Weißdorn

Weißdorn: So hilft das Heilkraut gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden

Gegen viele Beschwerden ist ein Kraut aus der Pflanzenapotheke gewachsen. Etwa gelten die Blätter und Blüten des Weißdorns als Heilmittel gegen Herzschwäche und Kreislaufprobleme. Die Wirkung ist inzwischen durch Studien belegt.

Das Heilkraut Weißdorn wächst als Strauch oder kleiner Baum in Mitteleuropa. Das Heilkraut hat spitze Dornen und gehört zu den Rosengewächsen. Sein Erkennungszeichen: Die weißen Blüten, die sich ab Mai in ihrer vollen Pracht zeigen und die leuchtend roten Beeren, die im September und Oktober reif sind. Die medizinische Wirkung steckt in beiden – und auch in den Blättern des Weißdorns. Wo Sie ihn finden? Meist an sonnigen Plätzen an Waldrändern, in Hecken oder Eichen- und Auwäldern.

Pflanzen-Lexikon: Welche Wirkstoffe stecken im Weißdorn?

Weißdorn enthält Flavonoide – die viele kennen, weil sie auch in Rotwein vorkommen. Diese Pflanzenstoffe schützen den Körper vor freien Radikalen, die Zellen schädigen. Flavonoide haben also eine zellschützende Wirkung. Dadurch sind sie gut für die Herzgesundheit, lindern Entzündungen und senken den Blutdruck. Außerdem stecken in der Heilpflanze Mineralstoffe wie Calcium, Natrium und Kalium. Diese regulieren den Blutdruck und den Flüssigkeitshaushalt und sind wichtig für die Muskel- und Nervenfunktionen. Ebenfalls enthalten: Vitamin C, das unser Immunsystem stärkt.

Kräuterapotheke: Hilft Weißdorn wirklich?

Laut der traditionellen Kräuterheilkunde hilft Weißdorn bei Herz-Kreislauf-Beschwerden – vor allem, wenn sie altersbedingt sind. Denn es soll die Durchblutung der Herzkranzgefäße verbessern. Inzwischen haben wissenschaftliche Studien (beispielsweise der Universität Freiburg) die Wirkung von Weißdorn-Extrakt bestätigt.

Wie Weißdorn hilft? Die pflanzlichen Wirkstoffe (Flavonoide) regen die Produktion von Stickstoffmonoxid an und verhindern, dass es schnell abgebaut wird. Stickstoffmonoxid erweitert die Gefäße und verbessert dadurch die Schlagkraft des Herzens – Herzkranzgefäße und Herzmuskel werden also besser durchblutet. Auch Kreislaufbeschwerden nehmen ab. Allerdings tritt die Wirkung nicht sofort ein. Wie viele andere Heilkräuter entfaltet der Weißdorn seine Kräfte erst, wenn Sie Ihn über Wochen oder sogar Monate regelmäßig einnehmen.

Wichtig: Weißdorn ersetzt keine schulmedizinische Therapie. Das Kraut unterstützt lediglich eine Behandlung oder wird vorsorglich eingenommen. Nebenwirkungen treten normalerweise nicht auf – sprechen Sie bei Herzproblemen dennoch mit Ihrem Arzt, bevor Sie das Heilkraut zu sich nehmen.

Wege zum Weißdorn: Selbst sammeln oder kaufen?

Das Heilkraut gibt es als Dragee, Tinktur oder Extrakt aus der Apotheke. Oder Sie sammeln es selbst:

Weißdornblätter und Blüten sammeln:

  • Die beste Zeit ist im Mai und Juni.
  • Trocknen Sie die gesammelten Blätter und Blüten, um sie später als Kräutertee zu trinken.
  • Alternativ verwenden Sie die frischen Blätter und Blüten für einen Aufguss.
  • Bewahren Sie die getrockneten Blätter und Blüten gut verschlossen auf – so bleiben die Wirkstoffe aktiv.
  • Innerhalb eines Jahres sollten Sie das getrocknete Kraut aufbrauchen.
  • Die Blütenknospen und jungen Blätter schmecken wunderbar in Salaten oder leicht angedünstet als Gemüsebeilage.

Weißdornbeeren sammeln:

  • Die essbaren, roten Beeren sind im September und Oktober reif.
  • Vorsicht: Nicht mit giftigen Vogelbeeren verwechseln!
  • Pur schmecken sie eher mehlig. Als Marmelade, Kompott, Saft oder Sirup entfalten sie ein angenehm süß-saures Aroma.
  • Die Beeren passen hervorragend zu Holunderbeeren, Quitten oder Sanddorn.
  • Weißdornbeeren lassen sich auch trocknen und als Topping für Porridge oder als gesunden Snack genießen.

Weißdorntee zubereiten – so funktioniert‘s

Zutaten für eine Tasse Tee:

  • 2 Teelöffel getrocknete Weißdornblüten und Blätter
  • 250 ml kochendes Wasser
  • etwas Honig oder süßen Sirup (zum Beispiel Holunder)

Zubereitung:

  • Die Teemischung mit dem Wasser aufbrühen und ungefähr 15 Minuten ziehen lassen.
  • Den Tee durch ein Sieb geben.
  • Nach Belieben süßen.

Weißdorn-Tinktur selbst herstellen:

  • Ein Schraubglas halb voll mit getrockneten Blüten, Blättern und frischen Beeren des Weißdorns füllen. Die Blätter zuvor etwas zerkleinern und die Beeren leicht andrücken.
  • Das Glas mit 40-prozentigem Alkohol auffüllen.
  • Den Behälter gut verschließen und eine Minute kräftig schütteln.
  • Das Gemisch zwei Wochen ziehen lassen und immer wieder schütteln.
  • Dann die Tinktur durch ein feines Sieb geben und in dunkle Fläschchen abfüllen.

Heilkräuter und Heilpflanzen sind Arzneimittel aus der Natur. Deren Blüten, Blätter, Wurzeln, Sprossteile, Früchte oder Beeren lindern Krankheiten und Beschwerden. Und das bereits seit der Antike. Heute kennen wir etwa 3.000 Heilpflanzen – aus etwa 500 von ihnen werden pflanzliche Arzneimittel hergestellt.
Viele Arzneimittel aus der Schulmedizin basieren auf Pflanzenextrakten. Und auch dort kommen rein pflanzliche Arzneimittel nach wie vor zum Einsatz: zum Beispiel Johanniskraut gegen depressive Verstimmungen oder Mönchspfeffer bei Regelschmerzen. Daneben gibt es auch Heilpflanzen, deren Wirksamkeit nicht eindeutig bewiesen ist.
Was viele nicht wissen: Pflanzliche Medikamente können Wechselwirkungen mit chemischen Arzneimitteln haben – deshalb sollten Sie die Einnahme immer mit Ihrem behandelnden Arzt abklären.