Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. In Deutschland erhalten jedes Jahr zehntausende Frauen – und einige hundert Männer – die Diagnose Brustkrebs. Statistisch gesehen erkrankt ungefähr jede achte bis zehnte Frau im Laufe ihres Lebens an einem so genannten Mammakarzinom. Das klingt erst einmal beunruhigend. Gleichzeitig haben sich Früherkennung, Brustkrebs-Diagnose und Brustkrebs-Behandlung in den letzten Jahren deutlich verbessert.
Was ist Brustkrebs?
Unter Brustkrebs versteht man einen bösartigen Tumor, der in den Milchgängen und Drüsenläppchen der Brust entsteht. Einzelne Zellen geraten außer Kontrolle, teilen sich immer weiter, verdrängen nach und nach das gesunde Gewebe und dringen in benachbartes Gewebe ein.
Wichtig ist die Unterscheidung zu gutartigen Veränderungen. In der Brust treten häufig Zysten oder gutartige Knoten auf. Sie können sich ähnlich anfühlen wie ein Brustkrebs-Knoten, verhalten sich biologisch aber anders: Sie wachsen langsamer, streuen nicht in andere Organe und sind nicht lebensbedrohlich. Allein durch Tasten oder Anschauen lässt sich jedoch oft nicht sicher sagen, ob ein Knoten gut- oder bösartig ist. Für eine verlässliche Einschätzung braucht es bildgebende Verfahren und – bei Verdacht – eine Gewebeprobe.
Brustkrebs betrifft überwiegend Frauen, kann aber auch bei Männern auftreten. Bei Männern ist die Inzidenz, also die Zahl der Neuerkrankungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums, deutlich geringer, die Aufmerksamkeit für Veränderungen im Brustbereich jedoch oft auch.
Merksatz:
Nicht jede Veränderung ist Brustkrebs – aber jede neue oder anhaltende Veränderung gehört ärztlich abgeklärt.
Welche Brustkrebs-Symptome und Anzeichen sind typisch?
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Viele Betroffene bemerken zuerst einen neuen Knoten in der Brust:
Ein solcher Brustkrebs-Knoten kann hart oder derb wirken, manchmal klar begrenzt, manchmal eher wie eine unscharfe Verhärtung. Entscheidend ist, dass es sich um eine Veränderung handelt, die du so bisher nicht kanntest und die bestehen bleibt. - 2
Neben tastbaren Knoten gehören sichtbare Formveränderungen zu den wichtigen Brustkrebs-Anzeichen:
Wenn eine Brust unvermittelt deutlich größer, kleiner, flacher oder insgesamt asymmetrischer wirkt, sollte das ärztlich abgeklärt werden. - 3
Auch die Haut kann Signale senden:
Einziehungen, Dellen oder eine Struktur, die an Orangenhaut erinnert, zählen zu möglichen Hautveränderungen bei Brustkrebs. - 4
Veränderungen wie Ekzeme oder Rötungen der Brustwarze (Mamille) sind ebenso auffällig:
Zieht sie sich plötzlich ein, verändert sie ihre Richtung oder Form oder kommt es zu Flüssigkeitsaustritt – insbesondere blutige oder klare Flüssigkeit nur aus einer Seite – kann das ein Hinweis sein, den du ernst nehmen solltest. - 5
Zusätzlich lohnt ein Blick in die Achselhöhlen:
Vergrößerte, feste Lymphknoten auf einer Seite können mit einer Brustkrebserkrankung zusammenhängen, haben aber auch zahlreiche andere, harmlosere Ursachen.
All diese Brustkrebs-Symptome sind Warnzeichen, keine Diagnose. Viele Knoten, Asymmetrien und Hautveränderungen erweisen sich nach der Abklärung als gutartig. Der wichtigste Schritt ist daher nicht, selbst zu entscheiden, ob etwas „gefährlich“ aussieht, sondern rechtzeitig einen Termin in der ärztlichen Praxis zu vereinbaren.
Wie sieht Brustkrebs aus – kann man ihn äußerlich erkennen?
Suchanfragen wie „wie sieht Brustkrebs aus“ oder „Brustkrebs Bilder“ zeigen, wie groß der Wunsch nach visueller Orientierung ist. Tatsächlich kann ein Brusttumor sichtbare Spuren hinterlassen. Eine Brust kann deutlich an Form verlieren, die Haut kann gerötet, verdickt oder eingezogen sein, die Brustwarze kann sich verlagern oder einziehen. Solche sichtbaren Anzeichen von Brustkrebs sind ernst zu nehmen.
