HPV-Impfung: Kinder spielen auf Klettergerüst

Schutzimpfung gegen Humane Papillomaviren (HPV)

Krebs kann viele Ursachen haben. Bei Gebärmutterhalskrebs hat man festgestellt, dass die Infektion mit „humanen Papillomaviren“ – kurz HPV-Viren – ein Risikofaktor sein kann. Die Viren sind auch noch für eine Reihe anderer unangenehmer Krankheiten wie Hautwarzen oder Feigwarzen verantwortlich.

Wie steckt man sich mit HPV an?

HPV-Viren werden über ungeschützte Sexualkontakte übertragen. Bereits bloßer Hautkontakt reicht aus, um die Viren an einen anderen Menschen weiterzugeben. Deshalb können auch Kondome nicht vollständig vor einer Ansteckung mit HPV schützen. Die meisten HPV-Viren sind für den Körper harmlos und werden umgehend von unserem Immunsystem bekämpft. Die beiden Typen HPV 16 und HPV 18 können hingegen zu einer langjährigen Infektion führen, die eine Zellveränderung in der Gebärmutterschleimhaut auslösen kann, was letztendlich zu Gebärmutterhalskrebs führt. Auch Männer bleiben von den HPV-Viren nicht verschont. Sie können ebenfalls Krebs bekommen.

Die Symptome von HPV

Da unser Körper die meisten HPV-Viren direkt bekämpft, lassen sich zunächst keine Symptome feststellen. Die Viren können lediglich im Labor nachgewiesen werden. Manchmal kann auch die Veränderung der Schleimhaut mit Hilfe spezielle Techniken sichtbar gemacht werden.

Welche Symptome genau auftreten, hängt vom jeweiligen Virus-Typ und der daraus resultierenden Erkrankung ab. Mögliche Erkrankungen und Symptome sind:

Feigwarzen

  • entwickeln sich etwa 3-8 Wochen nach der Infektion
  • rötliche, bräunliche oder weißliche Warzen an Schleimhaut, Genital- oder Analbereich
  • können Juckreiz, brennen und Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr auslösen
  • werden die Feigwarzen nicht behandelt, können Wucherungen entstehen, die zu Krebszellen werden

Gebärmutterhalskrebs

  • vaginaler Ausfluss
  • Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, zwischen den Menstruationsblutungen oder nach den Wechseljahren
  • Schmerzen im Kreuz- und/ oder Beckenbereich

Die genannten Symptome deuten nicht eindeutig auf Gebärmutterhalskrebs hin und können viele andere Ursachen haben. Oft zeigen sich, besonders im Anfangsstadium, keinerlei Symptome.

Bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt für Frauen ab 20 Jahren wird übrigens ein Abstrich vom Gebärmutterhals und dem Muttermund unter dem Mikroskop untersucht. So sieht der Gynäkologe, ob sich Zellen verändert haben. Der Test wird auch manchmal „Krebsabstrich“ genannt.

Peniskrebs

  • Hautveränderungen
  • Schwellungen der Eichel oder Vorhaut
  • Verhärtung der Eichel
  • Blutende Hautstellen am Penis

Hautwarzen

  • Juckreiz und Druckgefühl
  • erbsengroß, schuppige Oberfläche, manchmal mit kleinen schwarzen Pünktchen (bei Dornwarzen)

Wo besteht Ansteckungsgefahr?

HPV-Viren sind weltweit vertreten und werden beim Sex übertragen. Sich vollständig vor Ihnen zu schützen, ist nahezu unmöglich, da selbst Kondome die Ansteckungsgefahr nur verringern, aber nicht gänzlich verhindern können. Gründliche Hygiene und ein starkes Immunsystem helfen aber dabei, sich vor den HPV-bedingten Warzen zu schützen. Eine Impfung gegen HPV schützt vor den hartnäckigsten Virus-Typen und senkt das Risiko einer Krebserkrankung im Mund- und Rachenbereich oder in der Genital- und Analregion.

Impfung gegen HPV

Mädchen und junge Frauen können sich gegen Humane Papillomviren impfen lassen. Wenn möglich sollte die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen, da HPV-Viren sexuell übertragen werden. Jungen können sich ebenfalls impfen lassen. Die Impfung schützt vor den Virus-Typen, die am häufigsten Krebserkrankungen auslösen. Wie lange der Impfschutz anhält, ist noch nicht bekannt.

Für die HPV-Impfung sind zwei verschiedene Impfstoffe erhältlich, ein Zweifach-Impfstoff und ein Neunfach-Impfstoff. Der Zweifachimpfstoff schützt gegen die gefährlichen Virus-Typen 16 und 18, die für die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Der Neunfach-Impfstoff schützt zusätzlich zu 16 und 18 auch noch vor den Typen 6,11,31,33,45,52 und 58, die ebenfalls Gebärmutterhalskrebs und auch die unangenehmen Feigwarzen (besonders Typ 6 und 11) auslösen können.

Es können vereinzelt Nebenwirkungen auftreten. Hierzu gehören:

  • leichte Hautreaktionen an der Einstichstelle (Rötung, Schwellung, Juckreiz)
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • leichtes Fieber

In manchen Fällen können die Lymphknoten am Hals, an den Achseln oder den Leisten anschwellen.

Kostenübernahme bei der BIG

Eine Impfung gegen Humane Papillomviren wird von der ständigen Impfkommission ( STIKO) des Robert-Koch Instituts (RKI) für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Die Impfung kann bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Als gesetzliche Krankenkasse übernimmt die BIG die Kosten für Ihre Schutzimpfungen.

In einigen Regionen kann die HPV-Impfung auch noch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: