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Du rührst morgens Kollagen-Pulver in den Kaffee für eine straffe Haut oder nimmst regelmäßig Kollagen-Kapseln ein, um deine Gelenke zu stärken? Der Trend ist überall, doch was ist Kollagen überhaupt – und wie sinnvoll sind Mittel mit Kollagen wirklich?
Was ist Kollagen und warum es so wichtig?
Kollagen ist ein sogenanntes Strukturprotein in unserem Körper und Hauptbestandteil von Haut, Knochen, Gelenken und Sehnen. Es ist das häufigste Protein im Säugetier-Organismus und macht etwa ein Viertel der gesamten Eiweißmasse des Körpers aus. Kollagen dient dem Gewebe als eine Art elastischer Klebestoff und sorgt für ein festes Bindegewebe, für eine elastische Haut und für starke Knochen, Knorpel, Gelenke, Muskeln, Faszien, Sehnen und Bänder. Kurz: Kollagen spielt eine zentrale Rolle für unsere Beweglichkeit und langfristig straffes, elastisches Gewebe.
Wie entsteht Kollagen?
Der Körper bildet Kollagen selbst, indem er Proteine aus der Nahrung zerlegt und neu zusammensetzt. Ab dem 25. Lebensjahr nimmt die körpereigene Produktion jedoch stetig ab. Die Folgen: Hautfalten werden sichtbar, Knochen werden spröder und es können eher Probleme mit Gelenken, Muskeln, Knorpeln und Sehnen auftreten. Doch auch Lebensstilfaktoren wie regelmäßige Sonnenbäder, Rauchen, hoher Alkoholkonsum sowie Schlaf- und Bewegungsmangel können die Kollagenbildung zusätzlich bremsen – und diesen Alterungsprozess beschleunigen.
Nahrungsergänzungsmittel mit Kollagen: Pulver, Kapseln, Drinks
Nahrungsergänzungsmittel mit industriell hergestelltem Kollagen – so das Versprechen der Hersteller – sollen den altersbedingten Abbau von Kollagen ausgleichen und für schöne Haut, Haare und Nägel sowie gesunde Knochen und Gelenke sorgen. Es gibt sie als Pulver, Kapseln und Trink-Ampullen. Die meisten Produkte enthalten tierisches Kollagen, das aus der Haut und Knochen von Schweinen, Rindern, Hühnern und Fischen gewonnen wird. Vegane Kollagen-Supplements gibt es inzwischen auch, sie enthalten aber kein echtes Kollagen, sondern Inhaltsstoffe, die die Kollagenproduktion im Körper anregen sollen.
Wie wird Kollagen über Nahrungsergänzungsmittel verarbeitet?
Nach der Einnahme wird das Kollagen aus den Nahrungsergänzungsmitteln im Magen-Darm-Trakt in Aminosäuren zerlegt, die dann über den Blutkreislauf in die Hautzellen und Gelenke gelangen. Diese Aminosäuren sind die Grundbausteine aller Eiweiße oder Proteine und damit in allen eiweißhaltigen Nahrungsbestandteilen enthalten. Sie werden von den Zellen des Bindegewebes zu neuen Proteinen zusammengesetzt – unter anderem auch wieder zu Kollagen. Allerdings kann nicht gesteuert werden, welche Proteine in welchem Ausmaß gebildet werden.
Einige „Studien” berichten von positiven Effekten auf Haut und Gelenke, allerdings sind viele dieser Untersuchungen entweder methodisch mangelhaft oder von den Herstellern selbst beauftragt und nicht unabhängig überprüft worden. Außerdem müssen Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel im Gegensatz zu Medikamenten die Wirkung ihrer Produkte nicht belegen. Das heißt: Es ist nicht verlässlich nachgewiesen, ob Kollagen-Präparate tatsächlich als „Anti-Aging-Mittel“ wirken.
Können Kollagen-Pulver & Co Nebenwirkungen verursachen?
Nebenwirkungen durch Nahrungsergänzungsmittel mit Kollagen sind selten. Es können Unverträglichkeiten oder Allergien auftreten – zum Beispiel bei einer Fischallergie. Manche Produkte enthalten außerdem Zusätze wie Nicotinamid bzw. Nicotinsäure (Vitamin B3), das bei empfindlichen Personen zu Gesichtsrötungen oder Hitzewallungen führen kann. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass eine insgesamt zu hohe Zufuhr von Eiweiß, wozu Kollagen zählt, zu gesundheitlichen Problemen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nierenerkrankungen führen kann. Aber grundsätzlich gelten laut Bundesinstitut für Risikobewertung fünf Gramm Kollagen pro Tag – aufgenommen über Nahrungsergänzungsmittel – als unbedenkliche Menge.
Viel wichtiger ist jedoch eine gesunde Ernährung. Wenn du dich ausgewogen und proteinreich ernährst, braucht dein Körper in der Regel kein zusätzliches Kollagen-Pulver. Kollagen kommt vor allem in Fleisch und Fisch, aber auch in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Skyr, Hüttenkäse, Nüssen und Samen vor. Für robuste Gelenke und einen gesunden Bewegungsapparat bleibt Bewegung, Gewichtsmanagement und ein insgesamt aktiver Lebensstil entscheidend.
Cremes und Gels mit Kollagen – lohnt sich das?
Kollagen kommt natürlicherweise in den tieferen Hautschichten vor, nicht jedoch auf der Hautoberfläche. Kollagencremes und -gels wirken allerdings nur oberflächlich, denn die Kollagenmoleküle sind zu groß, um die oberen Hornschichten der Haut zu durchdringen. Fazit: Äußerlich angewendete Cremes und Gels mit Kollagen können minimal Feuchtigkeit spenden, aber haben darüber hinaus keinen sichtbaren Effekt.
Quellen
- Verbraucherzentrale:Kollagendrinks für die Schönheit – Beauty aus der Büchse?
- Bundesinstitut für Risikobewertung BfR:Hyaluron und Kollagen
- Choi F, Sung C, Juhasz M, et al. :Oral Collagen Supplementation: A Systematic Review of Dermatological Applications.
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