Kennst du das?
Du bist erkältet und kannst nur noch krächzen? Gut möglich, dass sich eine akute Kehlkopfentzündung (Laryngitis) auf den Virusinfekt draufgesetzt hat. Hierbei gesellen sich zu Erkältungssymptomen wie Halsschmerzen noch Heiserkeit, Räusperzwang oder gar Stimmverlust. Dann heißt es: Stimme schonen! In der Regel heilt die entzündete Schleimhaut des Kehlkopfs dann mit den anderen Erkältungssymptomen ab. Wer nicht kürzer tritt, riskiert, dass die Entzündung chronisch wird.
Welche Symptome verursacht eine Kehlkopfentzündung?
Zuerst spürst du ein unangenehmes Kratzen, Brennen oder ein trockenes Fremdkörpergefühl tief in deinem Rachen. Kurz darauf verändert sich deine Stimme: Sie klingt plötzlich belegt, deutlich tiefer oder extrem heiser. Im schlimmsten Fall verlierst du deine Stimme für ein paar Tage sogar komplett. Ein quälender, trockener Reizhusten und Schmerzen beim Schlucken oder Sprechen begleiten diese Phase oft. Auch direkt an der Vorderseite des Halses, direkt auf Höhe des Kehlkopfes, können Schmerzen auftreten. Manche Betroffene verspüren auch ein Druckgefühl, das bis in den Rachen ausstrahlen kann. Da meistens ein viraler Infekt hinter der Entzündung steckt, fühlst du dich insgesamt schlapp, matt und abgeschlagen. Manchmal kommt auch leichtes Fieber dazu.
Wenn Heiserkeit oder gar Stimmverlust länger als drei Wochen anhalten, sprechen Mediziner von einer chronischen Kehlkopfentzündung. Hier brennt der Hals meistens nicht mehr akut, aber du musst dich ständig räuspern. Nun solltest du auf jeden Fall zum Arzt gehen. Nicht nur, weil hinter längerfristigen oder wiederkehrenden Symptomen einer chronischen Kehlkopfentzündung auch eine bösartige Kehlkopf-Erkrankung stecken kann.
Kehlkopfentzündung - wann gefährlich?
Bei Säuglingen und Kleinkindern kann eine Kehlkopfentzündung als Pseudokrupp auftreten. Da deren Atemwege noch sehr eng sind, sorgt die geschwollene Schleimhaut dann für echte Atemnot. Bei plötzlich einsetzendem bellendem Husten oder pfeifenden Atemgeräuschen: Kind aufsetzen und für kalte, feuchte Luft sorgen – beispielsweise vor den geöffneten Kühlschrank. Bei akuter Atemnot ruf sofort den Notarzt unter der 112!
Wie entsteht eine Kehlkopfentzündung?
Eine akute Kehlkopfentzündung kann Menschen jeden Alters treffen. Sie wird fast immer durch eine Virusinfektion des Nasen-Rachen-Raumes ausgelöst. Meist sind das ganz normale Erkältungsviren, aber auch Influenza-Viren oder das Corona-Virus können eine Kehlkopfentzündung auslösen. Deswegen ist eine akute Kehlkopfentzündung auch potenziell ansteckend. Die Viren befallen die Schleimhäute der oberen Atemwege und greifen dann auf den Kehlkopf über. Die Stimmlippen schwellen an und können nicht mehr richtig schwingen. Jede starke Belastung führt dazu, dass sie aneinander reiben und kleine Verletzungen entstehen können. Dadurch heilt die Schleimhaut langsamer und das Risiko für länger anhaltende Heiserkeit steigt.
Woher kommt die chronische Kehlkopfentzündung?
Wenn du eine akute Entzündung „verschleppst“, also nicht richtig auskurierst, kann es passieren, dass sich Luftröhre oder Rachen entzünden und die Kehlkopfentzündung chronisch wird. In den meisten Fällen liegt der chronischen Kehlkopfentzündung aber kein akuter Infekt zugrunde. Neben einer übermäßigen Belastung der Stimme können auch Rauchen oder Schadstoffe in der Atemluft dafür sorgen, dass dein Kehlkopf dauerhaft entzündet ist. Auch eine falsche Stimmtechnik oder eine eingeschränkte Nasenatmung durch chronischen Schnupfen oder Nasennebenhöhlenentzündungen führen mitunter zur chronischen Kehlkopfentzündung.
Wie wird eine Kehlkopfentzündung diagnostiziert?
Du fragst dich, welcher Arzt dein erster Ansprechpartner bei einer Kehlkopfentzündung sein sollte? Geh in deine Hausarztpraxis. Dort wird ein Blick in deinen Rachen geworfen und dein Hals abgetastet. Bei Verdacht auf eine chronische Kehlkopfentzündung wirst du an einen HNO-Arzt überwiesen. Dieser wird womöglich deinen Kehlkopf mit einem Endoskop von innen betrachten. Mit dieser Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) lassen sich entzündliche Veränderungen an der Schleimhaut genau feststellen. In der Regel verläuft das ambulant und schmerzfrei, da Nase und Rachen mit einem Spray oder Gel örtlich betäubt werden.
