BIGtalk: Herzgesund leben | BIG direkt gesund

Herzgesund leben – ohne Stress ins digitale Zeitalter

    Dr. Waller alias Dr. Heart

    Rund drei Milliarden Mal schlägt es im Laufe eines Menschenlebens und pumpt dabei etwa 250 Millionen Liter Blut durch den Körper: unser Herz. Damit es möglichst lange diese Höchstleistung bringen kann, muss unser wichtigster Muskel am besten schon in jungen Jahren gut gepflegt werden. Wie man das am besten macht, erfuhren rund 300 Besucher beim BIGtalk am 3. November.

    „Herzgesund leben – ohne Stress ins digitale Zeitalter“ ist die kostenlose Veranstaltung ab 18.30 Uhr im Hause der BIG direkt gesund in Dortmund überschrieben. Mit der Veranstaltung beteiligt sich die Krankenkasse an den Herzwochen 2016 der Deutschen Herzstiftung. Beim BIGtalk werfen drei Mediziner aus unterschiedlicher Perspektive einen Blick auf unsere Superpumpe.

    Dr. Waller: „Viele Patienten könnten länger leben“

    Dr. Heart alias Dr. Stefan Waller hat sich einer Mission verschrieben: Er will die Todesursache Nr. 1, den Herzinfarkt, bekämpfen. Das tut er vor allem mit leicht verständlichen Aufklärungsvideos im Internet (www.dr-heart.de). „Viele Patienten könnten länger leben, wenn sie die Ratschläge der Mediziner nach dem ersten Infarkt ernst genommen hätten“, sagt Waller. Oder mit einem herzgesunden Lebenswandel – dazu gehören Sport, gesunde Ernährung, keine Zigaretten, wenig Stress - erst gar keinen Infarkt bekommen hätten. Der Kardiologe möchte mit seinem Internetauftritt die Menschen zu mündigen Patienten machen, die verstehen, was mit ihrem Herzen los ist. Und Dr. Heart hat ein Herz für digitale Anwendungen, die die Menschen dabei unterstützen, die Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Er glaubt an das riesige Potenzial, welches die Digitalisierung in der Medizin für jeden einzelnen Patienten mit sich bringt, denn letztlich kann nur ein gut informierter und motivierter Patient für sich und seine Gesundheit das Beste herausholen.

    Der lautlose Killer: hoher Blutdruck

    Prof. Dr. Thomas Heitzer, Direktor der Medizinischen Klinik Kardiologie am Klinikum Dortmund, kommt dann ins Spiel, wenn das Herz schon aus dem Takt geraten ist. In der Kardiologie des Herzzentrums Dortmund werden jährlich etwa 3000 Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt, um damit Erkrankungen zu diagnostizieren oder sogar gleich zu behandeln. Gibt es digitale Helfer, die Prof. Heitzer empfehlen würde? Der Chefarzt schlägt den Bogen zu einem der größten Risikofaktoren fürs Herz: den hohen Blutdruck, den lautlosen Killer. „Zwei Drittel der unbehandelten Bluthochdruck-Patienten sterben an koronaren Herzerkrankungen oder an einer Herzschwäche und 40 Prozent aller Schlaganfälle könnten durch eine Normalisierung des Blutdrucks verhindert werden“, weiß Heitzer. Neben Übergewicht und ungesunder Ernährung treibt auch Stress den Blutdruck in die Höhe. Gerade in ihren „besten Jahren“, im Alter zwischen 35 und 45, leiden Menschen unter Herzbeschwerden, die durch Stress ausgelöst werden. Wie sich dieser Stress auf das Herz auswirkt, erläutert Prof. Heitzer ebenfalls.

    Wie Langzeitstress das Herz schädigt

    Doch was erzeugt Stress überhaupt und wie kann man ihm begegnen? Darauf hat Joachim Thimm, Erster Oberarzt der Abteilung Allgemeine Psychiatrie I der LWL-Klinik Dortmund, Antworten. Zunächst wird Thimm die psychischen Phänomene Stress, Burnout und Depression voneinander abgrenzen, die zu unrecht oftmals gleichsinnig genutzt werden. Und Joachim Thimm weiß: „Herz-Kreislauferkrankungen können die Folge von Langzeitstress sein.“ Und dieser werde oftmals durch den Job hervorgerufen. Von diesem Stress seien nicht unbedingt nur Führungskräfte betroffen, sondern insbesondere jene Arbeitnehmer, die ihre Arbeitsgestaltung nur wenig beeinflussen können. Und schließlich nimmt Körperpsychotherapeut Uwe Hillebrandt von der LWL-Klinik die Besucher mit auf eine Entspannungsreise.

    Große Chancen liegen in Digitalisierung der Medizin

    Und was tut die BIG für die Herzen ihrer Versicherten? Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der BIG, sagt: „Mit der finanziellen Förderung von Präventionskursen zur Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung unterstützen wir eine herzgesunde Lebensweise.“ Kaetsch stimmt mit Dr. Waller darin überein, dass in der Digitalisierung der Medizin große Chancen liegen. Leider werde oftmals von unterschiedlichsten Interessensgruppen der Datenschutz vorgeschoben, um sinnvolle Angebote zu torpedieren. Als Beispiel nennt Kaetsch die elektronische Gesundheitskarte, auf der bis heute keine Notfalldaten gespeichert sind. Voraussetzung für die Speicherung der Daten sei selbstverständlich die Zustimmung des Versicherten.

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