Schutzimpfung gegen Röteln

Die Infektionskrankheit „Röteln“ verdankt ihren Namen den typischen roten Hautflecken. Meist verläuft die Krankheit ohne weitere Probleme, während der Schwangerschaft kann die Infektion mit Röteln jedoch besonders gefährlich werden. Es kann zu Komplikationen und sogar Fehlbildungen des Kindes kommen. Selbst Fehlgeburten sind nicht auszuschließen.

Am häufigsten sind Säuglinge und Kleinkinder von Röteln betroffen. Bei Erwachsenen ist die Infektion mit den sogenannten Rubella-Viren eher selten.

Wie steckt man sich mit Röteln an?

Röteln zählen zu den hochansteckenden Virusinfektionen. Die Viren werden über Tröpfcheninfektion, beim Niesen, Husten oder Sprechen durch kleine Speicheltröpfchen in die Luft abgegeben und dann von anderen Menschen über den Mund aufgenommen. Zunächst nisten sich die Viren auf der Schleimhaut der oberen Atemwege, also im Mund-, Nase- und Rachenbereich ein. Von dort aus breiten sich die Viren weiter im Körper aus.

Neben Tröpfcheninfektion können die Röteln-Erreger auch über kontaminierte Gegenstände weitergegeben werden. Man sollte z. B. auf keinen Fall das Besteck mit einem Erkrankten teilen.

Anstecken kann sich jeder, der nicht geimpft ist oder noch nie Röteln hatte. Eine Infektion trotz Impfung ist nur möglich, wenn die Impfung oder die Krankheit selbst, sehr lange zurückliegen. Diese erneute Ansteckung ist selbst dann noch sehr selten und verläuft meist ohne Symptome.

Symptome und Verlauf von Röteln

Die Symptome von Röteln können von Mensch zu Mensch variieren. Zusätzlich sind viele der möglichen Symptome nicht spezifisch, das heißt, sie könnten auf eine Reihe von Krankheiten hindeuten. Typisch für Röteln ist der Hautausschlag. Die hellroten Flecken sind zunächst hinter den Ohren sichtbar, breiten sich dann auf dem Gesicht und schließlich auf dem gesamten Körper aus. Der Ausschlag juckt in der Regel nicht und ist meist nur schwach sichtbar. Er ist nach ein bis drei Tagen wieder verblasst. Etwa 50% aller Röteln-Patienten zeigen keinerlei Symptome, wodurch die Krankheit oft unentdeckt bleibt.

Mögliche Symptome sind:

  • Anzeichen einer Erkältung: Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen
  • Bindehautentzündungen
  • geschwolllene, schmerzende Lymphknoten im Halsbereich
  • leicht erhöhte Körpertemperatur

Komplikationen bei Röteln:

In der Regel ist der Krankheitsverlauf bei Röteln eher unproblematisch. In manchen Fällen können die Viren jedoch zu weiteren Komplikationen führen. Die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen nimmt mit jedem Lebensjahr zu.

Mögliche Komplikationen sind:

  • Bronchitis
  • Mittelohrentzündung
  • Gelenkentzündung
  • Gehirnentzündung
  • Herzmuskelentzündung
  • Herzbeutelentzündung

Wo besteht Ansteckungsgefahr?

Menschen, die sich mit Röteln infiziert haben, sind bereits etwa eine Woche vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit, wenn sie überhaupt Symptome zeigen, ansteckend. So kann man sich, wenn man nicht geimpft ist, leicht bei seinen Mitmenschen anstecken.

In Deutschland ist die Zahl der Erkrankungen mit Röteln dank hoher Impfquoten recht gering. Auch in anderen Ländern werden hohe Impfquoten verzeichnet, weshalb die Zahl der weltweiten Röteln-Erkrankungen deutlich zurückgegangen ist. Dennoch empfiehlt sich eine Impfung, da durch den stetigen Reiseverkehr immer wieder Viren mit nach Deutschland gebracht werden.

Impfung gegen Röteln

Die Impfung gegen Röteln ist teil der MMR-Impfung (Mumps-Masern-Röteln-Impfung). Sie erfolgt in zwei Teilimpfungen. Die erste wird in der Regel zwischen dem 11 und 14 Lebensmonat empfohlen. Die zweite wird dann zwischen dem 15 und dem 23. Lebensmonat verabreicht. Zwischen den Teilimpfungen müssen mindestens vier Wochen liegen. Einen Einzelimpfstoff gegen Röteln (oder auch gegen Mumps) gibt es nicht. Erst nachdem man beide Teilimpfungen erhalten hat, ist man ausreichend vor Röteln (Masern und Mumps) geschützt. Wenn Kinder nur eine Impfung erhalten haben, sollte die zweite Teilimpfung so schnell wie möglich nachgeholt werden.

Die häufigsten Nebenwirkungen der MMR-Impfung sind, wie bei vielen anderen Impfungen auch, Schwellung, Rötung und Jucken der Einstichstelle. Auch leichtes Fieber und allgemeine Abgeschlagenheit können sich als Folge der Impfung bemerkbar machen.

In seltenen Fällen kann eine abgeschwächte Form einer (oder mehrerer) der Infektionskrankheiten auftreten.

Röteln-Impfung in der Schwangerschaft

Frauen, die einen Kinderwunsch haben, sollten sich unbedingt vor der Schwangerschaft gegen Röteln impfen lassen, um Komplikationen während der Schwangerschaft zu vermeiden. Nach der Impfung sollte etwa ein Monat vergehen, bevor man schwanger wird. Ist man bereits schwanger, darf man nicht geimpft werden. Bei der MMR-Impfung wird mit einem Lebendimpfstoff geimpft, aus geschwächten, aber immer noch vermehrungsfähigen Erregern, die dem ungeborenen Kind schaden können.

Kostenerstattung bei der BIG

Die BIG trägt die Kosten für die Röteln-Impfung. Die Impfung gegen Röteln zählt zu den Schutzimpfungen und wird von der ständigen Impfkommission ( STIKO) empfohlen.