Mariendistel - Pflanze und Blüte in einem Mörser

Mariendistel: Heilkraut bei Lebererkrankungen und Vergiftungen?

Seit der Antike wird die Mariendistel als Heilkraut eingesetzt. Sie schützt die Leber und hilft, wenn das Organ erkrankt. Seine heilende Wirkung bestätigen verschiedene wissenschaftliche Studien.

Die Mariendistel kommt aus der Familie der Korbblütler. Das Heilkraut wird bis zu 1,5 Meter groß. Ihre grünen, gelappten Blätter haben weißliche Flecken, die der Pflanze ihren Namen verleihen. Der Legende nach stammen sie von der Milch der Jungfrau Maria. Die zackigen Dornen an den Blättern können 20 bis 50 Zentimeter lang werden. Von Juni bis August zeigen sich die charakteristischen Blüten der Distel. Sie sitzen am Ende des Pflanzenstängels und blühen leuchtend violett.

Die medizinische Wirkung steckt in den Früchten der Pflanze, die im August und September reifen. Ursprünglich kommt die Mariendistel aus dem Mittelmeerraum, heute wächst sie in ganz Europa. Am wohlsten fühlt sie sich dort, wo es sonnig ist – auf trockenem und steinigem Untergrund, wie an Wegrändern oder auf Schuttplätzen.

Pflanzen-Lexikon: Welche Wirkstoffe stecken in der Mariendistel?

Der wichtigste Wirkstoff der Mariendistel ist Silymarin. Er setzt sich aus verschiedenen Pflanzenstoffen zusammen, sogenannten Flavonolignanen. Diese befinden sich in den Früchten des Heilkrauts.

Silymarin stärkt die Zellmembran der Leberzellen. Damit ist das Risiko geringer, dass giftige Stoffe in die Leber eindringen. Außerdem hilft es, wenn die Leberzellen beschädigt wurden. Wichtige Bestandteile wie Leberenzyme bleiben dann eher erhalten und die Leber erholt sich schneller.

Außerdem sind die Früchte der Mariendistel reich an Eiweiß und enthalten fettreiche Öle aus gesunden Fettsäuren, wie Linol- und Ölsäure.

Kräuterapotheke: Hilft Mariendistel wirklich?

Mariendistel hat nachweislich einen positiven Effekt auf die Leber, eines unserer wichtigsten Organe. Die Leber ist für Stoffwechselprozesse zuständig und baut gleichzeitig giftige Substanzen ab. Studien belegen, dass Silymarin die Leber schützt, Entzündungen hemmt und freie Radikale abfängt, die Zellen schädigen können. Außerdem kann es eine Fibrose verhindern.

Die Leber regeneriert sich zwar selbst. Ungesunde Lebensweisen, wie übermäßiger Alkoholkonsum, oder verschiedene Krankheiten können aber ihre Funktion einschränken.

Bei einigen Leberkrankheiten wurde die Wirkung von Mariendistel bewiesen: Studien zeigen, dass das Heilkraut deren Verlauf verlangsamt, zum Beispiel bei einer Fettleber. Auch nach einer Vergiftung durch den Knollenblätterpilz soll Mariendistel helfen. Das ist allerdings wissenschaftlich nicht bestätigt.

Wenn Sie das Heilkraut Mariendistel einnehmen wollen, um eine Lebererkrankung zu therapieren, halten Sie unbedingt vorher Rücksprache mit Ihrem Arzt. Dieser kann Sie bei der Wahl und Dosierung eines Präparats beraten. 

Wichtig

Mariendistel ersetzt keine schulmedizinische Therapie. Das Kraut unterstützt lediglich eine Behandlung oder wird vorsorglich eingenommen. Nebenwirkungen treten normalerweise nicht auf – bei hohen Konzentrationen sind Bauchschmerzen oder Blähungen möglich. Nehmen Sie Mariendistel nicht ein, wenn Sie eine Allergie gegen Korbblütler haben.

Wege zur Mariendistel: Darum sind Präparate aus der Apotheke sinnvoll

In konzentrierter Form gibt es Mariendistel als Kapseln, Tabletten oder Tonikum. Oft finden Sie das Heilkraut auch als Tee oder in Teemischungen.

Aber Vorsicht: Tee aus der Mariendistel eignet sich nicht, um Leberkrankheiten zu therapieren. Die Inhaltsstoffe sind darin zu gering konzentriert. Das leberschützende Silymarin ist außerdem sehr schlecht wasserlöslich. Bei Blähungen oder Völlegefühl kann Mariendistel-Tee allerdings helfen.

Mariendistel-Tee zubereiten – so funktioniert’s

  • Getrocknete Früchte der Pflanze (gibt es im Reformhaus oder der Apotheke) in einem Mörser zerstoßen.
  • Mit 250 Millilitern Wasser aufkochen und etwa zehn bis 15 Minuten köcheln lassen.
  • Abseihen und abkühlen lassen.

Tipp: Da Mariendistel sehr ölhaltig ist, schmeckt der pure Tee recht eigenwillig. Kombinieren Sie ihn daher am besten mit anderen Zutaten; zum Beispiel mit Fenchel, der ebenfalls einen positiven Effekt auf die Verdauung hat.

Heilkräuter allgemein

Heilkräuter und Heilpflanzen sind Arzneimittel aus der Natur. Deren Blüten, Blätter, Wurzeln, Sprossteile, Früchte oder Beeren lindern Krankheiten und Beschwerden. Und das bereits seit der Antike. Heute kennen wir etwa 3.000 Heilpflanzen – aus etwa 500 von ihnen werden pflanzliche Arzneimittel hergestellt.

Viele Arzneimittel aus der Schulmedizin basieren auf Pflanzenextrakten. Und auch dort kommen rein pflanzliche Arzneimittel nach wie vor zum Einsatz: zum Beispiel Johanniskraut gegen depressive Verstimmungen oder Mönchspfeffer bei Regelschmerzen. Daneben gibt es auch Heilpflanzen, deren Wirksamkeit nicht eindeutig bewiesen ist.

Was viele nicht wissen: Pflanzliche Medikamente können Wechselwirkungen mit chemischen Arzneimitteln haben – deshalb sollten Sie die Einnahme immer mit Ihrem behandelnden Arzt abklären.