Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2026Lesezeit: 4 Minuten
Wer ein Kind erwartet, stellt sich bei Unterleibs- oder Bauchschmerzen schnell die bange Frage: Ist mit dem Ungeborenen etwas nicht in Ordnung? Welche Ursachen oft dahinterstecken und wann ein Arzt zu Rate gezogen werden sollte, liest du hier.

Schwangere liegt im Schlafanzug auf dem Bett und fasst sich an den Bauch

Inhalt

Am Anfang einer Schwangerschaft sind Bauchschmerzen nicht selten. Der Grund ist in der Regel harmlos und erfreulich: Das Baby wächst und dadurch dehnt sich auch die Gebärmutter. Muskeln und Bänder werden gestreckt, die Durchblutung nimmt zu – und das merkt man oft als Ziehen im Unterbauch oder in der Leiste. Fast ein bisschen wie ein Muskelkater nach einem harten Training im Fitnessstudio. Wird das Baby irgendwann munter, bewegt sich oder tritt, kann auch das unangenehm sein, weil es dabei gegen Organe stößt und das umliegende Gewebe dehnt.

Später, wenn die Schwangerschaft schon fast zu Ende ist, kommen Bauchschmerzen oft von den sogenannten Senkwehen. Damit bereitet sich der Körper auf die Geburt vor. Diese Wehen sind unregelmäßig und dauern nicht lange. Um die Schmerzen erträglicher zu machen, helfen meistens ein warmes Bad oder einfach eine Wärmflasche – das entspannt und tut gut.

Wenn die Verdauung verrückt spielt

Schon in der Frühschwangerschaft verändert sich durch das Hormon Progesteron die Verdauung. Progesteron entspannt die glatte Muskulatur – auch im Magen-Darm-Trakt. Dadurch wird die Darmbewegung langsamer. Die Folge können Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen und Bauchschmerzen sein. Später in der Schwangerschaft drückt die wachsende Gebärmutter zusätzlich auf Magen und Darm. Das begünstigt Sodbrennen, weil Magensäure leichter in die Speiseröhre aufsteigen kann.

 

Diese Tipps können dir helfen:

  • Bei Blähungen Meide stark blähende Speisen (z. B. sehr fette Speisen, Zwiebeln, Kohl, Hülsenfrüchte, kohlensäurehaltige Getränke). Wärme (Wärmflasche, warmes Bad) und Bewegung (Spaziergang) können entkrampfen. Kümmel- oder Fencheltee beruhigen den Magen-Darm-Trakt.
  • Bei Verstopfung Iss ballaststoffreich (Vollkorn, Gemüse, Obst), trink ausreichend (ca. 1,5–2 Liter/Tag, sofern medizinisch nichts dagegenspricht) und bewege dich regelmäßig. Flohsamenschalen können helfen – lass dich vorher ärztlich beraten.
  • Bei Sodbrennen Iss mehrere kleine Mahlzeiten, kaue gründlich, vermeide spätes, sehr fettes oder stark gewürztes Essen. Schlafe mit leicht erhöhtem Oberkörper. Milde Hausmittel wie Mandeln kauen oder ein Glas Milch helfen manchen – die Evidenz ist begrenzt, aber es ist meist unbedenklich.
  • Medikamente Nimm Arzneimittel in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit Ärztin/Arzt oder Hebamme. Für Sodbrennen kommen Arzneimittel in Frage, die die Magensäure neutralisieren, für Verstopfung u. a. Lactulose oder Macrogol – jeweils nach individueller Empfehlung.

Zeit für einen Arztbesuch

Du bist unruhig und verunsichert? Gehe lieber einmal zu früh oder zu oft zu deiner Ärztin/deinem Arzt oder deiner Hebamme und freue dich über eine Entwarnung als zu spät Hilfe zu holen. Besonders beim ersten Kind ist das Einschätzen von Bauchschmerzen nicht einfach. Such bitte umgehend ärztliche Hilfe, wenn eines der folgenden Warnzeichen auftritt:

  • Fieber, Schüttelfrost
  • anhaltende, starke oder stechende Bauchschmerzen (egal wo)
  • Blutungen aus der Scheide oder ungewöhnlicher Flüssigkeitsaustritt
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • langanhaltender Durchfall oder häufiges/anhaltendes Erbrechen
  • starke Krämpfe, plötzlicher Bluthochdruck/Unwohlsein, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen
  • wenig Kindsbewegungen (ab dem Zeitpunkt, an dem du sie normalerweise spürst)

Wichtig: Im ersten Trimester können Fehlgeburten häufiger vorkommen. Blutungen, krampfartige Unterbauchschmerzen oder Gewebsabgänge sollten immer abgeklärt werden. Später in der Schwangerschaft können starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, neu auftretender hoher Blutdruck, Übelkeit/Erbrechen und Oberbauchschmerzen Warnzeichen für Präeklampsie bzw. das HELLP-Syndrom sein – dann bitte sofort medizinisch vorstellen.

Keine Hemmungen

Stelle Deine Fragen offen bei den Vorsorgeuntersuchungen – dafür sind Ärztinnen/Ärzte und Hebammen da.

Geburtsvorbereitungskurse und der Austausch mit anderen Schwangeren können dir zudem helfen, Körpersignale besser zu verstehen.

 

Vertrauenswürdige, kostenlose Informationen bieten z. B. die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

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Quellen

  1. Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK):
    Zum Portal
  2. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) – Leitlinien Schwangerschaft/Präeklampsie/HELLP:
    Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft (HES): Diagnostik und Therapie
  3. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – Schwangerschaft & Gesundheit:
    Schwangerschaft & Geburt
  4. DGE – Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ernährung in der Schwangerschaft:
    Handlungsempfehlungen - Ernährung in der Schwangerschaft
Verfasst von
BIG-Redaktion

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