Krankengeld für Selbstständige: Gesetzlich abgesichert im Krankheitsfall

    Krankengeld-Selbstständige: Frau liegt krank im Bett

    Selbstständige und kurzzeitig wie unständig Beschäftigte können sich wie versicherungspflichtige Arbeitnehmer zum allgemeinen Beitragssatz mit gesetzlichem Krankengeldanspruch ab der siebten Woche versichern.

    Versorgt ab dem 43. Tag

    Entscheiden Sie sich für das gesetzliche Krankengeld, erhalten Sie ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit ca. 70 Prozent Ihres regelmäßigen Arbeitseinkommens. Der monatliche Beitrag liegt bei 0,6 Prozent. Dieser wird auf den ermäßigten Beitragssatz angerechnet. Dies entspricht damit dem allgemeinen Beitragssatz von 15,9 Prozent.

    Keine Wartezeiten

    Der Vorteil bei dem gesetzlichen Krankengeld ist, dass Sie keine Wartezeiten bei der Leistungsbeanspruchung haben. Sie entscheiden sich mit der Wahlerklärung für drei Jahre für diese gesetzliche Absicherung. Die Bindungswirkung bleibt auch bei einem Kassenwechsel erhalten. Wird die hauptberuflich selbstständige Tätigkeit aufgegeben bzw. sind Sie nicht mehr unständig oder kurzzeitig beschäftigt, endet die Wahlerklärung auch vor Ablauf der Mindestbindungsfrist. Nach Ablauf der Mindestbindungsfrist kann jedoch mit Wirkung zum Ende eines Kalendermonats widerrufen werden.

    Wer kann das gesetzliche Krankengeld wählen?

    • hauptberuflich selbstständig Erwerbstätige
    • unständig Beschäftigte
    • Arbeitnehmer, deren Beschäftigungsverhältnis auf einen kürzeren Zeitraum als zehn Wochen im Voraus befristet ist

    Wahl und Beginn des gesetzlichen Krankengeldes

    Die Wahl des gesetzlichen Krankengeldes erfolgt schriftlich durch entsprechende Angaben auf der Mitgliedschaftserklärung oder durch Abgabe der Wahlerklärung für das gesetzliche Krankengeld. Die Wahlerklärung wirkt:

    • bei Selbstständigen mit Beginn der Mitgliedschaft bzw. mit der Abgabe der Wahlerklärung
    • bei unständig sowie kurzzeitig Beschäftigten bei erstmaliger Abgabe der Wahlerklärung zum Beginn der Beschäftigung (Abgabe bis spätestens zwei Wochen nach Beschäftigungsbeginn)
    • in allen anderen Fällen ab dem folgenden Monat nach der Wahlerklärung

    Wenn das Mitglied am Tag der Abgabe der Wahlerklärung arbeitsunfähig ist oder zwischen dem Tag der Abgabe und des Wirksamwerdens der Wahlerklärung arbeitsunfähig wird, greift der Tarif erst am 1. Tag nach dieser Arbeitsunfähigkeit. Frühestens jedoch zum Beginn des auf den Eingang der Wahlerklärung folgenden Monats.

    Höhe und Dauer des Krankengeldanspruchs

    Das Krankengeld beträgt grundsätzlich 70 % des regelmäßigen Arbeitsentgelts bzw. Arbeitseinkommens. Erzielen hauptberuflich Selbstständige ein Negativeinkommen oder ein Arbeitseinkommen unterhalb der Mindestbemessungsgrundlage wird Krankengeld nicht bzw. nur bis zur Höhe des tatsächlichen Arbeitseinkommens gezahlt. 

    Zu einer Kürzung des Krankengeldes kann es kommen, wenn während der Arbeitsunfähigkeit weiterhin Arbeitseinkommen erzielt wird. Dies kann zum Beispiel durch angestellte Arbeitnehmer oder laufende Beteiligungen erfolgen. Sind die weiterhin erzielten Gewinne höher als das berechnete Krankengeld, ruht dieses vollständig.

    Anspruch auf Krankengeld besteht während der Mitgliedschaft zeitlich unbegrenzt. Für den Fall der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit jedoch für längstens 78 Wochen innerhalb von je drei Jahren, gerechnet vom Tage des Beginns der Arbeitsunfähigkeit. 

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