Warum die Schlummertaste schadet – und wie ihr fitter aus dem Bett kommt

Letzte Aktualisierung: 27. Januar 2026Lesezeit: 5 Minuten
Viele Menschen kennen es: Der Wecker klingelt, doch statt aufzustehen, drücken wir auf „Snooze“ – nur noch fünf Minuten! Doch was wie eine harmlose und nützliche Gewohnheit klingt, kann auf Dauer ernsthafte Auswirkungen auf Körper und Seele haben. Lest hier, warum uns das Snoozen eher schadet, warum es unseren Schlafrhythmus stört und was wir tun können, um morgens besser aus dem Bett zu kommen und energiegeladen in den Tag zu starten.

Inhalt

Was ist die Schlummer- bzw. Snooze-Funktion?

Die Schlummer- oder Snooze-Funktion ist ein Merkmal vieler Wecker und Smartphones, das nach dem ersten Alarm einige Minuten zusätzlichen Schlaf erlaubt, bevor der Wecker erneut klingelt. Meist beträgt diese Zeitspanne zwischen 5 und 15 Minuten. Doch obwohl es verlockend klingt, verschafft euch diese Funktion nicht mehr Erholung.

Warum schadet die Schlummertaste?

Wenn wir die Schlummertaste drücken, fällt unser Körper in eine neue, aber sehr flache und unruhige Schlafphase. Diese kurzen Schlafzyklen verwirren unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Außerdem aktiviert der Wechsel von Aufwachen und Wiedereinschlafen das vegetative Nervensystem, was den Cortisolspiegel ansteigen lässt, und das ist: Stress für unseren Körper.

REM-Schlafphase und zirkadianer Schlafrhythmus

Eine Studie* der Harvard Medical School und der Stockholm University zeigte anhand der Schlafdaten von über 21.000 Teilnehmenden, dass häufiges Snoozen den natürlichen zirkadianen Schlafrhythmus stört. Durch das wiederholte Aufwachen und Wiedereinschlafen verliert der Körper das Zeitgefühl, wann er aktiv oder ruhend sein soll, was unter anderem zu Tagesmüdigkeit und verminderter Konzentration führt.
In den letzten Stunden vor dem Aufwachen befindet sich der Körper in der REM-Schlafphase (Rapid Eye Movement), die entscheidend für geistige Leistungsfähigkeit und emotionale Stabilität ist. 

„Die Stunden kurz vor dem Aufwachen sind reich an REM-Schlaf. Das Drücken der Schlummertaste unterbricht diese entscheidenden Schlafphasen und führt nur zu leichtem, weniger erholsamem Schlaf“, erklärt die Schlafmedizinerin der Studie Dr. Rebecca Robbins.
 

Wer snoozt am meisten?

Laut der Harvard-Studie sowie weiterer internationaler Schlafanalysen snoozen besonders jüngere Erwachsene häufiger als ältere Menschen. Frauen drücken die Schlummertaste im Schnitt etwas öfter als Männer, da sie einen tendenziell unruhigeren und weniger erholsamen Schlaf haben. Auch Berufstätige mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und Jugendliche, deren zirkadianer Rhythmus sich physiologisch später einstellt, neigen häufiger dazu, morgens mehrfach die Schlummertaste zu drücken.

Warum genau bringt Snoozen den Schlafrhythmus durcheinander?

Unser Schlaf-Wach-Rhythmus folgt einem festen Muster, das durch Licht, Gewohnheit und Hormone gesteuert wird. Durch wiederholtes Snoozen signalisieren wir unserem Gehirn widersprüchliche Informationen: „Es ist Zeit aufzustehen, obwohl …nein, doch noch nicht.“ Dadurch gerät die innere Uhr aus dem Takt. Das führt nicht nur zu morgendlicher Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, sondern kann langfristig auch Schlafstörungen begünstigen.

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Schlummern macht schläfrig

Das benommene Gefühl nach dem Aufstehen – auch „Sleep Inertia“ genannt – ist bei Snooze-Fans besonders stark. Der Grund: Der Körper wird aus dem Tiefschlaf gerissen, der beim wiederholten Snoozen immer wieder versucht, neu zu beginnen. Das Resultat ist ein unkonzentrierter Start in den Tag, begleitet von niedriger Reaktionsfähigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit, was unter anderem eine große Gefahr für die Teilnahme im Straßenverkehr ist.
 

