Inhalt
Warum ist Sonnencreme wichtig?
UV-Strahlung zählt zu den größten Risikofaktoren für Hautschäden. Ohne Schutz drohen nicht nur Sonnenbrand, Sonnenstich und vorzeitige Hautalterung, sondern auch ein erhöhtes Hautkrebsrisiko.
Sonnencreme reduziert die Belastung durch UVB- und UVA-Strahlen deutlich. Entscheidend ist ein ausreichend hoher Lichtschutzfaktor sowie ein ausgewiesener UVA-Schutz.
Wichtig ist, dass Sonnenschutz nicht nur aus Sonnencreme, sondern immer aus mehreren Bausteinen besteht. Dazu gehören auch das komplette Meiden der intensiven Mittagssonne, Schatten und schützende Kleidung. So kommt ihr generell am besten mit der Hitze im Sommer klar und so bleibt ihr gesund beim Festival!
Wann Sonnencreme unverzichtbar ist
Sonnencreme ist immer dann unverzichtbar, wenn eure Haut UV-Strahlung ausgesetzt ist.
Das gilt nicht nur im Urlaub, sondern auch ...
im Alltag und Beruf bei längeren Aufenthalten im Freien, zum Beispiel in der Mittagspause, bei Handwerksberufen, Gartenarbeit usw. beim Sport draußen am Wasser oder in den Bergen durch verstärkte Strahlung bei Kindern und hellen Hauttypen besonders konsequent auch an bewölkten Tagen
Wann Sonnencreme problematisch sein kann
So wichtig Sonnenschutz ist, ein genauer Blick lohnt sich vor allem bei Inhaltsstoffen, Anwendung und Haltbarkeit.
Kritische Inhaltsstoffe: Was diskutiert wird
Einige Bestandteile von Sonnencremes stehen immer wieder in der Diskussion:
- Octocrylen:kann sich mit der Zeit zu Benzophenon abbauen, insbesondere bei älteren oder falsch gelagerten Produkten. Dieser Stoff wird mit möglichen krebserregenden und hormonellen Effekten in Verbindung gebracht.
- Benzophenon-3:auch Oxybenzon genannt, steht im Verdacht, hormonell zu wirken.
- PEG-Verbindungen:können problematisch sein, da sie die Haut durchlässiger machen und im Herstellungsprozess mit Schadstoffen verunreinigt sein können, darunter auch Stoffe wie Weichmacher.
- UV-Filter DHHB:bei Produkten mit dem UV-Filter DHHB wurden in Untersuchungen Verunreinigungen mit dem Weichmacher Di-n-hexylphthalat festgestellt. Dieser Stoff gilt als hochgiftig und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. In Studien wurde er sogar im Urin von Kindern nachgewiesen, was auf eine Aufnahme über Alltagsprodukte wie Sonnencreme hindeutet.*
- Titandioxid:ist ein mineralischer UV-Filter auf der Haut und gilt in Cremes als sicher. Problematisch kann er jedoch werden, wenn er eingeatmet wird, etwa bei Sprays, da das Einatmen von Nanopartikeln als potenziell gesundheitsschädlich eingestuft wird.
Quelle
Diese Punkte zeigen, dass bestimmte Inhaltsstoffe oder Verunreinigungen kritisch sein können, insbesondere bei häufiger Anwendung oder falscher Nutzung. Darauf gehen wir jetzt noch mal genauer ein.
Achtet auf Haltbarkeit und Lagerung
Sonnencreme ist empfindlicher, als viele denken. Wird sie über längere Zeit verwendet oder falsch gelagert, etwa bei Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung, kann sie an Wirksamkeit verlieren und sich chemisch verändern. Dabei können sich Inhaltsstoffe wie Octocrylen, Benzophenon-3, Parabenen oder PEG-Verbindungen zersetzen und Reaktionen entstehen, bei denen potenziell gesundheitsschädliche oder sogar krebserregende Substanzen gebildet werden.
Deshalb sollten geöffnete Sonnencremes in der Regel nicht länger als zwölf Monate verwendet und stets kühl sowie trocken gelagert werden. Spätestens wenn sich Geruch, Farbe oder Konsistenz verändern, müsst ihr das Produkt entsorgen. Und auch wenn ihr nichts Auffälliges erkennt und die geöffnete Flasche bereits zwei Jahre alt ist: Werft sie lieber weg.
Mineralisch oder chemisch: Welche Sonnencreme passt zu euch?
Es gibt zwei grundlegende Arten von UV-Filtern:
- Mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid Sie reflektieren UV-Strahlen und gelten als gut verträglich. Besonders für empfindliche Haut, Allergien oder Kinder sind sie oft die bessere Wahl. Achtet aber unbedingt darauf, dass eure Kleinen Sonnenschutzspray nicht einatmen und verwendet im Gesicht- und Halsbereich daher lieber eine Creme.
