Schwangere Frau hält Ultraschallbild neben ihren Babybauch

Ergänzende Ultraschalluntersuchungen: Babyfernsehen seit 2021 verboten

Dank Ultraschall könnt ihr dabei zusehen, wie euer ungeborenes Baby wächst und gedeiht, ihr seht, wie sein Herz schlägt, wie es sich bewegt oder am Daumen nuckelt, Geschlechtsteile, Hände, Füße und das Näschen werden sichtbar. Meist sind die Ultraschalluntersuchungen, die zur Schwangerschaftsvorsorge zählen, bereits ausreichend, um festzustellen, ob es eurem ungeborenen Baby gut geht. Doch laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2016 wünschen sich vier von fünf Frauen weitere ergänzende Ultraschalluntersuchungen, die auch Babyfernsehen, Babykino oder Babyviewing genannt werden und beispielsweise das Baby als 3D-Aufnahme abbilden. Eben dieses Babyfernsehen zählt zu den individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) und ist seit Januar 2021 verboten. Wir verraten euch, warum.

Zu diesen nicht-ärztlich-indizierten und somit ergänzenden Ultraschalluntersuchungen beziehungsweise zum sogenannten Babyfernsehen zählen Doppler-, Duplex-, 3D- und 4D-Verfahren. Doch warum sind die gestochen scharfen Bilder und Filme seit Januar 2021 verboten?

Neues Strahlenschutzgesetz verbietet Babyfernsehen

Das Verbot wurde im Dezember 2020 vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) auf dem Internetportal www.igel-monitor.de bekanntgegeben und ist eine neue Vorgabe im Strahlenschutzgesetz, um Föten vor einer unnötig hohen Strahlendosis zu schützen.

Im neuen Strahlenschutzgesetz heißt es: „Bei der Anwendung von Ultraschallgeräten zu nicht-medizinischen Zwecken darf ein Fötus nicht exponiert werden.“

Folgende Begründung liegt dem Verbot zugrunde: Bei dem Fötus handele es sich um eine schutzbefohlene Person, die der Untersuchung und den damit verbundenen möglichen Nebenwirkungen nicht zustimmen kann und selbst keinen Nutzen aus der Untersuchung zieht. Die für die Bildgebung notwendigen hohen Ultraschallintensitäten seien mit einem potenziellen Risiko für das Ungeborene verbunden, insbesondere, da mit Beginn der Knochenbildung wesentlich mehr Schallenergie vom Knochen absorbiert werde.