Langfristige Folgen: Stress, Bluthochdruck und schlechte Laune

Regelmäßiges Drücken der Schlummertaste ist somit kein harmloses Morgenritual. Es kann zu chronischer Müdigkeit, erhöhtem Blutdruck und Stimmungsschwankungen führen. Wenn der Körper ständig in Alarmbereitschaft bleibt, steigt außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die psychische Gesundheit leidet: Gereiztheit, Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmungen können die Folge sein. Höchste Zeit also, die Schlummertaste in den Tiefschlaf zu schicken.
 

Gesunde Alternativen zum Snoozen – so startet ihr fitter in den Tag!

Statt auf die Schlummertaste zu drücken, helfen einfache Strategien, um morgens ohne Snooze wach und ausgeglichen aufzustehen:

  1. 1

    Fester Schlafrhythmus

    Geht speziell an Arbeitstagen immer zur gleichen Zeit ins Bett und steht zur gleichen Zeit auf, um den zirkadianen Rhythmus nicht zu stören.
  2. 2

    Wecker auf späteste Uhrzeit stellen

    Gerade wenn ihr grundlegend wenig Schlaf bekommt: Stellt euch den Wecker so spät wie möglich, um so lange wie möglich den REM-Schlaf zu nutzen und steht dann sofort auf.
  3. 3

    Snooze im Sitzen

    Es gibt es Menschen, die es sehr stresst, wenn sie beim ersten Klingeln des Weckers sofort das Bett verlassen müssen. Auch hier besteht manchmal eine Sleep-Inertia. Statt die Schlummertaste klassisch zu nutzen und weiter liegen zu bleiben, richtet euch im Bett langsam auf, dehnt euren Oberkörper im Sitzen, um den Kreislauf zu stärken oder setzt euch auf die Bettkante und streckt euch dort und gähnt herzhaft, bevor ihr in den Tag startet.
  4. 4

    Sanfter Wecker

    Lichtwecker, Naturklänge oder ein Song, der euch gute Laune bereitet und motiviert, können das Aufstehen angenehmer machen als schrille und sich wiederholende Alarmtöne. Natürlich könnt ihr euch auch von euren Liebsten sanft oder auf humorvolle Art und Weise wecken lassen.
  5. 5

    Natürliches Licht nutzen

    Öffnet direkt nach dem Aufwachen die Vorhänge/Jalousien – Tageslicht hilft, Melatonin abzubauen und ihr habt es schon mal aus dem Bett geschafft. :)
  6. 6

    Vorfreude auf Morgenrituale

    Überlegt euch ein kleines Ritual am Morgen, das euch gerne aufstehen lässt. Sei es ein leckeres Frühstück, eine große Tasse Matcha Latte oder eine Dusche mit eurem Lieblingsduschgel – ihr habt bestimmt eine Idee!
    6 Morgenrituale für Kinder
  7. 7

    Bewegung am Morgen

    Leichte Dehnübungen oder ein kurzer Spaziergang aktivieren Körper und Seele.
    Gesunder Alltag: Optimal durch die Woche
  8. 8

    Mit Heißgetränk noch mal zurück aufs Bett

    Kann bereits euer Morgenritual sein: Falls ihr nicht allein wohnt und eure Mitbewohner*innen früher aufstehen oder ihr eine Kaffeemaschine mit Timer habt, lasst euch vom Kaffeeduft wecken oder macht euch selbst euer liebstes Heißgetränk und setzt euch damit noch mal aufs Bett. Wichtig: Legt euch auf keinen Fall mehr hin, sondern bleibt sitzen und öffnet vielleicht dabei das Fenster oder stellt euch auf den Balkon oder die Terrasse und tankt den ersten Sauerstoff.
Verfasst von
BIG Redaktion

Die BIG-Gesundheitsredaktion verbindet journalistisches Know-how mit medizinischem und kommunikativen Fachwissen.