Zwei Menschen joggen im Park.

Fitness: Bewegen lohnt sich. Immer.

2016 gewann der deutsche Ausnahmeathlet Jan Frodeno den Ironman auf Hawaii. In 8:06:30 Stunden legte er 3,86 Kilometer schwimmend, 180 Kilometer auf dem Fahrrad und 42,195 Kilometer laufend unter der brennenden Pazifiksonne zurück. Beim Rennen, das als das härteste der Welt gilt, landeten noch drei weitere Deutsche auf den ersten fünf Plätzen. Die vier Ironman-Athleten sind selbstverständlich Ausnahmeerscheinungen.

Über Belastung und Veranlagung

Die Extrembelastung für den Durchschnittsdeutschen ist eher: täglich acht oder mehr Stunden Sitzen. Die Teilnahme an einem Ironman ist eine absolute Extrembelastung für den menschlichen Körper, die ohne intensives Training unter professioneller Anleitung und ohne lange Vorbereitungszeit nicht zu bewältigen ist. Trotzdem zeigt es: Es geht! Dass unser Körper solchen Belastungen standhält, hat mit unserer frühzeitlichen Veranlagung zu tun: In den frühen Tagen der Menschheit mussten wir kilometerweit laufen und stundenlang jagen, um unsere tägliche Nahrung zu bekommen. Heute finden wir in Supermärkten alles, was wir brauchen und noch mehr. Aus dem Kampf ums Überleben ist heute ein Kampf gegen Pfunde und Bewegungsmangel geworden.

Bewegungsmangel: der Ursprung vieler Probleme

Bürostühlen, Sesseln und Sofa sind wir täglich mehr als acht Stunden ausgesetzt. Das Problem: Sitzend befindet sich unser Körper im Energiesparmodus. Daher lässt sich Sitzen durchaus mit Bewegungsmangel gleichsetzen. Folge dieses Mangels ist meist der einseitig belastete, schmerzende Rücken – nicht umsonst sind Beschwerden an Lenden, Wirbelsäule und Nacken Volksleiden Nummer Eins in Deutschland. Die mittel- und langfristigen Folgen des Bewegungsmangels sind laut Weltgesundheitsorganisation lebensstilbedingte Krankheiten wie Bluthochdruck, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Probleme. Auch einige Formen von Krebs können als langfristige Folgen von zu wenig Bewegung begünstigt werden. Klar wird aber auch schnell: Mit unserem Lebensstil haben wir Einfluss auf unsere Gesundheit.

Bewegung: Dein Körper sagt danke!

Regelmäßige Bewegung ist das natürlichste und beste Mittel, um Beschwerden und Krankheiten vorzubeugen. Joggen, Nordic-Walking, Fußball, Yoga, Radfahren, Schwimmen, Krafttraining, Kampfsport, Treppen steigen oder regelmäßige Spaziergänge: Um welche Art der Bewegung es sich handelt, ist letztlich egal, denn unser Körper freut sich über jede Form der Aktivität. Viel wichtiger als die Intensität bei der Ausführung ist dabei die Regelmäßigkeit der körperlichen Aktivität. Experten empfehlen, alle 45 bis 60 Minuten einen Bewegungsimpuls zu setzen. Verteilt über die Woche sollten wir auf mindestens 150 Minuten moderate Bewegung kommen. Mit dem Rad zur Arbeit, Treppen statt Aufzug, zwischendrin ein kurzer Gang an die frische Luft, zu Fuß zum Einkaufen, Aufräumen in den eigenen vier Wänden, etwas Gartenarbeit, ein Telefonat im Stehen: Am Ende des Tages beziehungsweise der Woche sorgt die Summe körperlicher Ertüchtigung für eine positive Energiebilanz. Den Ausgleich erreichen wir nicht, wenn wir den ganzen Tag sitzen und lediglich zweimal pro Woche zwei oder drei Stunden intensiv Sport treiben. Kombinieren wir unsere sportlichen Aktivitäten aber mit konstanter Bewegung im Alltag, senkt das die Gefahr an Bluthochdruck, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken.

Ok, Bewegung macht nicht jünger, bremst aber das Altern

Bewegung löst eine ganze Kette von Reaktionen im Körper aus, von denen unser gesamter Organismus profitiert. Im Gegensatz zu schweißtreibendem Sport muss Bewegung gar nicht immer anstrengend sein – die Regelmäßigkeit ist entscheidend. Jede Form körperlicher Aktivität stärkt Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke und Knochen. Das Herz pumpt mehr Blut durch die Arterien, wodurch es sich selbst trainiert, dabei wächst und letztlich leistungsfähiger wird. Die Lunge transportiert mehr Sauerstoff durch die Gefäße und unsere Zellen werden besser mit Nährstoffen versorgt. Durch körperliche Aktivität produziert unser Körper zudem mehr weiße Blutkörperchen, die feindliche Zellen im Körper bekämpfen. Das stärkt das Immunsystem. Im Alter werden übrigens weniger dieser Abwehrzellen vom Körper produziert. Das hat zur Folge, dass wir mit den Jahren anfälliger für Krankheiten werden. Bleiben wir körperlich aktiv, wirken wir diesem Prozess entgegen. Regelmäßige Bewegung – bestenfalls Sport, der alle genannten Vorgänge zusätzlich verstärkt – macht also nicht jünger, bremst aber den Alterungsprozess unseres Organismus.

Gehirn und Geist

Auch unser Gehirn wird durch körperliche Ertüchtigung mittrainiert. Die erhöhte Zufuhr von Sauerstoff fördert Gedächtnis, Lernfähigkeit und Denkgeschwindigkeit. Außerdem macht Bewegung nachweislich glücklich. Grund ist die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin. Die Verteilung des Glückshormons im Körper lässt uns – zumindest kurzzeitig – abschalten und die Sorgen des Alltags vergessen. Ein Grund, warum Bewegungstherapien auch zur Bekämpfung von Depressionen und inzwischen sogar Krebserkrankungen eingesetzt werden.

Spaß muss es machen

Die positiven Effekte für Körper und Geist zeigen: Bewegen lohnt sich!. Dabei muss sich niemand ins Fitnessstudio oder gar zu einem Extrem-Triathlon zwingen. Das Wichtigste ist, Bewegung – egal welcher Art – ohne Mühen in den eigenen Alltag zu integrieren.

Ein paar Tricks:

  • Strecken und Dehnen nach dem Aufstehen. Das aktiviert den Organismus nach dem Wachwerden.
  • Mit dem Rad zur Arbeit.
  • Treppe statt Aufzug. Immer.
  • Alle 45 bis 60 Minuten kurz aufstehen.
  • Am Ende zählt die Summe: Regelmäßigkeit schlägt Intensität.
  • Alles, was nicht Sitzen ist, zählt als Bewegung.
  • Keine Quälerei: Spaß muss es machen.
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Auf ein Wort, Herr Kamphaus!