Genauso wichtig ist aber der Umkehrschluss: Brustkrebs ist häufig von außen gar nicht zu erkennen. Gerade in frühen Stadien, in denen die Heilungschancen besonders gut sind, zeigt sich ein Tumor manchmal nur als kleiner Knoten ohne jede Hautveränderung. Umgekehrt können eindrucksvolle Hautveränderungen durch harmlose, aber gutartige Veränderungen entstehen. Sich allein auf den Spiegel oder auf Brustkrebs-Bilder aus dem Internet zu verlassen, führt daher leicht in die Irre.
Die zentrale Botschaft lautet:
Bilder können erklären, wie Brustkrebs aussehen kann, sie können aber nicht zeigen, ob du persönlich betroffen bist. Diese Frage lässt sich nur durch eine sorgfältige Brustkrebs-Diagnose beantworten.
Ursachen und Risikofaktoren von Brustkrebs
Warum bekommt die eine Frau Brustkrebs und die andere nicht? Eine einfache Antwort gibt es meist nicht. Es gibt aber Risikofaktoren, die das Brustkrebs-Risiko erhöhen können. Die genaue Ursache einer Brustkrebserkrankung lässt sich bei den meisten Menschen nicht auf einen einzelnen Auslöser zurückführen. Stattdessen sprechen Fachleute von Brustkrebs-Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung erhöhen können.
- Zu den wichtigsten Faktoren zählt das Lebensalter Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Zellteilung Fehler auftreten.
- Hormonelle Einflüsse spielen ebenfalls eine Rolle Der Zeitpunkt der ersten Regelblutung, die Dauer der fruchtbaren Lebensphase, der Beginn der Wechseljahre und bestimmte Hormontherapien beeinflussen das Brustgewebe.
- Ein weiterer Baustein ist die familiäre Belastung Tritt Brustkrebs oder Eierstockkrebs in einer Familie gehäuft auf, kann eine erbliche Veranlagung zugrunde liegen. Dann steigt das persönliche Risiko – und es kann sinnvoll sein, sich humangenetisch beraten zu lassen und über intensivere Brustkrebs-Früherkennung nachzudenken.
- Auch der Lebensstil spielt eine Rolle Bewegungsmangel, Rauchen, ein hoher Alkoholkonsum und starkes Übergewicht werden mit einem erhöhten Brustkrebs-Risiko in Verbindung gebracht. Studien deuten darauf hin, dass ein Teil der Brustkrebs-Todesfälle durch einen gesünderen Lebensstil vermeidbar wäre. Gleichzeitig erkranken auch Menschen, die sich sehr bewusst ernähren, viel bewegen und nicht rauchen. Brustkrebs ist daher keine Frage von „Schuld“, sondern das Ergebnis vieler zusammenwirkender Faktoren.
Brustkrebs-Früherkennung: Was kannst du tun?
Brustkrebs-Früherkennung hat das Ziel, Tumoren zu entdecken, bevor sie groß werden oder Metastasen bilden.
In Deutschland übernimmt die Krankenkasse für Frauen zwischen 45 und 75 die Kosten für die Mammografie. Das ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, mit der Veränderungen im Brustgewebe sichtbar gemacht werden können. Dabei wird die Brust kurz zwischen zwei Platten zusammengedrückt und aus verschiedenen Richtungen aufgenommen. Mehr zum Mammografie-ScreeningEin weiterer Baustein der Früherkennung bist du selbst. Es geht dabei nicht darum, jede Woche ein aufwendiges Programm zu absolvieren, sondern deinen eigenen Körper gut zu kennen. Wenn dir auffällt, dass deine Brust sich anders anfühlt, dass ein neuer Knoten aufgetaucht ist oder dass sich Form, Haut oder Brustwarze verändern, ist das ein Signal. Du musst diese Beobachtung nicht alleine einordnen, sondern kannst sie mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen. Ratgeber Brustabtasten
Wichtig zu wissen:
Früherkennung verbessert häufig die Optionen für eine schonendere und erfolgreiche Brustkrebs-Behandlung. Sie ist aber keine Garantie dafür, dass keine Erkrankung entsteht. Deshalb bleibt es wichtig, auch zwischen Vorsorgeterminen aufmerksam zu bleiben. Die BIG übernimmt ab 30 Jahren die Brustkrebsvorsorge. Hier findest du alle Details.
