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Das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist ein bösartiger Tumor der pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) der Haut oder seltener der Schleimhäute. Im Vergleich zu anderen Hautkrebsarten ist es seltener, aber deutlich gefährlicher, weil es früh metastasieren kann – unter anderem in Lymphknoten, Lunge, Leber und Gehirn. Hirnmetastasen sind beim Melanom eine häufige Ursache für Komplikationen und verschlechtern die Prognose.
Eine frühzeitige Diagnose des maligne Melanoms ist entscheidend. Ein Melanom zeigt sich häufig als neu aufgetretener oder sich verändernder dunkler Fleck, kann aber auch rötlich sein oder knotig wachsen. Sie können überall auftreten: Im Gesicht, auf dem Rücken, an Armen und Beinen, auf der Kopfhaut und selbst an Hand- und Fußsohlen sowie am Nagelbett oder an den Schleimhäuten.
Malignes Melanom erkennen: Die ABCDE-Regel
Achte auf jede neue oder sich verändernde Hautstelle – insbesondere, wenn Juckreiz, spontane Blutungen, Rötung oder schlecht heilende Wunden auftreten. Die ABCDE-Regel hilft dir beim Ersteinschätzen:
- A = Asymmetrie: Unregelmäßige Form, nicht rund oder oval.
- B = Begrenzung: Unscharfe, verwaschene oder zackige Ränder.
- C = Color (Farbe): Mehrfarbigkeit, ungleichmäßige Pigmentierung.
- D = Durchmesser: Größer als etwa 6 mm oder schnelles Wachstum.
- E = Evolution/Entwicklung: Jede rasche Veränderung in Größe, Form, Farbe oder Symptomatik.
Wenn eines der ABCDE-Merkmale passt,
... geh zur Hautärztin oder zum Hautarzt. Nur mit bloßem Anschauen kann man nicht sicher sagen, ob es ein malignes Melanom ist.
So läuft die sichere Abklärung bei schwarzem Hautkrebs
- Der Haut-Check mit Lupe: Die Ärztin/der Arzt sieht sich den Fleck mit einem speziellen Vergrößerungsglas mit Licht an (Dermatoskop). Damit erkennt man typische Muster.
- Kleine OP-Probe: Der verdächtige Fleck wird in einer kurzen, örtlich betäubten OP komplett herausgeschnitten. Das tut dank Betäubung kaum weh.
- Laboruntersuchung: Das entnommene Stück Haut wird unter dem Mikroskop untersucht. Dabei wird gemessen, wie tief der Tumor in die Haut eingedrungen ist (Breslow-Dicke) und ob die Oberfläche verletzt ist (Ulzeration). Diese zwei Infos helfen, das Stadium festzulegen und die beste Behandlung zu planen.
Behandlung: Operation steht im Vordergrund
Die Therapie richtet sich nach Tumordicke und Stadium. Bei dünnen Melanomen, die auf die oberste Hautschicht begrenzt sind, sind die Heilungschancen sehr gut. Standard ist die vollständige chirurgische Entfernung mit einem gewissen Rand.
Ab einer Tumordicke von etwa ≥1 mm wird häufig eine Biopsie des so genannten Wächterlymphknotens, des Sentinels, empfohlen. Dadurch können selbst kleine Metastasen (Mikrometastasen) erkannt werden. Wird der Sentinel positiv, ist das ein wichtiges Kriterium für das Staging, also die Einstufung des Tumors. Entdeckt der Arzt bei diesem Verfahren Tumorzellen, empfiehlt er häufig, die Lymphknoten in dieser Region zu entfernen.
