Konzentration: Das „Goldfisch-PhĂ€nomen“

Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026Lesezeit: 5 Minuten
Warum der digitale Lifestyle zu KonzentrationsschwĂ€chen fĂŒhrt – und was wir dagegen tun können. Dass Goldfische eine ziemlich mickrige Aufmerksamkeitsspanne haben, ist bekannt.
Frau visiert mit Pfeil und Bogen Ziel an - das Gegenteil des Goldfisch-PhÀnomens

Was ist das Goldfisch-PhÀnomen?

Eine Studie von Microsoft besagt, dass die goldigen KonzentrationsschwĂ€chlinge aka Goldfische uns Menschen in Sachen Aufmerksamkeit sogar ĂŒberlegen sind. Den Grund dafĂŒr haben die Microsoft-Forscher in der stĂ€ndigen ReizĂŒberflutung ausgemacht, die im Zeitalter von Smartphones und Tablets auf uns einprasselt.

Ablenkung rund um die Uhr

Der digitale Lebensstil, so die Studie, wirke sich auf unsere GehirnaktivitĂ€t und damit unsere Konzentrationsspanne aus*. Wer den ganz normalen Alltag im 21. Jahrhundert betrachtet, kommt zu der Überzeugung, dass da etwas dran sein könnte. Um uns herum summt es, klingelt es und piept es, weil E-Mails, Facebook, Messenger und Telefon unaufhörlich um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Wer da konzentriert bleibt, hat entweder ein dickes Fell – oder die richtige Strategie.

Konzentrationsschwierigkeiten immer hÀufiger

Klar: Digitale Kommunikations- und Hilfsmittel sind heute nicht mehr wegzudenken. Das wĂ€re auch kontraproduktiv – denn gerade in Form von Fitness-Apps, Fitnesstrackern und Co. sind die digitalen Helfer nĂŒtzlich fĂŒr unsere Gesundheit. Tatsache ist aber auch, dass moderne Technik keinesfalls unschuldig an der massiven ReizĂŒberflutung ist, der wir tĂ€glich ausgesetzt sind. Multitasking als erfolgreiche Arbeitsmethode? Immer mehr Forscher glauben, dass das Gegenteil der Fall ist: Denn drei Dinge auf einmal zu tun, steigert nicht die Effizienz, sondern schadet der Konzentration. Und wer sich nicht konzentrieren kann, macht meist bei kurzen Ablenkungen hĂ€ufiger Fehler und benötigt mehr Zeit fĂŒr seine Aufgaben.

Digitales Dauerfeuer bereitet nicht nur im Job Probleme

Doch nicht nur im Berufsalltag, auch im Privatleben werden KonzentrationsschwĂ€chen deutlich. Der Informatik-Professor Alexander Markowetz etwa hat ermittelt, dass der durchschnittliche Nutzer pro Tag alle 18 Minuten seine jeweilige TĂ€tigkeit unterbricht, um einen Blick aufs Smartphone zu werfen. Das fĂŒhrt dazu, so Markowetz, dass wir unser Konzentrationsvermögen fragmentieren. Gerade fĂŒr Kinder und Jugendliche ist das problematisch: Viele scheinen immer grĂ¶ĂŸere Probleme damit zu haben, einfach mal ein Buch zu lesen oder eine normale Unterhaltung zu fĂŒhren und zeigen bereits deutliche Anzeichen von KonzentrationsschwĂ€chen.

Konzentration steigern: Abschalten – aber richtig!

  • Mehr Fokussierung per App

    Eigentlich steht das Smartphone eher fĂŒr omniprĂ€sente Ablenkung und Unterhaltung mit Suchtfaktor. Aber es geht auch anders, z.B. mit der Meditations-App „7Mind“, die den PrĂ€ventionskurs „Medi­ta­ti­ons­kurs Acht­sam­keits­ba­sier­tes Stress­ma­nage­ment (ABSM)“anbietet. Die BIG erstattet Ihnen die Kosten dafĂŒr.
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Was also tun, um konzentrierter und mehr bei der Sache zu sein? Experten empfehlen vor allem, sich in Selbstdisziplin zu ĂŒben. Hilfreich kann zum Beispiel sein, Ablenkungen bewusst „auszuschalten“ – und zwar nicht nur im klassischen Sinne durch Stummschalten von E-Mail, Telefon, Skype & Co., sondern beispielsweise auch durch AufrĂ€umen des Schreibtischs. To-Do-Listen sind ebenfalls ein probates Mittel, um Ballast im Kopf loszuwerden. Ein weiterer wichtiger Aspekt: die richtige ErnĂ€hrung und viel Ruhe. Genug Schlaf, ein gutes FrĂŒhstĂŒck, ĂŒberwiegend leichte Kost (z.B. Obst und GemĂŒse) und ausreichend Trinken (mindestens 2 Liter pro Tag) – all das hilft der AufmerksamkeitsfĂ€higkeit zuverlĂ€ssig auf die SprĂŒnge. Das Gleiche gilt auch fĂŒr konzentrationsfördernden Sport, beispielsweise Yoga oder Tai-Chi. Wer zwischendurch etwas fĂŒr seine Fokussierung tun möchte, dem seien einfache Atem- und EntspannungsĂŒbungen ans Herz gelegt. Zur UnterstĂŒtzung gibt es dafĂŒr – so paradox es auch klingen mag – sogar entsprechende Apps. Letztlich gilt eben: Der richtige Umgang mit den digitalen Tools macht’s!

