Mann zeigt Daumen hoch nach Impfung

Coronavirus-Impfung

Mittlerweile hat nahezu die Hälfte aller Bürgerinnen und Bürger die 1. Corona-Impfdosis bekommen, 30 Prozent der Bevölkerung ist vollständig geimpft. Zu den Impfstoffen gibt es weiterhin neue Updates, die wir hier für Sie bündeln.

Impfstoffe und Wirksamkeit

Gegen Corona werden derzeit überwiegend mRNA-Impfstoffe eingesetzt. mRNA steht für Boten-Ribonukleinsäure. Die Impfstoffe enthalten Genabschnitte der Coronaviren. Nach der Impfung bilden sich im Körper Proteine, die das Immunsystem zu einer Antikörperbildung animieren. Das ist eine neuartige Technologie, die die körpereigene Immunantwort stimuliert. In der Zwischenzeit sind auch zwei Vektorimpfstoffe zugelassen worden. Sie basieren auf Erkältungsviren, die genetisch so verändert sind, dass sie Menschen nicht gefährden. Die Erkältungsviren dienen als Transportmittel (Vektor) für Teile des Erbgutes von Coronaviren. So kann die menschliche Immunabwehr für echte Coronaviren trainieren.  

Die mRNA-Impfstoffe sind sehr wirksam. Sie schützen zu etwa 95 Prozent vor einer Erkrankung durch Coronaviren. Wenn eine geimpfte Person mit Coronaviren in Kontakt kommt, wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit gesund bleiben.

Wenn die Vektorimpfstoffe in der richtigen Dosierung verabreicht werden, erreichen sie eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent.

Studien haben belegt, dass beim Vektorimpfstoff von AstraZeneca zunächst die halbe Impfstoffdosis injiziert werden sollte. Bei der Folgeimpfung kommt die volle Dosis zur Anwendung. Das bietet die höchste Wirksamkeit. Im Durchschnitt ist dieser Vektorimpfstoff zu rund 80 Prozent wirksam.

Der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson entwickelt mir nur einer Impfung ebenfalls eine Schutzwirkung von circa 70 Prozent gegen Coronaviren.   

In Deutschland sind aktuell zwei mRNA-Impfstoffe und zwei Vektorimpfstoffe zugelassen. Einer der mRNA-Impfstoffe stammt von dem deutschen Impfstoffhersteller Biontec, zusammen mit US-Pharmakonzern Pfizer. Der andere zugelassene mRNA-Impfstoff kommt vom amerikanischen Unternehmen Moderna. Die zugelassenen Vektorimpfstoffe werden vom britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca und dem amerikanischen Pharmaziehersteller Johnson & Johnson produziert.

Die mRNA- und Vektorimpfstoffe sind für Erwachsene erprobt und zugelassen worden. Der Impfstoff von Biontec/Pfizer ist bisher als einziger auch für Kinder ab 12 Jahren zugelassen.  

Der Vektorimpfstoff von AstraZeneca ist durch die EU-Kommission für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen worden. Aufgrund schwerer, aber seltener Erkrankungen (Hirnvenenthrombosen) bei jüngeren Menschen in Deutschland, empfiehlt die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut die Impfung nur für über 60-Jährige. Sie können sich weiterhin mit AstraZeneca impfen lassen. Bei Menschen unter 60 Jahren ist die Impfung mit AstraZeneca aktuell ausgesetzt. (Stand: 31.03.2021).

Der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson ist von der EU-Kommission ebenfalls für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen worden.

Impfstoff -- Hersteller -- Altersfreigabe ab ...

mRNA -- Biontec/Pfizer -- 12 Jahren

mRNA -- Moderna -- 18 Jahren

Vektor -- AstraZeneca -- 18 Jahren

Vektor -- Johnson & Johnson -- 18 Jahren

Den besten Schutz bei den mRNA-Impfstoffen bieten zwei Impfungen im Abstand von drei bis sechs Wochen. Auch beim Vektorimpfstoff von AstraZeneca sind zwei Impfungen vorgesehen. Die Termine können neun bis zwölf Wochen auseinanderliegen.

