Anabolika im Sport: So gefährlich ist das Dopingmittel

Letzte Aktualisierung: 03. August 2026Lesezeit: 4 Minuten
Viele Menschen wünschen sich einen muskulösen Körper (Bodybuilding), mehr Leistungsfähigkeit oder schnellere Trainingserfolge – oft in einem Maß, das nicht mit Training und Ernährung allein zu erreichen ist. Daher greifen nicht nur Profisportler*innen, sondern auch immer mehr Freizeitsportler*innen zu Anabolika.
Junger Mann macht draußen an einem Gerät Krafttraining für seine muskulösen Arme

Wie erklären euch, warum Anabolika gefährlich und im Profisport verboten ist, welche unterschiedlichen Risiken und Nebenwirkungen bei Männern und Frauen auftreten können, welche erlaubten Alternativen es gibt und einiges mehr. 

Gerade in sozialen Medien wird häufig ein unrealistisches Körperbild vermittelt, das besonders junge Sportler*innen zur Optimierung anheizt und zu einem übertriebenen Körperkult führt. Doch leistungssteigernde Substanzen wie Anabolika gelten im Sport als Dopingmittel und sind mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden.

Was sind Anabolika?

Der Begriff Anabolika steht für synthetisch hergestellte Substanzen, die dem männlichen Sexualhormon Testosteron ähneln. Medizinisch spricht man häufig von anabolen Steroiden. Sie fördern den Muskelaufbau, beschleunigen die Regeneration und können die körperliche Leistungsfähigkeit steigern.

Ursprünglich wurden bestimmte anabole Steroide für medizinische Zwecke entwickelt, etwa zur Behandlung von Hormonmangel, schweren Muskelabbauprozessen oder bestimmten Erkrankungen. Im Sport werden sie jedoch häufig missbräuchlich genutzt, um schneller sichtbare Trainingserfolge zu erzielen.

Warum sind anabole Steroide im Sport verboten?

Anabolika gelten im Wettkampfsport als verbotenes Dopingmittel. Die World Anti-Doping Agency (WADA) führt zahlreiche anabole Steroide auf ihrer Verbotsliste sowie weitere Dopingmittel. Der Grund dafür liegt vor allem in der unfairen Leistungssteigerung, im Muskelaufbau und den erheblichen gesundheitlichen Risiken. Diese Präparate sind in Deutschland nicht frei zugelassen und dürfen ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle verschrieben werden. Wer dennoch Anabolika ohne medizinische Notwendigkeit einnimmt, setzt seinen Körper starken gesundheitlichen Gefahren aus.

Darüber hinaus besteht bei illegal gehandelten Produkten oft keine Kontrolle über Inhaltsstoffe oder Dosierungen. Manche Präparate enthalten zusätzliche gefährliche Stoffe oder sind verunreinigt, was das Risiko schwerer gesundheitlicher Schäden weiter erhöht. Auch aus gesellschaftlicher Sicht ist der Missbrauch problematisch. Vor allem junge Menschen orientieren sich an vermeintlichen Fitnessidealen in sozialen Medien und unterschätzen häufig die langfristigen Folgen.

Weitere verbotene Dopingmittel

  • Peptidhormone (z. B. EPO)
  • Stimulanzien (z. B. Amphetamine, Kokain)
  • Beta-Blocker
  • Diuretika
Sport und Präventionskurse
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Leistungsübersicht

Welche Risiken und Nebenwirkungen birgt Anabolika?

Die Einnahme von Anabolika kann nahezu den gesamten Körper beeinflussen. Besonders gefährlich ist, dass viele Nebenwirkungen erst nach Monaten oder Jahren sichtbar werden. Das Risiko steigt zusätzlich bei hohen Dosierungen und langfristigem Konsum.

Allgemeine Risiken und Nebenwirkungen

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bluthochdruck
  • erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Leberschäden
  • Nierenschäden
  • Hautprobleme wie Akne
  • Haarausfall
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen/Aggressionen
  • Depressionen
  • Ängste/Unruhe
  • Abhängigkeit und Suchterkrankungen

Risiken und Nebenwirkungen bei Männern

  • Schrumpfen der Hoden
  • verminderte Spermienproduktion
  • Potenzstörungen
  • Unfruchtbarkeit
  • Männerbusen (Gynäkomastie)
  • Prostatabeschwerden

Risiken und Nebenwirkungen bei Frauen

  • tiefere Stimme
  • verstärkter Haarwuchs im Gesicht und am Körper
  • Menstruationsstörungen
  • Vergrößerung der Klitoris

Ist Anabolikabesitz strafbar?

In Deutschland ist der Umgang mit Anabolika gesetzlich geregelt. Besitz, Erwerb, Handel und Einfuhr bestimmter Dopingmittel können strafbar sein, wobei die rechtlichen Folgen unter anderem von der Art des Präparats, der Menge und dem jeweiligen Einzelfall abhängen. Besonders streng wird gegen den Handel mit größeren Mengen sowie gegen den Vertrieb im sportlichen Umfeld vorgegangen. Wer verschreibungspflichtige Präparate ohne ärztliche Verordnung besitzt oder an andere Personen weitergibt, kann rechtliche Konsequenzen riskieren. Auch der Onlinekauf aus dem Ausland ist problematisch, da viele Produkte illegal importiert werden und nicht den in Deutschland geltenden Vorschriften entsprechen.

Für Sportler*innen können darüber hinaus sportrechtliche Konsequenzen drohen. Dazu zählen Sperren, Wettkampfausschlüsse oder der Verlust bereits erzielter Titel und Platzierungen und im schlimmsten Fall das Karriereende.

Welche gesunden Anabolika-Alternativen gibt es?

Wer Muskeln aufbauen oder die sportliche Leistung verbessern möchte, benötigt keine illegalen Substanzen. Nachhaltige und gesunde Erfolge lassen sich vor allem durch eine Kombination aus Training, Ernährung und Regeneration erreichen. 

Zu den wichtigsten Alternativen gehören:

• individuell abgestimmtes Krafttraining
• ausreichende Regenerationsphasen
• Neuroathletik
• ausgewogene Ernährung bzw. mit einer ans Training und Regeneration angepassten Versorgung von Kohlenhydraten, Eiweiß und Ballaststoffen
• professionelle Trainingspläne
• ausreichender Schlaf
• Stressreduktion
• Betreuung durch qualifizierte Trainer*innen oder Sportmediziner*innen
• Nahrungsergänzungsmittel nur, wenn ihr nachgewiesene Mängel habt bzw. eine erhöhte und auf euch zugeschnittene Nährstoffzufuhr benötigt

Wohin kann man sich bei einer Sucht wenden?

Wer den Anabolikakonsum nicht mehr kontrollieren kann, sollte sich unbedingt Hilfe suchen. Eine Suchterkrankung ist ein ernstzunehmendes körperliches und psychisches Risiko. Erste Ansprechpartner*innen können Hausärzt*innen, Suchtberatungsstellen für Doping- und Medikamentenmissbrauch oder Psychotherapeut*innen sein.

Weiterführende Informationen zu Beratungsangeboten, Therapieoptionen und weiteren Hilfsangeboten finden Betroffene, Angehörige und Trainer*innen unter anderem bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), bei der anonymen Online-Beratung von DigiSucht und bei der Stiftung Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA), die euch auch mit einer Medikamenten-Datenbank (NADAmed) mit dopingrelevanten Infos versorgt.

Verfasst von
BIG Redaktion

Die BIG-Gesundheitsredaktion verbindet journalistisches Know-how mit medizinischem und kommunikativen Fachwissen.