- Chemische Filter Sie absorbieren UV-Strahlen und lassen sich oft leichter verteilen. Haltet ihr euch an Haltbarkeit und Lagerung und orientiert euch bezüglich möglicher Verunreinigungen an Verbraucherschutztests, ist chemischer Sonnenschutz kein Risiko, sondern ein sicherer Schutz.
Mythen über Sonnencreme
In sozialen Medien kursieren viele Fehlinformationen rund um Sonnenschutz:
- „Sonne ist gesund, Sonnencreme verhindert das.“ Nur teilweise richtig. Sonnenlicht ist wichtig für die Vitamin-D-Bildung. Zu viel UV-Strahlung erhöht jedoch das Risiko für Hautkrebs und vorzeitige Hautalterung. Sonnencreme schützt genau davor. Habt ihr einen nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel, empfiehlt sich ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel.
- „Natürliche Öle reichen als Schutz.“ Das ist falsch. Gemeint sind oft Kokosöl, Olivenöl oder andere Pflanzenöle. Sie bieten keinen verlässlichen UV-Schutz und können die Haut zusätzlich belasten oder Reizungen fördern. Ganz abgesehen davon, dass das Öl Flecken auf Kleidung und Sitzpolstern verursacht, Insekten anziehen kann und unangenehm riecht.
- „Sonnencreme ist grundsätzlich schädlich.“ Zu pauschal. Die Kritik bezieht sich vor allem auf bestimmte Inhaltsstoffe, die sich bei zu langer oder falscher Lagerung verändern und dann problematisch werden oder auf Verunreinigungen, vor denen man sich durch Verbraucherschutztests schützen kann. Richtig angewendet überwiegen hochwertige Sonnenschutz-Produkte den Nutzen klar.
So nutzt ihr Sonnencreme richtig
Für einen wirksamen Sonnenschutz kommt es deshalb auf die richtige Anwendung an:
- 1
Lichtschutzfaktor 30 oder 50
kauft mindestens Lichtschutzfaktor 30, besser 50, da der Faktor angibt, wie viel länger ihr theoretisch ohne Sonnenbrand in der Sonne bleiben könnt. Die Zahl sagt also nichts über die Stärke, sondern die Länge des Schutzes aus. Im Idealfall solltet ihr auch bei Lichtschutzfaktor 50 bei intensiver Sonne alle zwei Stunden nachcremen. - 2
20 Minuten Einwirkzeit
tragt die Sonnencreme oder das Spray etwa 20 Minuten vor dem Sonnenkontakt auf, damit sich ein Schutzfilm bilden kann. - 3
Klotzen statt kleckern
tragt den Sonnenschutz großzügig auf: für das Gesicht etwa ein Teelöffel oder zwei Fingerlängen verwenden, für den gesamten Körper etwa drei bis vier Esslöffel. Dermatologen und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfehlen 2 mg Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut. - 4
Stellen die, oft vergessen werden
Körperstellen wie Kopfhaut, Ohren, Nase, Augenlider, Lippen (hier schützt ein Lippenpflegestift mit Sonnenschutz am besten), Hände, Dekolleté, Hals, Nacken, Nacken, Schultern, Fußrücken und Tattoos unbedingt mit eincremen.Tipps für die Hautpflege im Sommer - 5
Schwimmen und Schwitzen
abgesehen von der Zweistunden-Regel solltet ihr nach jedem Gang ins Wasser und nach starkem Schwitzen unbedingt erneut Sonnencreme auftragen. Auch, wenn das Produkt wasserfest ist. - 6
Haltbarkeit und Lagerung
achtet immer auf Haltbarkeit und Lagerung eurer Produkte. Beachtet auch während eurer Ausflüge, dass die Sonnencreme nicht in der prallen Sonne liegt. Packt sie im Zweifelsfall lieber in die Kühlbox bzw. entsorgt sie, wenn sie mehrmals starker Hitze ausgesetzt wurde und atmet Sonnensprays mit Titandioxid nicht ein bzw. nutzt sie nicht im Gesicht. - 7
Sonnencreme allein reicht nicht
schützt euch nicht nur mit Sonnenschutzmitteln vor der Sonne, sondern meidet unbedingt auch die pralle Mittagssonne, tragt Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung sowie längere aber luftige und atmungsaktive Kleidung z.B. aus Leinen und sucht euch so oft wie möglich ein schattiges Plätzchen.
Quelle
- Zum Weiterlesen: Verbraucherzentrale:Infos zur Umweltgefährdung durch Sonnenschutzprodukte
Stechmücken auf Jagd – wie man Stichen vorbeugen kann, was gegen Stiche hilft
Die BIG-Gesundheitsredaktion verbindet journalistisches Know-how mit medizinischem und kommunikativen Fachwissen.