Beim Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson ist eine Impfung ausreichend, um wirksam geschützt zu sein. 

Die erste Impfung verschafft Ihnen einen grundsätzlichen Schutz. Das Immunsystem bildet langsam Antikörper. Die zweite Impfung wirkt wie ein Booster für das Immunsystem, das dann auf Hochtouren Coronaviren bekämpfen kann.

Beim Impfstoff von Johnson & Johnson genügt eine Impfung, um zuverlässig geschützt zu sein. Er setzt einen anderen Trägerwirt ein als der Impfstoff von AstraZeneca.  

Die in Deutschland zugelassenen mRNA-Impfstoffe von Biontec/Pfizer und Moderna sind in etwa gleich gut wirksam. Auch die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson schützen effizient. Der Impfstoff aus der ersten Impfung muss auch bei der zweiten Impfung verabreicht werden.

Seit dem 31. März werden nur noch Menschen über 60 Jahren mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft. Die Experten der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut haben diesen Schritt empfohlen. In seltenen Fällen sind bei jüngeren Menschen, nach der Impfung mit AstraZeneca, Erkrankungen aufgetreten: Hirnvenenthrombosen. Da diese Erkrankungen für Betroffene schwerwiegend sind, streben die Experten weitere Untersuchungen der Zusammenhänge an. Bei Menschen über 60 Jahren ist diese Erkrankung bislang nicht aufgetreten.

Alle vier zugelassenen Impfstoffe werden Erwachsenen verabreicht. Der Impfstoff von Biontec/Pfizer ist für Jugendliche und Kinder ab 12 Jahren freigegeben.

Die Experten des Robert Koch-Instituts raten von einer Impfung ab, wenn Allergien gegenüber den Inhaltsstoffen bekannt sind.  

Seit dem 31. März werden nur noch über 60-Jährige mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft. Alle bislang gesammelten Erfahrungen zeigen, dass AstraZeneca bei älteren Menschen sehr wirksam und verträglich ist. AstraZeneca an jüngere Menschen nicht zu impfen, ist eine Vorsichtsmaßnahme. Diese Entscheidung beruht auf einer medizinisch-wissenschaftlichen Empfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut.

 

Im zeitlichen Zusammenhang mit verabreichten Impfungen von AstraZeneca ist es bei jüngeren Menschen zu Hirnvenenthrombosen (Blutgerinnseln im Gehirn) - überwiegend bei Frauen unter 55 Jahren - gekommen. Diese Erkrankung tritt nur sehr selten auf, ist aber für Betroffene schwerwiegend.

 

Die Zusammenhänge zwischen Erkrankung und Impfung werden aktuell näher untersucht.

 

Für Corona-Impfungen gilt laut Experten weiterhin: Alle zugelassenen Impfstoffe verhindern schwere Krankheitsverläufe, Todesfälle und die Überlastung der Intensivstationen. 

Seit dem 19. März wird in den Impfzentren wieder mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft. AstraZeneca kurz nicht zu impfen, ist eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Das Bundesministerium für Gesundheit hatte die Impfungen mit AstraZeneca vorsorglich gestoppt. Diese Entscheidung beruhte auf einer medizinisch-wissenschaftlichen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts. Dieses Institut ist unter anderem für die Sicherheit und Zulassung von Impfstoffen zuständig. 

Im zeitlichen Zusammenhang mit verabreichten Impfungen von AstraZeneca ist es zu einigen Hirnvenenthrombosen (Blutgerinnseln im Gehirn) - überwiegend bei Frauen unter 55 Jahren - gekommen. Die Experten der Europäischen Arzneimittel Agentur und des Paul-Ehrlich-Instituts haben diese Erkrankungen genauer untersucht, um den ursächlichen Zusammenhang mit der AstraZeneca-Impfung zu klären. 

Beide Behörden Stufen den zugelassenen Impfstoff von AstraZeneca als sicher und wirksam ein. Der Nutzen aus der Impfung übersteigt das Risiko der schweren Nebenwirkung. Auf die seltenen Fälle der Blutgerinnsel im Gehirn soll verstärkt hingewiesen werden.

