Junge Frau lernt am Laptop

Wie geht man am besten mit Lernstress um?

Vor Prüfungsphasen und wichtigen Klausuren ist bei vielen die Unruhe groß. Doch wie geht man eigentlich am besten mit Lernstress um? Und lässt er sich vielleicht sogar vermeiden?

Der wichtige Prüfungstermin rückt immer näher und die Aufregung steigt. Der Stoff türmt sich wie ein Berg vor euch auf und ihr wisst kaum, wo ihr anfangen sollt: Stress vor einer Prüfung kennen wohl die meisten Schüler und Studenten. Dabei ist die Anspannung nicht nur unangenehm – auf Dauer kann sie sogar krank machen. Mit der richtigen Vorbereitung und einigen Tipps und Strategien lässt sie sich jedoch gut vermeiden.

Das passiert bei Stress im Körper

Stress entsteht dann, wenn der Mensch sich bedroht fühlt. Der Körper will euch bestmöglich auf die kommende Gefahr vorbereiten und reagiert, indem er Stresshormone wie Adrenalin ausschüttet. Das kann ein echter Vorteil sein und den Körper zu Höchstleistungen antreiben. Wer leicht gestresst ist, kann sich daher oft besonders gut konzentrieren. Das ändert sich jedoch, wenn sich aus der Anspannung ein Angstzustand entwickelt. Dann gibt der Körper dauerhaft Stresshormone ab – das Herz rast, der Blutdruck schießt in die Höhe und es ist fast unmöglich, sich auf etwas zu fokussieren. Ständiger Stress schwächt auch das Immunsystem und kann zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Höchste Zeit also, ihm entgegenzuwirken!

Lernstress – was bei Anspannung guttut

Stress ist eine körperliche Reaktion – wer gut auf sich und seine Gesundheit achtet, kann ihn oft einfacher abbauen oder verhindern

  • Ausreichend Schlaf ist entscheidend – etwa sieben Stunden pro Nacht sind gerade bei intensiven Lernsessions ideal. Das kommt daher, dass das Gehirn nur begrenzt Informationen aufnehmen kann. In der Nacht werden diese vom Gehirn gespeichert. Wer am nächsten Tag ausgeruht aufwacht, hat deshalb nicht nur den Lernstoff verarbeitet, sondern ist auch fit genug für neue Fakten.
  • Wer sein Hirn zum Rauchen bringt, sollte auch für körperlichen Ausgleich sorgen. Oft reicht dabei schon eine halbe Stunde am Tag aus. Vor allem Sport an der frischen Luft sorgt für neue geistige Höhenflüge, denn dabei wird ordentlich Sauerstoff ins Gehirn getankt. Gegen Ängste und innere Anspannung helfen zudem Entspannungsübungen beim Yoga oder Tai Chi.
  • Auch ausreichend Freizeit ist wichtig – wer sich keine Auszeiten gönnt, hat es schwer, dauerhaft motiviert zu bleiben. Schon ein Treffen mit Freunden am Abend oder ein Kinobesuch kann euch neue Energie verleihen.
  • Ein weiterer Faktor ist eine gesunde Ernährung während der Lernphase – ausreichend „Nervennahrung” kann helfen, den Stress zu reduzieren.

Wenn Stress trotz aller Maßnahmen bei euch zum Dauerzustand wird, solltet ihr das Gespräch mit Eltern oder Vertrauenslehrern suchen. Studentenwerke bieten zudem häufig psychologische Beratung an. Gemeinsam mit anderen ist es oft leichter, Lösungen zu finden und Ursachen zu erkennen.

Lernstress – konkrete Tipps und Strategien

Damit Stress gar nicht erst aufkommt, hilft es, sich gut vorzubereiten. Das wichtigste dabei ist das Zeitmanagement. Am besten teilt ihr den Lernstoff auf Wochen und Tage häppchenweise auf. So wirkt er direkt weniger überwältigend. Feste Routinen oder gleich ein „Stundenplan” für den Tag sind ideal für Semester- oder Schulferien. Dann fällt es oft besonders schwer, sich zum Lernen aufzuraffen. Außerdem gibt es viele Tipps und Tricks, um den Stoff besser aufzunehmen

  • Wiederholungsphasen: Wenn ihr einen Lernplan erstellt, solltet ihr auch immer wieder Zeiträume zur Wiederholung einplanen. Erst so wird das Gelernte auch im Gehirn abgespeichert.
  • Karteikarten: Wer Karteikarten verwendet, fasst die wichtigsten Informationen kurz und knapp zusammen. Schon dabei kommt es zu einem Lerneffekt. Hilfreich ist es auch, sich mit den Karten selbst abzufragen.
  • Mit sich selbst sprechen: Klingt erst einmal komisch, ist jedoch effektiv: Wer das Gelernte im Kopf formuliert und es sich selbst vorspricht, kann es sich anschließend besser merken. Das Ganze funktioniert natürlich auch mit Freunden und Familie.
  • Passiv-Lernen: Auch die Zeit im Bus und beim Zähneputzen kann genutzt werden: zum Beispiel mit Lernpodcasts oder einer Formelsammlung am Badezimmerspiegel.
  • Die Pomodoro-Technik: Sich mehrere Stunden am Stück zu fokussieren, fällt vielen Leuten schwer. Ein guter Trick ist hier die Pomodoro-Technik: Nach 25 Minuten konzentriertem Arbeiten folgt eine Pause von fünf Minuten. Nach vier dieser Intervalle ist dann eine Pause von zwanzig bis dreißig Minuten vorgesehen.

In manchen Prüfungs- und Klausurenphasen stehen mehrere Prüfungen auf einmal an. Dann ist eine gute Vorausplanung besonders wichtig. Und: Es ist sinnvoll, sich an einem Tag nicht nur auf ein Fach zu konzentrieren. Wird es dem Gehirn zu monoton, ist es schwieriger, Informationen aufzunehmen – besser ist es also, verschiedene Fächer am Tag abzuwechseln.