Wie läuft die Brustkrebs-Diagnose ab?
Wenn du mit einem Verdacht oder einer auffälligen Veränderung in eine Praxis kommst, folgt die Brustkrebs-Diagnose einem strukturierten, aber auf dich zugeschnittenen Ablauf.
- 1 Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über deine Beschwerden, deine Vorerkrankungen und mögliche Krebserkrankungen in der Familie.
- 2 Danach untersucht die Ärztin oder der Arzt deine Brust und die Lymphknoten in den Achselhöhlen.
- 3 Anschließend kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Mammografie zum Einsatz:
Sie ermöglichen einen genaueren Blick in das Brustgewebe und helfen zu entscheiden, ob eine Veränderung eher gutartig wirkt oder den Verdacht auf ein Mammakarzinom nahelegt. - 4 Bleibt ein Befund unklar oder besteht ein starker Verdacht auf Brustkrebs, wird eine Gewebeprobe entnommen:
Diese Biopsie ist ein kurzer Eingriff, bei dem mit einer Hohlnadel eine kleine Menge Gewebe gewonnen und im Labor untersucht wird. Erst diese feingewebliche Untersuchung erlaubt eine sichere Aussage, ob tatsächlich ein Brustkarzinom vorliegt. Gleichzeitig werden dabei biologische Eigenschaften des Tumors bestimmt, die später für die Wahl der Behandlung eine große Rolle spielen – zum Beispiel, ob der Tumor auf Hormone reagiert oder bestimmte Zielstrukturen auf seiner Oberfläche trägt.
Behandlung von Brustkrebs: Welche Möglichkeiten gibt es?
Es gibt nicht „die eine“ Brustkrebs-Behandlung. Die Therapie wird an deine Situation angepasst. Zu den Therapiemöglichkeiten zählen eine Operation, Strahlentherapie, systemische Therapien (Antihormontherapie oder Chemotherapie) oder auch zielgerichtete Therapien. Bei der Operation wird der Tumor aus der Brust entfernt. Manchmal kann die Brust erhalten bleiben, manchmal muss sie komplett entfernt werden. Die Bestrahlung dient der Zerstörung von Tumorzellen, auch mit Medikamenten werden die Tumorzellen auf unterschiedliche Weise angegriffen. Welche Kombination aus Operation, Bestrahlung und Medikamenten für dich sinnvoll ist, entscheidet ein spezialisiertes Team gemeinsam mit dir.
Heilungschancen bei Brustkrebs
Statistisch gesehen haben sich die Aussichten in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. In vielen Ländern liegt die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate für Frauen mit Brustkrebs inzwischen über achtzig Prozent. Das bedeutet, dass der Großteil der Patientinnen fünf Jahre nach der Diagnose noch lebt – viele deutlich länger.
Diese Zahlen beschreiben allerdings immer große Gruppen. Für die individuelle Prognose spielen die Tumorart, das Erkrankungsstadium, die Ausbreitung und die biologischen Eigenschaften des Tumors genauso eine Rolle wie dein Alter, dein Allgemeinzustand und mögliche andere Erkrankungen. Eine frühe Diagnose verbessert in der Regel die Behandlungsmöglichkeiten, ist aber kein Garantieschein.
Brustkrebs beim Mann
Auch Männer können Brustkrebs bekommen – wenn auch viel seltener als Frauen. Gerade weil die Erkrankung selten ist, denken viele Männer bei einem Knoten hinter der Brustwarze zuerst an eine harmlose Schwellung und gehen nicht zum Arzt oder zur Ärztin. Die möglichen Brustkrebs-Symptome beim Mann ähneln denen bei Frauen: ein tastbarer Knoten im Brustbereich, eine neu eingezogene oder veränderte Brustwarze, sichtbare Hautveränderungen oder Ausfluss aus der Brustwarze sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Auch für Männer gilt: Ein früh entdeckter Tumor lässt sich oft besser behandeln als ein weit fortgeschrittener. Männer sollten sich bei Auffälligkeiten in zertifizierten Brustzentren vorstellen. Stellt sich ein bösartiger Tumor heraus, ist die Therapie entsprechend des weiblichen Brustkrebses.
Häufige Fragen zu Brustkrebs
Quellen
- Apotheken Umschau:Brustkrebs: Was nun?
- Gesundheitsinformation.de:Brustkrebs
- Krebsliga:Brustkrebs (Mammakarzinom)
- S3 Leitlinie Mammakarzinom:S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms
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