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Hitzeschutz-Maßnahmen für Arbeit in Gebäuden

Der bauliche Zustand der Betriebsgebäude kann im Sommer darüber entscheiden, ob und wie dort gearbeitet werden kann. Schwerpunkte sind die Gebäude-Isolierung, die Kühlbarkeit sowie der die Verschattung von Fensterflächen.
Junger indischer Mann sitzt erschöpft am Laptop und reibt sich die Augen

Inhalt

An sehr heißen Tagen gibt es Maßnahmen, die in Gebäuden getroffen werden können. 

Technische Lösungen

In Gebäuden sind technische Lösungen die erste Wahl. Beschattungsanlagen, UV-Filterfolien, intelligente Belüftungssysteme und Ventilatoren bzw. Klimageräte können die Hitzebelastung erheblich reduzieren. Eine klimagerechte Raumgestaltung durch Verkleinerung der Glasflächen, bauliche Maßnahmen oder bepflanzte Dachflächen zahlt sich langfristig aus. 

Bei der Wahl der Materialien in den Innenräumen sollte darauf geachtet werden, dass auch bei höheren Raumtemperaturen oder direkten Sonneneinstrahlung keine chemischen Dämpfe austreten und insbesondere Kunststoffgegenstände keine Materialschwächen zeigen. Auch die Isolierung insbesondere des Daches sollte überprüft werden, da sich Gebäude hier besonders stark aufheizen können.

Organisatorischer Hitzeschutz

Wenn technische Maßnahmen nicht ausreichen oder nicht realisierbar sind, müssen organisatorische Lösungen ergriffen werden. Dazu gehören angepasste, flexible Arbeits- und Pausenzeiten oder die Verlegung des Arbeitsortes in kühlere Bereiche. Bei der Planung des Personaleinsatzes sollten Art und Länge des Weges zu und von der Arbeit berücksichtigt werden. Mitarbeitende mit langen Anfahrtswegen können bevorzugt im Home-Office bzw. an wohnortnahen Arbeitsplätzen eingesetzt werden, in einer örtlichen Filiale statt in der entfernteren Zentrale arbeiten oder abweichende Arbeitszeiten zugewiesen bekommen. 

Hitze macht aggressiv

Auch bei der Auslastung von Büroräumen kann der Temperatur Rechnung getragen werden. So kann beispielsweise an besonders heißen Tagen vermehrt Home-Office angeboten werden, um die Personenzahl im Raum zu verringern. Denn Arbeit bei Hitze in Gemeinschaftsbüros lässt nicht nur die Temperatur steigen. Durch schlechteren Schlaf und körperliche Erschöpfung steigt oft auch die Aggressivität gegenüber Kollegen – und Kunden. 

Eine digitale Raumtemperaturüberwachung kann – beispielsweise vor Arbeitsbeginn – automatische Warnmeldungen zur Entwicklung der Raumtemperatur übermitteln und bei der Planung der Raumauslastung helfen. 

Hilfreich ist, eine Betriebsvereinbarung zum Hitzeschutz abzuschließen, damit die Handlungsoptionen bekannt sind – etwa „an Tagen mit einer zu erwartenden Außentemperatur von mind. 30°C ist Home-Office-Tätigkeit ohne Rücksprache zugelassen“.

Mitarbeitenden, die regelmäßig oder sogar ausschließlich im Home-Office arbeiten, sollten die gleichen technischen Schutz- und Kühlmaßnahmen ermöglicht werden wie Mitarbeitenden in Betriebsgebäuden.