Stress: Kolleginnen und Kollegen diskutieren im Großraumbüro eine Projektidee

Stress: positiv und negativ

Wohl jeder kennt das Gefühl: Man ist gehetzt, gereizt, unkonzentriert oder schlicht überfordert, weil sich die E-Mails stapeln, der Verkehr sich staut oder man mit Mitmenschen im Clinch liegt. Eine Zeit lang schien Stress ein Statussymbol zu sein: Wer im Stress war, war „wichtig“. Inzwischen ist bekannt, dass Dauerstress krank macht. Aber nur negativ ist Stress deshalb noch lange nicht.

Lebensretter Stress

Im Gegenteil: Stress hat im Lauf der Evolution dafür gesorgt, dem Menschen das nackte Leben zu retten - als eine automatische Reaktion des Körpers auf bestimmte Reize wie Bedrohung. Stress setzt Energie frei und erhöht kurzfristig die Leistungsfähigkeit: Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin werden in die Blutbahn ausgeschüttet. Sie beschleunigen den Herzschlag und sorgen dafür, dass die Muskeln stärker durchblutet werden. Im Gegenzug schaltet der Stress alle – in dieser Situation – nicht so wichtigen Körperfunktionen auf Sparflamme. Die Temperatur sinkt, die Verdauung verläuft langsamer und Triebe wie Hunger und sexuelle Lust werden gehemmt.

Gefahr Dauerstress

Und genau hier liegt die Gefahr beim Dauerstress. Ist die Bedrohung oder Aktion vorbei, muss sich der Körper von der Reizüberflutung erholen. Kann er das nicht, steht er ständig Strom und die Anfälligkeit für Krankheiten steigt. Mobilisiert positiver Stress also Kraftreserven und motiviert, macht dauerhaft negativer Stress krank, blockiert und lähmt uns. Die Anzeichen und Folgen sind vielfältig:

  • körperlich (z. B. durch Kopf-, Rücken, Gliederschmerzen, Tinnitus, Herz-, Kreislauf-, Verdauungsbeschwerden und Allergien bis hin zum Herzinfarkt)
  • geistig (Konzentrationsmangel, Vergesslichkeit, abnehmende Lernbereitschaft, zunehmende Unaufmerksamkeit) Fehler und Fehlentscheidungen schleichen sich ein
  • seelisch (nachlassende Toleranz, Überforderungsgefühl, Unzufriedenheit und Ängste), bis hin zum völligen Ausgebranntsein, dem Burnout, und/oder einer schweren Depression
  • auch Süchte wie übermäßiger Alkoholkonsum und Medikamentenmissbrauch sind bei stressbelasteten Menschen häufiger anzutreffen.

Eine subjektive Angelegenheit

Ob und wann jemand Stress empfindet, ist sehr individuell. Was der eine als belastend wahrnimmt, ist für den anderen vielleicht sogar entspannend. Ob und wie wir Stress erleben, hängt im Wesentlichen von den drei Säulen des Stresses ab:

  • äußere Stressoren
  • eigene innere Bewertungen
  • individuelle körperliche Reaktionen

Der erste Schritt ist also herauszufinden, was einen persönlich negativ belastet, wie man diese Situation bewertet und darauf reagiert. Häufige Auslöser für Stress können z.B. sein: hoher Termin- und Leistungsdruck, sozial belastende Arbeitssituation, viele Tätigkeiten/Anforderungen gleichzeitig bewältigen. Auslösen können sie im eigenen Wertesystem z.B. Überforderungen, Enttäuschung, Unsicherheit oder Ängste.

Stresshormone blockieren

Wenn wir etwas negativ bewerten, blockieren Stresshormone als Folge davon auch den Nervenfaserstrang (Corpus callosum) zwischen rechter und linker Gehirnhälfte. Die Bevorzugung einer Gehirnhälfte bzw. die mangelnde Zusammenarbeit zwischen beiden Hälften hat Folgen. Trotz Leistungsbereitschaft des Körpers fühlen wir uns dann schlecht, lust- und antriebslos und können unser (geistiges) Potential nicht mehr entfalten. Unser Gesamtsystem wird auf Kampf oder Flucht eingestellt, das Denken ausgeschaltet. Was der Körper nicht weiß: Meist existiert keine reale Bedrohung, sondern nur mentaler Stress.

Dem Stress anders begegnen

Umso genauer man seine individuellen belastenden Situationen und die eigenen Reaktionsweisen kennt, desto besser kann man eigene Techniken entwickeln, um die stressige Situation für sich - soweit wie möglich - ins Positive zu ändern. Das kann bedeuten: Man ändert die gesamte belastende Situation oder verhindert sie, was natürlich nicht immer geht. Oder man versucht dem Stress anders zu begegnen und verändert die Art, wie man darauf reagiert. Einig sind sich alle Fachleute, dass negativem Stress am besten begegnet werden kann, wenn man sich jederzeit und überall entspannen sowie gelassen und positiv eingestellt reagieren kann.

Weniger Stress durch gezielte Entspannung

Eine hochwirksame und für jeden erlernbare Methode als Grundlage ist das autogene Training. Einmal erlernt und gepflegt, kann man sich jederzeit und überall entspannen! Auch Yoga ist eine gute Methode gezielt Stress abzubauen. Bewusstes Ein- und Ausatmen ist eine sehr einfache kleine Sofortmaßnahme, die man wirklich in allen lebenslagen unterbringen kann.

Mit Yoga und Co zu mehr Entspannung

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