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Spitzwegerich: So hilft die Heilpflanze bei Husten und Hautproblemen

Letzte Aktualisierung: 19. Mai 2026Lesezeit: 5 Minuten
Spitzwegerich ist ein altbekanntes Heilmittel und wurde schon in der Antike gegen Hautreizungen und Magen-Darm-Beschwerden angewendet. Heute wird Spitzwegerich häufig in Hustensäften, Pastillen oder Tees verwendet. Welche Wirkungen tatsächlich belegt sind, erfahrt ihr hier.
Spitzwegerich Pflanze auf einer Wiese

Inhalt

Was ist Spitzwegerich und wie sieht er aus?

„Der König des Weges“ wurde der Wegerich im Althochdeutschen genannt, denn dieses europäische Kraut wächst nahezu überall: auf Feldern, Wiesen, Parks und eben entlang des Weges. Der Spitzwegerich verdankt seinen Namen seinen spitzen Blättern, die wie eine Lanze in Rosettenform herausstechen. Auffällig sind die deutlich erkennbaren Blattrippen.

In seiner Blütezeit von Mai bis September bildet der Spitzwegerich lange Ähren mit klebrigen, dunklen Samen. Die gesamte Pflanze (außer den Wurzeln) wird als Heilmittel verwendet. Am besten eignen sich jedoch die jungen Blätter im Frühjahr.

Diese Inhaltsstoffe machen Spitzwegerich so besonders

Spitzwegerich hemmt Entzündungen und wirkt antibakteriell. Er enthält Schleimstoffe, die bei Atemwegserkrankungen helfen: Sie legen sich wie ein schützender Film auf die Schleimhäute und lindern so Reizhusten. Bitterstoffe lösen den Hustenschleim. Hier findet ihr Infos zu Halsschmerzen.

Dank seiner Gerbstoffe, Kieselsäure, Kalium und Zink fördert der Spitzwegerich die Wundheilung der Haut, zum Beispiel bei Entzündungen oder Insektenstichen. Die Gerbstoffe wirken adstringierend. Das bedeutet: Sie ziehen das Gewebe leicht zusammen, wirken entzündungshemmend und können die Haut beruhigen, und arbeiten so gegen Hautunreinheiten. Ihr könnt eure Hautbeschwerden nicht zuordnen und wollt schnell Gewissheit? Wenn ihr lange auf einen Termin warten müsst, könnt ihr als BIG-Versicherte die dermanostic App nutzen.

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Was über die Wirkung von Spitzwegerich bekannt ist

Spitzwegerich gilt in der traditionellen Naturheilkunde – also in der Phytotherapie, Homöopathie und Anthroposophie – als wirksames Kraut gegen verschiedene Beschwerden:

  • Er lindert Atemwegserkrankungen wie Reizhusten oder Bronchitis.
  • Spitzwegerich reduziert Entzündungen in Mund und Rachen.
  • Die enthaltenen Gerbstoffe helfen bei Hautirritationen wie Insektenstichen, Sonnenbrand oder Nesselsucht.
  • Die blutstillenden Wirkstoffe lassen Wunden schneller heilen.

Studienübersicht

Laborstudien zeigen, dass Plantago lanceolata antibakterielle Eigenschaften besitzt: In einer In-Vitro-Untersuchung hatten Wurzelextrakte gegen verschiedene Bakterien (z. B. Pseudomonas aeruginosa) eine hemmende Wirkung.¹

Außerdem legt eine pharmakologische Übersicht nahe, dass die Schleimstoffe des Spitzwegerichs reizlindernd wirken und so bei Husten eine palliative Wirkung entfalten könnten – klinische Langzeit-Studien am Menschen fehlen bislang aber weitgehend.²

Zudem belegen präklinische Studien (z. B. in vitro) eine wundheilungsfördernde Wirkung von P. lanceolata-Extrakten, etwa durch Förderung von Fibroblasten-Differenzierung.³

Dennoch kürte der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ der Universität Würzburg den Spitzwegerich zur Arzneipflanze des Jahres 2014.⁴

Wichtig

Spitzwegerich ersetzt keine schulmedizinische Therapie. Das Kraut unterstützt lediglich eine Behandlung. Nebenwirkungen sind keine bekannt. Kinder unter drei Jahren sollten allerdings nicht ohne ärztliche Empfehlung damit behandelt werden.

