ verursachen, die mit dunkel gefärbten Blutabbauprodukten gefüllt sind.

Wie Eierstockzysten können auch Zysten im Nebenhoden bzw. im Hodenbereich hormonell bedingt sein. Die gutartige, flüssigkeitsgefüllte Aussackung äußerst sich meist als schmerzlose Schwellung.

Zahnwurzelzysten sind die häufigsten Kieferzysten und entstehen durch Entzündungen an der Wurzelspitze oder im Zusammenhang mit nicht durchgebrochenen Zähnen.

Bestimmte chronische Erkrankungen gehen mit zystischen Veränderungen einher: Bei Mukoviszidose zum Beispiel können zystenartige, schleimgefüllte Veränderungen in der Lunge vorkommen.

Leber- und Nierenzysten sind in vielen Fällen erblich bedingt.

Auch Parasiten können Zysten verursachen. Ein Beispiel ist die Echinokokkose durch den Fuchsbandwurm, die Leberzysten hervorrufen kann.

Welche Beschwerden Zysten verursachen können

Ob eine Zyste Symptome verursacht, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt zum Beispiel davon ab, wo genau eine Zyste sitzt. Viele Zysten sind klein und bleiben lange unbemerkt.

Druck- oder Spannungsgefühl ist möglich, je nach Größe der Zyste können auch Bewegungseinschränkungen auftreten.

Tastbare Knoten, zum Beispiel in der Brust oder unter der Haut, sind oft harmlos, werden aber manchmal als ästhetisch störend empfunden.

Zysten in den Nasennebenhöhlen können den Schleimabfluss behindern und begünstigen dadurch Entzündungen der Nasennebenhöhlen.

Bei Eierstockzysten kann es zu Unregelmäßigkeiten des Zyklus und Unterleibsschmerzen kommen.

Zysten in bestimmten Hirnregionen können neurologische Symptome wie Sprach-, Geh- oder Sehstörungen verursachen.  

Zysten sind in der Regel nicht schmerzhaft – es sein denn, sie platzen. Das kann bei durch Endometriose bedingten Schokoladenzysten oder bei Zysten in der Kniekehle vorkommen. 

Achtung!

Tastest du einen neuen Knoten oder Knubbel, lass ihn immer ärztlich abklären. Häufig sind die Ursachen harmlos, aber auch Tumoren können sich unter Umständen ähnlich anfühlen. Eine sichere Unterscheidung gelingt nur durch eine ärztliche Untersuchung und Bildgebung bei Bedarf.

Sind Zysten gefährlich?

Meist sind Zysten gutartig und harmlos. Komplikationen betreffen besonders Ovarialzysten, kommen aber selten vor. Möglich ist, dass die Zystenwand einreißt und Inhalt in den Bauchraum gelangt. In seltenen Fällen entstehen Blutungen, die eine Behandlung erfordern. Sehr selten kann eine Eierstockzyste auch entarten und zu Eierstockkrebs führen. Darum werden Eierstockzysten von deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen in regelmäßigen Abständen kontrolliert.

Zysten erkennen und behandeln

Zysten an inneren Organen werden häufig zufällig entdeckt – zum Beispiel im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung. Je nach Ort können weitere Bildgebungsverfahren sinnvoll sein, etwa Röntgen bei Kieferzysten. Wie die Behandlung aussieht, hängt von Lage, Größe, Beschwerden und Befund ab. Folgende Optionen können bei Zysten zum Einsatz kommen:

  • Punktion: Bei leicht zugänglichen Zysten kann Flüssigkeit mit einer Nadel entnommen werden, das ist bei bestimmten Haut- oder Weichteilzysten möglich.
  • Operation: Zysten, die dich stören, Schmerzen verursachen oder Nachbargewebe verdrängen, können im Rahmen eines kleinen Eingriffs entfernt werden. Das gilt etwa für epidermale Zysten, ausgeprägte Brustzysten oder Baker-Zysten, die Beschwerden bereiten.
  • Verlaufskontrolle: Viele Zysten werden zunächst nicht entfernt. Stattdessen überwacht die Ärztin oder der Arzt sie regelmäßig per Bildgebung, um Veränderungen früh zu erkennen.

FAQs zu Zysten

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de:
    Eierstockzysten (Ovarialzysten)
  2. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG):
    Leitlinie „Endometriose“ (AWMF-Register 015-045)
  3. RKI:
    Echinokokkose (Fuchsbandwurm)
  4. Deutsche Krebsgesellschaft:
    Gutartige Brusterkrankungen:
  5. Bundesministerium für Gesundheit (BMG) :
    Bakerzyste
  6. GZFA GmbH:
    Kieferzyste: Entfernung von Zysten an Zahn und Kiefer
  7. Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF):
    Eierstockzyste: Therapie
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