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Mutter liegt in Schlafkleidung mit schlafendem Neugeborenen auf der Brust im Bett und hält sein Händchen

Wochenfluss: Teil des postnatalen Heilungsprozesses

Obwohl jede Neu-Mama in der Wochenbett-Phase den sogenannten Wochenfluss (Lochia) hat, ist er immer noch ein Tabuthema. Dabei sind menschliche Ausscheidungen ganz natürlich und wichtig. Wir erklären euch, was euch erwartet, welche Funktion der Wochenfluss für den postnatalen Heilungsprozess erfüllt und was es mit dem Wochenflussstau (Lochialstau) auf sich hat.

Wochenbett: Was passiert in den ersten Wochen nach der Geburt?

Die ersten Wochen nach der Geburt stehen ganz im Zeichen der Regeneration sowie des Kennenlernens zwischen euch und eurem neuen Erdenbürger. Außerdem erlernt ihr wichtige Handgriffe und entwickelt ein Gespür dafür, um euer Baby optimal versorgen zu können.

Alle Infos

Was ist der Wochenfluss?

Der Wochenfluss – auch Lochia genannt – setzt nach der Geburt ein und besteht aus den Überresten der Fruchtblase, die aus der Gebärmutter ausgeschieden werden. Er unterscheidet sich stark von gewöhnlichem Ausfluss und Menstruationsblut. Scheidet ihr beispielsweise während der Periode nur zwischen 50 und 80 Milliliter aus, sind es beim Wochenfluss bis zu 500 Milliliter Blut und weitere Flüssigkeiten.

Woraus besteht der Wochenfluss?

  • Blut – von der Wunde, die die Plazenta durch das Ablösen hinterlässt (Plazentahaftstelle)
  • Gebärmutterschleimhaut
  • Käseschmiere
  • Eihaut
  • Lanugohaare
  • Kindspech/Mekonium
  • Bakterien
  • Zervixschleim
  • Wundflüssigkeit

Wie lange dauert der Wochenfluss?

Die Dauer und Stärke des Wochenflusses ist von Mutter zu Mutter und je nach Geburtsverletzungen und Geburtsart unterschiedlich. Meist dauert er zwischen zwei und sechs Wochen. Stress kann die Dauer des Wochenflusses verlängern. Habt ihr per Kaiserschnitt entbunden, ist der Wochenfluss meist schwächer als bei einer vaginalen Geburt. Der Grund hierfür kann zum Beispiel eine Ausschabung (Curettage) sein. Da sich die Gebärmutter langsamer zurückbildet, kann er allerdings länger andauern. Stillt ihr euer Baby, sorgt die Ausschüttung des Hormons Oxytocin dafür, dass sich eure Gebärmutter schneller zusammenziehen und Geburtsreste schneller ausgeschieden werden können.

Es gibt vier Wochenfluss-Stadien

  • 1. Lochia rubra (die ersten Tage nach der Geburt):Der Wochenfluss ist blutrot, flüssig und stark und enthält Blut, Gebärmutterschleimhaut, Eihautreste, Käseschmiere, Lanugohaare und möglicherweise Mekonium (= grünes Fruchtwasser).
  • 2. Lochia fusca (ca. eine Woche nach der Geburt):Nach ungefähr einer Woche verfärbt sich der Wochenfluss bräunlich und wird dünnflüssiger. Er besteht jetzt aus Blutserum, Lymphe und weißen Blutkörperchen (Granulozyten).
  • 3. Lochia flava (ca. zwei Wochen nach der Geburt):Nach etwa zwei Wochen wechselt der Wochenfluss langsam seine Farbe von bräunlich zu gelblich, da er dann aus abgestorbenem Gewebe, Bakterien und Schleim besteht. Die Konsistenz wird fester beziehungsweise „rahmiger“ und die Ausscheidung schwächer.
  • 4. Lochia Alba (ca. drei Wochen nach der Geburt):In der Regel ist der Wochenfluss nun fast weiß, ganz schwach und sehr wässrig, da er nur noch aus Wundflüssigkeit besteht.

Welche Hygiene während des Wochenflusses?