Bei einer metastasierten Erkrankung hat sich das maligne Melanom bereits ausgebreitet und Ableger in Lymphknoten oder Organen gebildet. Je nach Situation kann man einzelne, gut erreichbare Metastasen operativ entfernen oder sie gezielt bestrahlen. Zusätzlich gibt es Medikamente, die im ganzen Körper wirken: sogenannte Immuntherapien (Immuncheckpoint‑Inhibitoren) helfen dem Immunsystem, Krebszellen besser zu erkennen und zu bekämpfen, und wenn im Tumor eine bestimmte Veränderung vorliegt, kommen zielgerichtete Wirkstoffe zum Einsatz, die genau diese Schaltstelle blockieren. Diese modernen Therapien haben die Aussichten vieler Betroffener deutlich verbessert. Welche Behandlung passt, wird individuell entschieden.
Wächterlymphknoten-Biopsie bei größerer Tumordicke
Ab einer Tumordicke von etwa ≥1 mm wird häufig eine Biopsie des so genannten Wächterlymphknotens, des Sentinels, empfohlen. Dadurch können selbst kleine Metastasen (Mikrometastasen) erkannt werden. Wird der Sentinel positiv, ist das ein wichtiges Kriterium für das Staging, also die Einstufung des Tumors. Entdeckt der Arzt bei diesem Verfahren Tumorzellen, empfiehlt er häufig, die Lymphknoten in dieser Region zu entfernen.
Therapie bei metastasiertem Melanom
Bei einer metastasierten Erkrankung hat sich das maligne Melanom bereits ausgebreitet und Ableger in Lymphknoten oder Organen gebildet. Je nach Situation kann man einzelne, gut erreichbare Metastasen operativ entfernen oder sie gezielt bestrahlen. Zusätzlich gibt es Medikamente, die im ganzen Körper wirken: sogenannte Immuntherapien (Immuncheckpoint‑Inhibitoren) helfen dem Immunsystem, Krebszellen besser zu erkennen und zu bekämpfen, und wenn im Tumor eine bestimmte Veränderung vorliegt, kommen zielgerichtete Wirkstoffe zum Einsatz, die genau diese Schaltstelle blockieren. Diese modernen Therapien haben die Aussichten vieler Betroffener deutlich verbessert. Welche Behandlung passt, wird individuell entschieden.
Warum entsteht ein malignes Melanom?
Der wichtigste vermeidbare Risikofaktor ist UV-Strahlung (Sonnenlicht und künstliche Quellen). Sonnenbrände, insbesondere in der Kindheit und Jugend, erhöhen das Risiko. Die Nutzung von Solarien steigert das Melanomrisiko nachweislich; viele Länder raten dringend ab oder verbieten Solariennutzung für Minderjährige.
Weitere Risikofaktoren sind u. a. helle Hauttypen, viele Muttermale, familiäre Belastung mit Melanom sowie bestimmte genetische Prädispositionen. Auch alternde Haut und chronische UV-Exposition spielen eine Rolle.
So senkst du dein Risiko für schwarzen Hauskrebs
Meide intensive Sonne, vor allem in der Mittagszeit; suche Schatten. Nutze breitbandige Sonnenschutzmittel (UVA/UVB) in ausreichender Menge und wiederhole das Auftragen. Trage schützende Kleidung, breitkrempigen Hut und Sonnenbrille. Verzichte auf Solarien. Untersuche deine Haut regelmäßig selbst und nutze das ärztliche Hautkrebsscreening BIG-Leistung: Hautkrebs-Screening ab Geburt
Besonders wichtig: Wenn du bereits ein malignes Melanom hattest, ist konsequenter UV-Schutz und eine engmaschige Nachsorge entscheidend, weil das Risiko für weitere Melanome oder ein Rezidiv erhöht ist.
Haukrebsvorsorge nutzen
Je früher ein malignes Melanom entdeckt wird, desto besser die Heilungschancen. Ab 35 kannst du alle zwei Jahre zum Hautkrebsscreening gehen.
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Quellen
- Krebsinformationsdienst:Zum Portal
- Deutsche S3-Leitlinie Melanom:Zu den Leitlinien
- Robert Koch-Institut (RKI): Krebs in Deutschland – Melanom der Haut.:Zum RKI
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