Was schadet den Augen wirklich?

Letzte Aktualisierung: 28. August 2025Lesezeit: 3 Minuten
Augenschäden bei Kindern sind keine Seltenheit. Wie kann man sie vermeiden und die Augengesundheit der Kleinen möglichst gut erhalten? Und was ist mit den typischen Mythen, die wir alle kennen – zu häufiges Fernsehen macht viereckige Augen, vom absichtlichen Schielen bleiben die Augen stehen ... Was ist dran an diesen Mythen und welche Umstände schaden Kinderaugen? Wir klären auf!
Kind liest unter Decke mit Lampe – Illustration zum Thema Mythen schädlicher Gewohnheiten für die Augen

Inhalt

Da wir mehr als 90 Prozent aller Sinneseindrücke über unsere Augen aufnehmen, sollten sie von klein auf geschützt und Sehschwächen rechtzeitig behandelt werden. Laut Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. sieht jedes zehnte Kind schlecht und rund 60 Prozent der Sehschwächen bei Kindern werden zu spät erkannt. Speziell die Kurzsichtigkeit nimmt bei den Kleinsten weltweit stetig zu. Allerdings sind deshalb nicht gleich alle suboptimalen Sehbedingungen langfristig schädlich. Wir haben deshalb mal einige Augen-Mythen unter die Lupe genommen.

Verbreitete Mythen im Check

  • Mythos 1: Vom Fernsehen gibt’s viereckige Augen

    Auch wenn der Spruch altbekannt ist – viereckige Augen bekommt niemand vom Fernsehen. Aber: Zu langes Starren auf Bildschirme kann die Augen überreizen. Symptome wie Brennen oder ein Trockenheitsgefühl treten häufig auf – das gilt auch für Computer und Smartphones.

    **Tipp:** Achtet auf regelmäßige Pausen (alle 20 Minuten kurz wegsehen), häufiges Blinzeln und ausreichend Tränenflüssigkeit. Bei chronisch trockenen Augen helfen befeuchtende Augentropfen.

    **Hinweis:** Wenn euer Kind sehr nah am Bildschirm sitzt, kann das ein Anzeichen für Kurzsichtigkeit sein – lasst es augenärztlich abklären.
  • Mythos 2: Durch absichtliches Schielen bleiben die Augen so stehen

    Falsch. Kinder dürfen ruhig spielerisch schielen – gesundheitliche Schäden entstehen dadurch nicht.

    **Aber Achtung:** Echte Formen von Schielen (Strabismus) sollten frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ein scheinbar harmloser Silberblick kann langfristig zu einer bleibenden Sehschwäche führen – inklusive gestörtem räumlichem Sehen.

    **Empfehlung:** Ein augenärztlicher Check sollte idealerweise zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr erfolgen – selbst wenn keine Symptome erkennbar sind.
    Bei den U-Untersuchungen wird ein Sehtest gemacht
  • Mythos 3: Lesen unter der Bettdecke schadet der Sehkraft

    Lesen bei schlechter Beleuchtung ist anstrengend für die Augen – aber nicht dauerhaft schädlich. Wird das Buch nah ans Gesicht gehalten, müssen sich Muskeln und Linse stärker anstrengen. Die Folge: Die Augen ermüden schneller.

    Nach Erholungsphasen (z. B. Schlaf) regenerieren sich die Augen meist vollständig.

    **Aber:** Kinder verbringen heute viel Zeit in dunklen Innenräumen oder mit digitalen Geräten – oft zu nah und zu lange. Das kann tatsächlich zu bleibender Kurzsichtigkeit führen.
    Ab ins Bett: 5 Einschlaftipps für Schulkinder
  • Mythos 4: Wer seine Brille nicht trägt, verschlechtert die Sehkraft

    Teilweise richtig – zumindest bei Kindern. Wird eine verordnete Brille oder ein Pflaster zur Schieltherapie nicht konsequent getragen, kann sich die Sehleistung verschlechtern oder die Genesung verzögern.

    Bei Erwachsenen verschlechtert sich das Sehen durch das Weglassen der Brille in der Regel nicht – es kann aber zu Kopfschmerzen oder müden Augen kommen.
  • Augenarztbesuch: Lieber früher als zu spät

    Auch wenn euer Kind keine Auffälligkeiten zeigt: Plant regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt ein. Kinder haben noch keine klaren Vergleichsmöglichkeiten – sie merken oft selbst nicht, wenn sie schlecht sehen.
    Sehschwächen und Sehstörungen bei Kindern: Frühe Diagnose ist das A und O

Die besten Tipps für gesunde Kinderaugen

  • Draußen ist besser als drinnen

    Tageslicht ist ein echter Booster für die Augengesundheit. Schon 1–2 Stunden Spielen im Freien täglich senken das Risiko für Kurzsichtigkeit erheblich.
  • 30–30–30-Regel bei Bildschirmzeit

    Nach 30 Minuten Bildschirmzeit: 30 Sekunden auf etwas in 30 Metern Entfernung schauen. Das entspannt die Augenmuskulatur.
  • Gutes Licht beim Lesen und Basteln

    Ein heller, blendfreier Arbeitsplatz beugt Überanstrengung der Augen vor. Warmweißes Licht ist augenschonender als kaltweißes.
  • Bücher statt Bildschirme zur Beruhigung

    Zur Abendentspannung lieber gemeinsam vorlesen statt das Tablet einzuschalten. Das schont die Augen und fördert zusätzlich die Bindung.
  • Blinzeln nicht vergessen!

    Kinder vergessen beim Spielen am Bildschirm oft zu blinzeln. Erinnert sie daran – oder plant kleine Bewegungspausen ein. Alternativ helfen auch Luftbefeuchter im Zimmer.
  • Sehhilfen konsequent tragen lassen

    Egal ob Brille oder Augenpflaster – nur durch regelmäßige Anwendung kann sich die Sehkraft verbessern oder stabilisieren.
  • Vorsorge ernst nehmen

    Bereits im Vorschulalter sollten regelmäßige Augenuntersuchungen erfolgen – auch ohne sichtbare Beschwerden. Je früher Auffälligkeiten erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen.

Quelle

  1. Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V.:
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Verfasst von
BIG Redaktion