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Tipps fĂŒr mehr Konzentration

  1. 1

    Aufmerksamkeit fokussieren

    Eine wichtige KonzentrationsĂŒbung ist, die Aufmerksamkeit ganz bewusst auf den Atem zu fokussieren und ganz gezielt ein- und auszuatmen. Das entspannt nach ein paar Minuten und fördert die Konzentration.
  2. 2

    Loslassen und KonzentrationsschwĂ€chen ĂŒberwinden

    Versuchen Sie, zusammengebissene ZĂ€hne, angespannte Stirnmuskulatur und schmerzenden Nacken-Schulter-Bereich zu entkrampfen. Aufstehen, ein paar Schritte gehen, Grimassen schneiden, mit den Schultern kreisen – das kann helfen, kleine Verspannung zu lösen und mit einem frischen Blick auf die To-dos zu schauen.
  3. 3

    Nur eine Sache tun

    Koppeln Sie sich innerlich von der Umgebung ab und lassen Sie sich nicht unterbrechen oder ablenken. Wer stĂ€ndig von einer Aufgabe zur anderen springt, sabotiert seine KonzentrationsfĂ€higkeit und ist am Ende des Tages oft enttĂ€uscht, weil man zwar alles angefangen, aber nichts zu Ende gefĂŒhrt hat.
  4. 4

    Ruhig bleiben

    Bewahren Sie einen kĂŒhlen Kopf und bleiben ruhig auch im Chaos. Geraten wir richtig unter Stress, handeln wir oft impulsiv, ohne Übersicht und aktionistisch. Die Konzentration geht dann meist komplett flöten.
  5. 5

    Organisieren Sie sich intelligent

    Nicht nur der Schreibtisch sollte regelmĂ€ĂŸig aufgerĂ€umt werden, sondern auch der Kopf. Auch wenn nicht sehr innovativ, aber nach wie vor unschlagbar hilfreich: Aufgabenliste, Wochenplan, tĂ€gliche To-do-Liste!
  6. 6

    Pause machen

    Kein Mensch kann stundenlang konzentriert arbeiten. SpĂ€testens nach 45 Minuten sollte man dem Geist eine kurze Pause gönnen: Fenster aufmachen, Kaffee holen, durchatmen. Gerade wenn‘s besonders kniffelig ist, kann einem dieses Innehalten den entscheidenden Schritt nach vorn bringen. Eine richtige, lĂ€ngere Pause mit frischer Luft und ein wenig Bewegung sollte natĂŒrlich auch passieren.
  7. 7

    Ablenkungen ausschalten

    Sie haben einen richtigen Brocken vor der Brust und jede Ablenkung ist eigentlich willkommen? Es hilft nichts, am besten ist, Sie knipsen fĂŒr diese Aufgabe Ihr E-Mail-Programm, Skype, Telefon und Social-Media-Profile aus. Gut ist auch, mit der Bearbeitung der schwierigsten und unangenehmsten Aufgabe zu starten, das steigert die Motivation fĂŒr die nĂ€chsten. Gesunde ausgewogene ErnĂ€hrung und viel Trinken fördert die Konzentration zusĂ€tzlich.
  8. 8

    Bewusst offline gehen!

    Wenn Sie merken, dass Sie zu viel Zeit mit dem Smartphone verbringen, bekommen Sie hier Tipps zur digitalen Entgiftung.
    Digital Detox: Bewusst offline gehen
Verfasst von
BIG Redaktion

Die BIG-Gesundheitsredaktion verbindet journalistisches Know-how mit medizinischem und kommunikativen Fachwissen.