Alle zugelassenen Impfstoffe verhindern schwere Krankheitsverläufe, Todesfälle und die Überlastung der Intensivstationen.  

Das lässt sich aktuell nicht genau bestimmen. Viel hängt davon ab, wie lange das Immunsystem Antikörper gegen das Coronavirus bildet. Das lässt sich durch Blutproben von Menschen bestimmen, die bereits eine Infektion mit Coronaviren durchgemacht haben. Ebenfalls ist es abhängig vom Immungedächtnis, das sich bei erneutem Kontakt mit Coronaviren aktivieren sollte. Anhaltspunkte dafür liefert aktuell die Zahl der Menschen, die erneut an Coronaviren erkranken. Ist die Zahl gering, spricht das für ein gutes Immungedächtnis. Unser Körper erinnert sich an die Coronaviren und bildet erneut Antikörper.

Der Impfstoffhersteller Biontec gibt aufgrund seiner gesammelten Daten an, dass die Impfung gegen mutierte Coronaviren hilft. Insbesondere gegen die Coronavirus-Variante B.1.1.7 (Großbritannien) ist ein ausreichender Schutz gegeben. Bei anderen mutierten Coronaviren könnte die Wirksamkeit nachlassen. Experten halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass die Impfung nicht mehr schützt. Der Impfstoff von Biontec wird überwiegend in den Impfzentren eingesetzt.

Erste Tests des Impfstoffes von Johnson & Johnson deuten darauf hin, dass er zu über 60 Prozent vor mutierten Coronaviren aus Brasilien und Südafrika schützt. Genauere Analysen laufen derzeit.  

Die mutierten Coronaviren sind ansteckender. Forscher schätzen, dass die Ansteckungsgefahr bei den drei bekannten Mutationen etwa 50-75 Prozent höher liegt.

Das Viren mutieren ist ein gewöhnlicher Vorgang. Die Coronaviren möchten sich vermehren. Deshalb legen sie Informationen über ihr Erbgut in Zellen ab. Die Zelle kopiert das Erbgut und baut Viren nach. So entstehen neue Coronaviren. In diesem Prozess kommt es regelmäßig zu "Kopierfehlern". Das Erbgut des ursprünglichen Coronavirus wandelt sich. So entsteht eine neue Variante von Coronaviren. Das ist die Mutation.  

Nach der Impfung ist es bei einigen Menschen zu leichten Schmerzen an der Einstichstelle gekommen. Das ist gleichzeitig die häufigste körperliche Reaktion auf die Impfung. Seltener haben die Geimpften über Abgeschlagenheit sowie Kopfschmerzen berichtet. In Einzelfällen ist Fieber aufgetreten.

Im zeitlichen Zusammenhang mit verabreichten Impfungen von AstraZeneca ist es in seltenen Fällen zu Hirnvenenthrombosen (Blutgerinnseln im Gehirn) gekommen. Davon sind überwiegend Frauen unter 55 Jahren betroffen. Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut empfiehlt deshalb, nur noch Menschen über 60 Jahre mit AstraZeneca zu impfen. Die Erkrankung ist bei über 60-Jährigen bislang nicht im Zusammenhang mit der Impfung aufgetreten.

Leiden Sie kurz nach der Impfung mit AstraZeneca an schweren Kopfschmerzen über mehrere Tage hinweg, sollten Sie sich zeitnah ärztlichen Rat einholen. Den Patientenservice der Kassenärztlichen Bundesvereinigung erreichen Sie unter Tel. 116 117.

