Kinderimpfungen: Welche Impfungen braucht mein Kind wann?

Letzte Aktualisierung: 19. Oktober 2026Lesezeit: 3 Minuten
Die ersten empfohlenen Impfungen beginnen schon im Säuglingsalter; weitere folgen im Kleinkind-, Schul- und Jugendalter. Welche Impfung für dein Kind jetzt ansteht, zeigt der aktuelle Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Abgleich mit seinem Impfpass. Wenn Einträge fehlen oder ein Termin versäumt wurde, kann die Kinderarztpraxis einen individuellen Nachholplan erstellen.

Im Alltag ist der Kalender oft leichter zu verstehen, wenn du ihn nach Lebensphasen liest: Was soll möglichst früh schützen? Welche Impfungen sind um den ersten Geburtstag vorgesehen? Und was muss später aufgefrischt oder nachgeholt werden? Unser Überblick über Kinderschutzimpfungen hilft dir, die einzelnen Termine einzuordnen.
Kleinkind wird von Ärztin geimpft

Die ersten Monate: Schutz vor schweren Infektionen aufbauen

Ab etwa sechs Wochen kann die Schluckimpfung gegen Rotaviren beginnen. Rotaviren können bei Babys heftige Durchfälle und gefährlichen Flüssigkeitsverlust auslösen. Für diese Impfung gelten je nach Impfstoff feste Altersgrenzen für Beginn und Abschluss der Impfserie. Sprich deshalb früh beim ersten Vorsorgetermin darüber.

Ab dem zweiten Lebensmonat stehen mehrere Impfungen an. Die sogenannte Sechsfachimpfung schützt unter anderem vor Keuchhusten (Pertussis) und vor Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Besonders für junge Säuglinge können diese Erkrankungen schwer verlaufen. Der Impfstoff deckt außerdem Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung und Hepatitis B ab. Bei reif geborenen Kindern sind Dosen im Alter von zwei, vier und elf Monaten vorgesehen; Frühgeborene benötigen nach STIKO-Empfehlung eine zusätzliche Dosis.

Zeitgleich wird der Schutz gegen Pneumokokken aufgebaut. Diese Bakterien können beispielsweise Lungenentzündungen sowie invasive Infektionen verursachen. Auch hier sind für reif geborene Säuglinge Termine mit zwei, vier und elf Monaten vorgesehen, für Frühgeborene gilt ein abweichendes Schema. Die Kinderarztpraxis stimmt die Impfungen mit den Vorsorgeuntersuchungen ab.

Meningokokken sind nicht gleich Meningokokken. Für Säuglinge empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Meningokokken B im Alter von zwei, vier und zwölf Monaten. Die bisherige allgemeine Empfehlung einer einzelnen MenC-Impfung für Kleinkinder ist entfallen. Gegen Meningokokken ACWY empfiehlt die STIKO eine Impfung im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren. Bei besonderen Risiken können andere Regeln gelten. Prüfe bei älteren Infografiken deshalb unbedingt das Datum.

Um den ersten Geburtstag: Masern, Mumps, Röteln und Windpocken

Ab elf Monaten kommt die erste Impfung mit dem MMR-Kombinationsimpfstoff hinzu. Er schützt gegen Masern, Mumps und Röteln. Zwei Dosen sind vorgesehen; die zweite folgt nach dem Impfkalender im zweiten Lebensjahr. Die Masernimpfung ist auch für den Besuch vieler Gemeinschaftseinrichtungen rechtlich relevant. Die Praxis erklärt dir, welcher Nachweis im konkreten Fall gebraucht wird.

Ebenfalls ab elf Monaten wird gegen Windpocken (Varizellen) geimpft. Auch hier sind zwei Impfungen vorgesehen. Beim ersten Termin werden MMR und Varizellen nach STIKO-Empfehlung bevorzugt als getrennte Impfstoffe gegeben; die Praxis legt gemeinsam mit dir fest, wie die Termine kombiniert werden.

Nach dem Kleinkindalter ist der Impfpass weiter wichtig

Ein vollständiger Schutz entsteht nicht immer nach der ersten Impfserie. Im Vorschulalter und später stehen Auffrischungen an, etwa gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten. Im Jugendalter kommen weitere Empfehlungen dazu. Nimm den Impfpass deshalb auch zu Vorsorgeuntersuchungen mit, wenn dein Kind längst aus dem Babyalter heraus ist.

Termin verpasst? Eine begonnene Impfserie muss in der Regel nicht von vorn begonnen werden. Die Praxis prüft, welche Dosen dokumentiert sind, welche Abstände gelten und wie sich der Schutz nachholen lässt. Das ist besonders hilfreich, wenn der Impfpass unvollständig ist oder dein Kind seine ersten Impfungen in einem anderen Land erhalten hat.

Fragen, die Eltern vor dem Impftermin häufig haben

Der wichtigste nächste Schritt ist einfach

Impfpass bereitlegen und beim nächsten Vorsorgetermin mit dem aktuellen STIKO-Kalender abgleichen lassen. So entsteht aus allgemeinen Empfehlungen ein Plan, der zum Alter und zur gesundheitlichen Situation deines Kindes passt.

Verfasst von
BIG Redaktion

Die BIG-Gesundheitsredaktion verbindet journalistisches Know-how mit medizinischem und kommunikativen Fachwissen.