1. Wochenbettbinden

Während des Wochenflusses sind Wochenbettbinden (Flockenwindeln) das wichtigste Hygienemittel. Sie sind größer, weicher und saugstärker als übliche Damenbinden. Zudem haben sie keine Plastikfolie auf der Rückseite, die die Atmungsaktivität negativ beeinflusst und Infektionen begünstigt. Zu Beginn des Wochenflusses ist es ganz normal, dass ihr die Wochenbettbinde sehr häufig (ungefähr einmal pro Stunde) wechseln müsst. Hattet ihr einen Dammriss oder Dammschnitt, solltet ihr sie auf jeden Fall regelmäßig wechseln. Auch dann, wenn sie noch nicht komplett vollgesogen ist. So schützt ihr euch vor möglichen Infektionen und Entzündungen. Wenn der Ausfluss schwächer wird, könnt ihr auch zu normalen Damenbinden übergehen, solange diese ebenfalls keine Plastikfolie auf der Rückseite haben. Auf Tampons und Menstruationstassen solltet ihr dagegen unbedingt verzichten, da sie das Infektionsrisiko erhöhen.

2. Hände waschen und Spülungen

Gründliches Händewaschen nach jedem Bindenwechsel und Toilettengang versteht sich von selbst. Reinigt euren Intimbereich nach dem Toilettengang mit klarem, lauwarmem Wasser beziehungsweise macht eine Spülung über der Toilette (beispielsweise mithilfe einer Flasche) oder dem Bidet.

Weitere Tipps bekommt ihr von eurer Nachsorgehebamme oder eurem/eurer Frauenärzt*in.

3. Geschlechtsverkehr mit Kondom

Generell empfehlen Ärzt*innen und Hebammen, in den ersten sechs Wochen nach der Geburt auf Sex zu verzichten und dem Körper genug Zeit zu geben, sich zu regenerieren. Das ist natürlich auch von möglichen Geburtsverletzungen und der Dauer eures Wochenflusses abhängig. Um euch vor Infektionen zu schützen, verwendet zu Beginn Kondome. Hört außerdem auf euer Bauchgefühl: Ihr wisst am besten, wann ihr seelisch und körperlich wieder bereit für Sex seid und Lust darauf habt.

Was ist ein Wochenflussstau?

In Ausnahmefällen kann es auch zum sogenannten Wochenflussstau (Lochialstau) kommen, etwa wenn der Muttermund nicht weit genug geöffnet oder verstopft ist. Das wiederum führt dazu, dass sich der Wochenfluss in der Gebärmutter sammelt und sich die Plazentawunde entzünden kann.

Wochenflussstau-Symptome

  • Wochenfluss bleibt aus oder ist sehr schwach
  • unangenehmer Geruch
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Unterbauchschmerzen

Wochenflussstau vorbeugen

Um einem Wochenflussstau vorzubeugen, legt euch häufiger auf den Bauch, massiert diesen regelmäßig und macht lauwarme Salz-Sitzbäder. Diese sollten nicht zu lange dauern, da Geburtsverletzungen und -narben aufweichen könnten. Teesorten, die die Rückbildung der Gebärmutter fördern, sind ebenfalls hilfreich.

Eine Frau stillt ihr Baby

Tee in der Stillzeit: Welche Sorten eignen sich und welche nicht?

In der Wochenbettphase könnt ihr mit speziellen Teesorten die Rückbildung eurer Gebärmutter fördern und damit gleichzeitig einem Wochenflussstau vorbeugen und die Milchbildung positiv beeinflussen. Allerdings bergen bestimmte Tees auch Risiken.

Übersicht

Wann zum Arzt?

  • Wenn ihr eines oder mehrere der genannten Symptome feststellt.
  • Wenn der Wochenfluss sehr stark ist.
  • Wenn der Wochenfluss nach zwei bis drei Wochen immer noch blutig ist.
  • Wenn der Wochenfluss plötzlich wieder stärker wird.

Digitale Services und Versorgung bei der BIG

Als Neu-Mama und gerade in der Wochenbettzeit ist es Gold wert, wenn ihr Krankenkassenthemen digital erledigen und auf geprüfte Online-Programme wie Beckenbodentraining per App oder das kostenlose BIGbalance Life & Health Gesundheitsportal zurückgreifen könnt.

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