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OAT-Syndrom kann Schwangerschaft verhindern

Wenn euer Kinderwunsch bislang unerfüllt geblieben ist und ihr bereits seit Längerem versucht, schwanger zu werden, bleibt irgendwann nur noch der Gang zum Arzt. Wird dann bei der Fruchtbarkeitsuntersuchung der Frau nichts festgestellt, liegt die Ursache höchstwahrscheinlich beim Mann. Oft führt das OAT-Syndrom dazu, dass es mit einer Schwangerschaft nicht klappt.

Sterilität ist oft behandelbar!

Eine ungewollte Kinderlosigkeit durch den Mann kommt übrigens genauso häufig vor wie die Unfruchtbarkeit durch die Frau. Daher ist es wichtig, dass sich nicht nur die Frau, sondern auch der Mann einer Fruchtbarkeitsuntersuchung unterzieht.

Was ist das OAT-Syndrom?

Das Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom – kurz OAT-Syndrom – bedeutet, dass die Spermien-Qualität stark eingeschränkt ist. Dieses wird über ein Spermiogramm festgestellt.

Das OAT-Syndrom besteht aus drei Einzelsymptomen:

  • 1. Oligozoospermie Ursache für eine stark eingeschränkte Spermienqualität kann eine gestörte Spermienbildung sein. Diese liegt vor, wenn weniger als 20 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat nachgewiesen werden können. “Oligo“ bedeutet also “zu wenig“.
  • 2. Asthenozoospermie Die Ursachen für eine gestörte Spermienbildung können mit Problemen bei der Produktion oder dem Transport zusammenhängen. Zudem ist es möglich, dass zu wenig Spermien beweglich sind. “Astheno“ bedeutet “unbeweglich“. In diesem Fall bewegen sich weniger als ein Viertel schnell beziehungsweise weniger als die Hälfte sich zielgerichtet.
  • 3. Teratozoospermie Haben weniger als 30 Prozent der Spermien eine “gesunde” Form, spricht man von “Terato“ (fehlgeformt). Treten alle drei Beschwerden (mangelhafte Anzahl, Bewegung und Form) gleichzeitig auf, wird das OAT-Syndrom diagnostiziert, das je nach Schweregrad eine Zeugungsunfähigkeit zur Folge haben kann.

Ärzte unterscheiden zwischen drei Schweregraden:

  • OAT-Syndrom ersten Grades (leichte Einschränkung der Fruchtbarkeit) weniger als 20 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat
    Beweglichkeit unter 50 Prozent
    weniger als 30 Prozent normal beziehungsweise “gesund“ geformte Spermien
  • OAT-Syndrom zweiten Grades (deutliche Einschränkung der Fruchtbarkeit) weniger als zehn Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat
    Beweglichkeit unter 30 Prozent
    weniger als zehn Prozent normal beziehungsweise “gesund“ geformte Spermien
  • OAT-Syndrom dritten Grades (starke Einschränkung der Fruchtbarkeit) weniger als fünf Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat
    Beweglichkeit unter 20 Prozent
    weniger als zehn Prozent normal beziehungsweise “gesund“ geformte Spermien

OAT-Syndrom bedeutet nicht (für) immer zeugungsunfähig!

Je nachdem, welche Ursachen dem Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom zugrunde liegen und wie schwer es ausgeprägt ist, kann die eingeschränkte beziehungsweise die vollständige Sterilität immer noch behoben oder gemindert werden. Beispielsweise, indem ihr träge Spermien auf natürlichem Wege (nämlich mithilfe eines gesunden Lebensstils) wieder munter macht.

Welche Ursachen können dem Syndrom noch zugrunde liegen?

Weitere Ursachen, die das OAT-Syndrom auslösen, können auch ernsterer Natur sein, die sich nicht immer (vollständig) beheben lassen.

  • Beispiele möglicher Ursachen im Kindesalter Zu späte Korrektur eines Hodenhochstands (Empfehlung: Korrektur im ersten Lebensjahr)
  • Die Kinderkrankheit Mumps kann bei Jungen ebenfalls das OAT-Syndrom zur Folge haben. Nicht nur aus diesem Grund ist die Dreifachimpfung gegen Mumps, Masern, Röteln (MMR-Impfung) bei Kindern wichtig.
  • Beispiele möglicher Ursachen im Erwachsenenalter Hormonstörungen
  • Infektionskrankheiten/Geschlechtskrankheiten (zum Beispiel Chlamydien)
  • Diabetes
  • Verletzungen
  • Krampfaderbruch der Hodenvenen (Varikozele)
  • Leistenbruch-OPs
  • Chemotherapie/Bestrahlung

Durch eine gesunde Lebensweise und gegebenenfalls eine medizinische Behandlung kann das Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom behandelt beziehungsweise gemindert werden. Stellt beispielsweise die Beweglichkeit der Spermien ein größeres Problem dar, können die Spermien auch mithilfe einer künstlichen Befruchtung wie zum Beispiel durch eine ISCI-Kinderwunschbehandlung in den Genitaltrakt der Frau direkt zur reifen Eizelle befördert oder die Embryonen durch die In-Vitro-Fertilisation in die Gebärmutter eingeführt werden. Hier gibt’s weitere Infos zur künstlichen Befruchtung und der Kostenübernahme durch BIG direkt gesund.