Bei Impfungen treten die meisten Nebenwirkungen kurz nach der Injektion auf. Dennoch überwacht das Paul-Ehrlich-Institut zahlreiche Impfstoffe auch nach der Zulassung weiter. So werden seltene Nebenwirkungen und die Verträglichkeit des Impfstoffes langfristig überwacht. Das schützt vor Langzeitschäden. Wenn Sie eine Nebenwirkung vermuten, melden Sie diese einfach an: www.nebenwirkungen.bund.de

In Deutschland wird ein Impfstoff nur dann zugelassen, wenn er alle drei Phasen des klinischen Studienprogramms erfolgreich bestanden hat. Es gab Studien mit mehreren Tausend Probanden. Mindestens zwei Monate nach der zweiten Impfung sind die Inhaltsstoffe gut vertragen worden und sie schützen sicher. Die Teilnehmer werden die nächsten beiden Jahre weiterhin begleitet. Die Beschleunigung der Impfstoffentwicklung ist zum einen damit zu erklären, dass für sie viel Geld investiert wird und damit Studien ohne Zeitverzögerung im großen Stil durchgeführt werden können. Zum anderen überwachen und prüfen die Zulassungsbehörden die Impfstoffentwicklung so schnell es geht. Durch diese Priorisierung können die forschenden Firmen und Labore Zeit sparen und schneller von einer Prüfphase in die nächste gehen. 

Die Entscheidungen rund um den Impfstoff von AstraZeneca zeigen, dass die Zulassungsbehörden auch während des laufenden Impfprozesses achtsam sind. Auf zeitliche Zusammenhänge zwischen Impfungen und Erkrankungen wird schnell reagiert. Der Impfstoff von AstraZeneca wird seit dem 31. März nur noch an über 60-Jährige geimpft. Für sie ist der Impfstoff laut Experten sehr wirksam und verträglich.

Impfstoffe können generell allergische Reaktionen auslösen, so auch die mRNA- und Vektorimpfungen gegen Coronaviren. Für die Sicherheitseinstufung von Impfstoffen ist in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut verantwortlich. Die Experten haben auf Basis der aktuell vorliegenden Daten kein grundsätzlich erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Reaktionen bei Menschen feststellen können, die unter

- Asthma
- Neurodermitis
 -allergischem Schnupfen
- Bindehautentzündung
- Heuschnupfen
- Hausstaubmilbenallergie

leiden. Sind bei Ihnen nach vorherigen Impfungen allergische Reaktionen aufgetreten, sollten Sie sich vor der Impfung gegen Coronaviren ärztlichen Rat einholen.

Die Experten des Robert Koch-Instituts raten von einer Impfung ab, wenn bei Ihnen allergische Reaktionen gegen Inhaltsstoffe bekannt sind. 

Es gibt noch keine belastbaren Erkenntnisse zur Impfung gegen Coronaviren in der Schwangerschaft. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut die Impfung für Schwangere nicht.

Impf-Experten halten es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der stillenden Mutter einen negativen Einfluss auf den Säugling hat. Eine generelle Impfempfehlung haben bislang weder die Ständige Impfkommission noch Fachverbände für Schwangerschaft und Geburt ausgesprochen.

Aktuell nicht. Die Impfstoffe sind in Deutschland nur für Erwachsene zugelassen. Bei Kindern gibt es noch keine ausreichenden Ergebnisse darüber, wie wirksam und verträglich die Impfstoffe sind. Studien dazu laufen gerade an. 

Der Impfstoff von Biontec/Pfizer ist von der EU-Kommission für Jugendliche und Kinder ab 12 Jahren zugelassen.

Ja, das ist möglich. Bei planbaren Impfungen sollten die Termine mindestens zwei Wochen auseinanderliegen. Die Grippeschutzimpfung bietet einen zusätzlichen Schutz. Das Immunsystem wird gegenüber Coronaviren nicht negativ beeinflusst.

Grundsätzlich: Ja! Nach einer überstandenen Infektion mit Coronaviren ist der Körper für eine gewisse Zeit geschützt. Doch die Antikörper bauen sich im Blut ab. Wie lange der Körper gegen Coronaviren immun ist, kann noch nicht genau beurteilt werden. Deshalb ist eine Impfung zur Auffrischung des Schutzes sinnvoll. Die Wirksamkeit der mRNA- und Vektorimpfstoffe bleiben gegeben. Die Verträglichkeit auch. Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut empfiehlt eine Impfung gegen Coronaviren rund sechs Monate nach überstandener Infektion.