Presse: Präventionsprogramm für junge Menschen: „Stark in die Zukunft“ (23.11.2020)

DORTMUND. Leistungsdruck in der Schule, durchgetaktete Nachmittage, Ärger mit Freunden oder der Familie – immer häufiger zeigen Jugendliche psychische Auffälligkeiten in den Bereichen Stimmung, Verhalten, Konzentration oder Umgang mit ihren Mitmenschen. Die Corona-Situation belastet die jungen Menschen seit einigen Monaten zusätzlich. Mit dem Präventionsprogramm „Stark in die Zukunft“ unterstützt BIG direkt gesund seit 2018 Schüler*innen in ihrer psychosozialen Gesundheit. Jetzt schulte das Institut für Organisations- und Persönlichkeitsentwicklung, cco netzwerke GmbH, Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen von fünf Dortmunder Berufskollegs und einem Gymnasium, damit diese die Methoden des Programms ihren Schüler*innen vermitteln können.

Persönlichkeit stärken, Selbstwertgefühl vermitteln

In der Onlineschulung erarbeiteten die Teilnehmer*innen die Belastungen, unter denen Jugendliche leiden. Dazu gehören neben Prüfungsstress auch Probleme, sich selbst zu organisieren. Hinzu kommen finanzielle Schwierigkeiten, eine beengte Wohnsituation oder auch außerschulische Pflichten, wie die Pflege von Angehörigen oder kleinen Geschwistern. „Mit den verschiedenen Maßnahmen aus dem Präventionsprogramm möchten wir jungen Menschen Strategien an die Hand geben, wie sie Probleme bewältigen und ihre Persönlichkeit stärken können. Das Programm soll den Schüler*innen ein besseres Selbstwertgefühl vermitteln und sie darin unterstützen, eigenverantwortlich zu handeln und ihr eigenes Verhalten zu reflektieren“, so Projektleiterin Marie Vukovic, Managerin Betriebliche Gesundheitsförderung bei der BIG direkt gesund.

Alltag besser bewältigen

Das Helmholtz-Gymnasium hatte bereits im Sommer 2019 innerhalb einer Projektwoche „Stark in der Zukunft“ als ein Gruppenangebot für die Oberstufe angeboten. „Die Durchführung der CCO-Netzwerke und die Ergebnisse wurden von unseren teilnehmenden Schüler*innen durchweg positiv beurteilt. Somit haben wir die Möglichkeit, an einer Multiplikator*innen-Schulung teilzunehmen, gerne angenommen. Aus unserer Sicht ist es sehr wichtig, Themen wie Selbstwirksamkeit, Selbstmanagement, Stress und Resilienzförderung intensiver mit der Schülerschaft zu bearbeiten. Es ist ein großer Nachteil, dieses zurzeit nur in digitaler Form tun zu können, da die persönliche Ansprache und Reflexion enorm wichtig sind. Allerdings kann eine Schulung der Multiplikator*innen und dadurch eine Weitergabe an die Jugendlichen gerade in Corona-Zeiten sehr hilfreich für die Bewältigung des Alltags sein“, so Birgit Konkel, Schulsozialarbeiterin am Helmholtz-Gymnasium.

Die Lernenden sensibilisieren

„Wir möchten für unsere Lernenden die Voraussetzung für ein zufriedenes, selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben schaffen. Leider beobachten wir immer wieder, dass unsere Schülerschaft sehr belastet ist. Durch das Projekt „Stark in die Zukunft“ möchten wir unsere Lernenden sensibilisieren für die eigenen Reaktionsmuster, Neigungen und Bedürfnisse, sodass sie im Sinne der Prävention in Zukunft gesündere Bewältigungsstrategien auswählen“, sagt Nina Lenzen, Schulsozialarbeiterin am Paul-Ehrlich-Berufskolleg.

Individuelle Beratung der Schulen folgt

Im zweiten Schritt der Multiplikator*innenschulung wird cco netzwerke die einzelnen Schulen individuell beraten, um Maßnahmen umzusetzen und nachhaltig zu gestalten. Die BIG übernimmt im Rahmen des Präventionsgesetzes die Kosten für das Programm. Zu den teilnehmenden Schulen gehören u. a. das Paul-Ehrlich-, Leopold-Hoesch-, Gisbert-von-Romberg- und Robert-Schuman-Berufskolleg sowie das Helmholtz-Gymnasium.

Zertifikat für mentale Stärke

„In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Schule der Stadt Dortmund vergibt die BIG das Zertifikat für ‚Mentale Stärke‘. Damit würdigen wir, dass sich die Schulen für die psychosoziale Gesundheit ihrer Schüler*innen engagieren“, so Marie Vukovic.

Schulen, die sich für das Projekt „Stark in die Zukunft“ interessieren, können sich bei Marie Vukovic, marie.vukovic@big-direkt.de, melden.