Organspende: Leben retten

    Organspende: Organspendeausweis im Portemonai

    Rund 12.000 Menschen in Deutschland warten auf ein lebensnotwendiges Spenderorgan. Doch nur ca. 4.000 Organe werden pro Jahr transplantiert, da es keine ausreichenden Organspenden gibt. Dabei kann jeder durch Krankheit oder Unfall schnell selbst in die Situation kommen, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein.

    Organspende ist ein sehr persönliches Thema, zu dem jeder seine eigene Haltung finden sollte. Der Gesetzgeber hat den Krankenkassen die Aufgabe übertragen, Sie dabei mit gezielten Informationen im Turnus von 2 Jahren anzuschreiben und so bei Ihrer Entscheidung zu unterstützen. Alle wesentlichen Informationen haben wir auch hier für Sie zusammengestellt.

    Wichtig zu wissen

    Weder wir als Krankenkasse noch eine andere Institution speichert personenbezogene Daten zur Organspende-Bereitschaft. Allein der Organspendeausweis, der sich in Ihren Unterlagen befindet, gibt Auskunft darüber, ob und was Sie spenden möchten.

    Der Organspendeausweis verschafft Klarheit

    Mit einem Organspendeausweis regeln Sie Ihre Organspende eindeutig und unmissverständlich selbst:

    • Sie können Ihr Einverständnis zur Organspende generell erteilen.
    • Sie können es auf bestimmt Organe oder Gewebe beschränken.
    • Sie können einer Organspende widersprechen.

    Zudem können Sie eine vertraute Person angeben, die im Ernstfall benachrichtigt werden soll. Ihr Spenderausweis wird an keiner offiziellen Stelle registriert oder hinterlegt. Sie können daher jederzeit Ihre Meinung ändern und einen neuen Ausweis ausfüllen. Am besten bringen Sie den Ausweis bei Ihren Personalpapieren unter. Kommt es zum Unfall, ist das der erste Ort, wo nachgeschaut wird.

    Organspendeausweis bestellen

    Unter der Rufnummer der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 0 800/90 40 400  können Sie kostenfrei montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr Ihre Fragen zur Organspende stellen.

    Organspendenausweis im BIGtionär verbuchen

    Bei unserem Bonusprogramm bekommen Sie 10 Euro für Ihren ausgefüllten Ausweis.

    Wann ist eine Organspende möglich

    Eine Organspende ist nur bei Menschen möglich, deren Hirnfunktionen bereits erloschen sind (Hirntod), aber das Herz-Kreislauf-System noch künstlich aufrechterhalten wird (Lebendspender ausgenommen). In der Regel tritt allerdings der Herzstillstand vor dem Hirntod ein, so dass nur ein geringer Anteil der Verstorbenen als Organspender in Frage kommt. Jährlich sterben rund 400.000 Menschen, nur bei ca. einem Prozent tritt der Hirntod vor dem Herzstillstand ein, so dass eine Organspende möglich ist.

    Hinweis über Vorerkrankungen

    Wichtig ist auch der Gesundheitszustand des Spenderorgans. Um das festzustellen, wird bei einem hirntoten Menschen, der sein Einverständnis zur Organspende erteilt hat, das Organ vor der Entnahme untersucht. Sie müssen keine Untersuchung zu Lebzeiten durchführen. Nur ein Hinweis über bereits bekannte Vorerkrankungen wie z.B. Krebs sollten im Ausweis unter Hinweise vermerkt werden.

    Gesetzliches rund um die Organspende

    Im Transplantationsgesetz sind alle Vorschriften und gesetzlichen Regelungen festgeschrieben, die rund um die Organspende und Transplantation relevant sind. Beispielsweise ist eine Organspende erst dann möglich, wenn zwei erfahrene Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod festgestellt haben. Dabei dürfen sie weder an der Organentnahme noch an der Übertragung beteiligt sein.

    BIGspot: Organspende

    Organspende - Wie wichtig Organspende sein kann, merkt man erst, wenn jemand im näheren Umkreis auf eine Spende angewiesen ist. Michael und Heike denken auch erst darüber nach, seitdem Karsten eine Spenderniere braucht. Soll sich Heike einen Spenderausweis zulegen? Gibt es nicht schon genug Spender? Welche Organe werden wann entnommen? Kann man sich auch wieder umentscheiden?

    BIG auf YouTube, transcript (TXT, 3,91 kB)

    Mehr Infos zum Hören

    Katharina Heuing von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Interview

    MP3, 4,30 MB, transcript (TXT, 5,27 kB)

    Fragen zum Thema

    Gibt es eine Altersgrenze für die Organspende?

    Nein. Entscheidend ist das biologische und nicht das kalendarische Alter. Ob gespendete Organe für eine Transplantation geeignet sind, kann erst im Fall einer tatsächlichen Spende medizinisch geprüft werden.

    Welche Vorerkrankungen schließen eine Organspende generell aus?

    Eine Organentnahme ist grundsätzlich ausgeschlossen, wenn bei der oder dem Verstorbenen ein positiver HIV-Befund vorliegt. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärzte. Sofern eine Krankheit bekannt ist, sollte auf dem Organspendeausweis im Feld "Platz für Anmerkungen/Besondere Hinweise" diese auch notiert werden.

    Wer bekommt meine Organe?

    Das kann im Voraus nicht gesagt werden. Je ähnlicher die Merkmale von Spender und Empfänger sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass nur geringe Abstoßungsreaktionen auftreten. Es gibt eine gemeinsame Warteliste des Verbundes von Eurotransplant, dem neben Deutschland Belgien, Kroatien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich und Slowenien angeschlossen sind. Das erleichtert die Ermittlung der optimalen Empfängerinnen und Empfänger.

    Ist es möglich, Organe und Gewebe zu spenden, wenn man noch am Leben ist?

    Ja, allerdings gilt das nur für die Niere und – seltener – einen Teil der Leber. Eine gesunde Person kann mit nur einer Niere ein vollkommen normales Leben führen. Dennoch muss eine Lebendspende sehr sorgfältig abgewogen werden. Wie jede andere Operation stellt eine Organentnahme für den Spender ein medizinisches Risiko dar.

    Wann kommt eine Lebendspende in Frage?

    Erlaubt sind Lebendspenden von Organen nur unter Verwandten ersten oder zweiten Grades, zum Beispiel Eltern und Geschwistern, unter Ehepartnern, Verlobten oder unter Menschen, die sich persönlich sehr nahe stehen.

    Woher bekommt man einen Organspendeausweis?

    Alle Versicherten der BIG ab 16 Jahren haben den Ausweis erhalten. Alternativ kann man sich einen Ausweis hier herunterladen: www.organspende-info.de oder der beim Infotelefon Organspende unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 / 90 40 400 anfordern. 

    Muss man den Spenderausweis ständig bei sich tragen?

    Das ist sinnvoll, am besten beim Personalausweis. Wer das nicht möchte, sollte auf jeden Fall eine Person seines Vertrauens über seine Entscheidung informieren und sagen, wo der Organspendeausweis zu finden ist.

    Kann man im Organspendeausweis bestimmte Organe und Gewebe von einer Spende ausschließen?

    Ja, man hat fünf verschiedene Wahlmöglichkeiten im Organspendeausweis. So kann man der Organ- und Gewebespende generell zustimmen, einzelne Organe oder Gewebe von einer Spende ausschließen oder nur bestimmte Organe und Gewebe für eine Spende zur Verfügung stellen, die Organ- und Gewebespende generell ablehnen oder die Entscheidung auf eine Person seines Vertrauens übertragen.

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