Wie wird eine Kehlkopfentzündung behandelt?
Damit eine akute Kehlkopfentzündung ausheilen kann, ist es besonders wichtig, deine Stimme zu schonen. Idealerweise sprichst du so wenig wie möglich beziehungsweise gar nicht. Stimmruhe nennen Mediziner das. Flüstern ist dagegen keine gute Idee, da dies die Stimmlippen stark belastet. Achte auch darauf, ausreichend Wasser oder Tee zu trinken, um die Kehlkopfschleimhaut feucht zu halten. Bei einer Kehlkopfentzündung helfen am besten Tees mit reizmildernden Schleimstoffen (z.B. Eibischwurzel, Malve und Spitzwegerich) oder entzündungshemmenden Eigenschaften wie Kamille. Trinke sie ungesüßt und lauwarm, da zu heißer Tee den ohnehin stark gereizten Kehlkopf zusätzlich belastet. Vielen Betroffenen helfen auch erkältungstypische Hausmittel wie warme Halswickel oder Inhalationen mit heißem Wasserdampf.
Begleitende Maßnahmen
Selbstredend solltest du während dieser Zeit auf entzündungsfördernde Stoffe wie Alkohol und Nikotin verzichten und verrauchte Räume meiden. Wenn scharfe Speisen deine Beschwerden verstärken, solltest du während der akuten Phase ebenfalls auf sie verzichten. Lüfte regelmäßig und sorge für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in deinen Wohnräumen. Bei einer optimalen Schonung beruhigen sich die Stimmlippen nach etwa drei bis sieben Tagen spürbar. Nach zwei bis drei Wochen hast du deine normale Stimme im Regelfall wieder zurück.
Bei einer chronischen Kehlkopfentzündung müssen neben diesen Maßnahmen zudem die jeweiligen Auslöser gemieden werden. Bei einer chronischen Überlastung der Stimme kann zusätzlich eine logopädische Therapie helfen.
Kehlkopfentzündung: Welches Schmerzmittel oder Medikament hilft?
Bei Schmerzen oder Fieber kannst du Medikamente mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen nehmen. Auch schleimlösende Medikamente können bei zähem Schleim individuell eingesetzt werden, ihr Nutzen ist jedoch begrenzt. Hustenstiller kommen nur bei starkem trockenem Reizhusten in der Nacht infrage. Bei ausgeprägter Kehlkopfschwellung oder starker stimmlicher Belastung bekommst du eventuell sogar Kortison. Antibiotika dagegen machen keinen Sinn, da eine Kehlkopfentzündung in der Regel durch Viren verursacht wird.
Wie kannst du einer Kehlkopfentzündung vorbeugen?
Da die Kehlkopfentzündung meist die Folge einer klassischen Erkältung ist, schützt dich eine gute Infektionshygiene am besten: Regelmäßiges Händewaschen, gut durchlüftete Räume und Abstand zu erkrankten Personen reduzieren dein Ansteckungsrisiko. Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung an der frischen Luft stärken dein Immunsystem. Auch wenn du als Raucher das jetzt nicht gerne hörst: Der Verzicht auf Tabakrauch ist der größte Gefallen, den du deinem Kehlkopf tun kannst. Denn Nikotin (auch Passivrauchen) reizt die Atemwege massiv und begünstigt akute und chronische Entzündungen. Falls du häufig unter Sodbrennen leidest: lass es ärztlich abklären beziehungsweise behandeln.
Achtung bei diesen Berufen
Musst du beruflich sehr viel sprechen, gönne deiner Stimme regelmäßige Pausen. Trinke während langer Gespräche immer wieder kleine Schlucke Wasser. Wenn du merkst, dass deine Stimme ermüdet, versuche nicht mit erhöhtem Kraftaufwand dagegenzureden. Ein professionelles Stimmtraining (Logopädie) kann dir dabei helfen, eine gesunde Atem- und Sprechtechnik zu erlernen, die deinen Kehlkopf dauerhaft entlastet. Bei der Arbeit mit Staub, chemischen Dämpfen oder Lösungsmitteln schütze dich mit einer Atemschutzmaske, damit die aggressiven Partikel gar nicht erst bis zu deinen Stimmlippenn vordringen können.
Oft gestellte Fragen zur Kehlkopfentzündung
Quellen
- gesund.bund.de:Akute Kehlkopfentzündung
- aponet.de:Kehlkopfentzündung: Symptome, Behandlung und Tipps
- Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK):Kehlkopfentzündung
Medizinisch geprüft von: Vita Health Media