Spitzwegerich selbst verarbeiten – so geht’s

Spitzwegerich wird vielfältig verarbeitet. Ihr findet ihn in TeeHustensirupHustenbonbons und -dragees. In der Apotheke erhaltet ihr getrocknete Blätter, die ihr selbst verarbeiten könnt. Zerreibt ihr frische Blätter, lässt sich der Saft direkt auf eine Wunde oder Hautirritation geben. Frische Blätter könnt ihr zudem als „grünes Pflaster“ auf wunde Stellen legen.

Tee oder Aufguss aus Spitzwegerich:

  • Drei bis fünf frische oder getrocknete Blätter waschen, klein schneiden und mit kochendem Wasser aufgießen.
  • Etwa zehn Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen.
  • Gerne mit Honig süßen, da Spitzwegerich sehr bitter schmecken kann.
  • Langsam in kleinen Schlucken trinken und möglichst lange im Mund behalten.
  • Alternativ: Bis zu zehn frische Blätter verarbeiten. Ein Baumwolltuch mit dem abgekühlten Aufguss tränken und auf eine Wunde legen.

Hustensirup aus Spitzwegerich:

  • Eine Handvoll frische Blätter waschen und klein schneiden.
  • Die geschnittenen Blätter und 200 Gramm Kandiszucker abwechselnd in ein steriles Schraubglas schichten. Die letzte Schicht besteht aus Zucker.
  • Das Glas für einige Wochen an einem dunklen Ort lagern. In dieser Zeit setzt sich der Zucker ab.
  • Nach etwa zwei bis drei Monaten: Den Sirup im Wasserbad erwärmen, bis er geschmeidig wird. Anschließend die Blätter abseihen.
  • Etwas Zitronensaft hinzufügen.
  • Den fertigen Sirup in ein steriles Schraubglas füllen.

Spitzwegerich selbst anbauen

Spitzwegerich ist eine anspruchslose Pflanze, die ihr leicht in eurem Kräutergarten anpflanzen könnt. Auf dem Balkon gedeiht sie weniger gut. Wählt einen sonnigen Ort und einen lockeren, leicht feuchten Boden. Achtet darauf, dass die Pflanzen nicht zu eng stehen. Das Heilkraut muss nur im Hochsommer gegossen werden. Es ist zudem mehrjährig und winterhart. Spitzwegerich wird bis zu 60 Zentimeter hoch.

Mehr über Heilpflanzen erfahren

Heilkräuter und Heilpflanzen sind Arzneimittel aus der Natur. Deren Blüten, Blätter, Wurzeln, Sprossteile, Früchte oder Beeren lindern Krankheiten und Beschwerden. Und das bereits seit der Antike. Heute kennen wir etwa 3.000 Heilpflanzen – aus etwa 500 von ihnen werden pflanzliche Arzneimittel hergestellt.

Viele Arzneimittel aus der Schulmedizin basieren auf Pflanzenextrakten. Und auch dort kommen rein pflanzliche Arzneimittel nach wie vor zum Einsatz: zum Beispiel Johanniskraut gegen depressive Verstimmungen oder Mönchspfeffer bei Regelschmerzen. Daneben gibt es auch Heilpflanzen, deren Wirksamkeit nicht eindeutig bewiesen ist.

Was viele nicht wissen: Pflanzliche Medikamente können Wechselwirkungen mit chemischen Arzneimitteln haben – deshalb solltet ihr die Einnahme immer ärztlich ab.

FAQ zu Spitzwegerich

Quellen

  1. International Journal of Molecular Sciences:
    Plantago major and Plantago lanceolata
  2. NABU Düsseldorf:
    Der Spitzwegerich
  3. NABU Mecklenburg-Vorpommern:
    Der Spitzwegerich: Erste-Hilfe-Pflaster für unterwegs
  4. Zeitschrift für Phytotherapie:
    Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Verfasst von
BIG Redaktion

Die BIG-Gesundheitsredaktion verbindet journalistisches Know-how mit medizinischem und kommunikativen Fachwissen.