Was sagt mir das Fieber – und was nicht?
Fieber ist eine Reaktion des Körpers, häufig auf einen Infekt. Seine Höhe allein sagt nicht zuverlässig, wie schwer ein Kind erkrankt ist. Beobachte, ob dein Kind auf dich reagiert, trinkt, zwischendurch Interesse an seiner Umgebung zeigt und wie es atmet. Wie lange besteht das Fieber? Gibt es neue Beschwerden? Diese Angaben helfen auch beim Anruf in der Kinderarztpraxis.
Besonders bei jungen Säuglingen ist Vorsicht wichtig. Auch ohne hohes Fieber kann ein Baby ernsthaft krank sein, etwa wenn es sich nicht stillen lässt, kaum trinkt oder ungewöhnlich teilnahmslos wirkt. Lass es dann zeitnah ärztlich beurteilen. Bei älteren Kindern gilt ebenfalls: Wenn dein Eindruck ist, dass etwas nicht stimmt, darfst du erneut anrufen oder dein Kind ein zweites Mal vorstellen, auch wenn es schon untersucht wurde.
Wann muss ich rasch handeln?
Hol sofort medizinische Hilfe, wenn dein Kind schwer atmet, kaum ansprechbar ist, einen Krampfanfall hat oder sehr krank wirkt. Auch bei hohem Fieber mit Nackensteife oder einem Ausschlag, der sich rasch ausbreitet, ist eine sofortige Beurteilung nötig. Bei einer akuten lebensbedrohlichen Situation gilt 112. Für dringende Beschwerden außerhalb der Praxiszeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
Ein Fieberkrampf kann Eltern sehr erschrecken. Wenn dein Kind zum ersten Mal krampft, ruf 112 und lass es ärztlich untersuchen. Bleib bei ihm, schütze es vor Verletzungen und stecke ihm nichts in den Mund.
Eine Meningokokken-Infektion ist selten, kann sich aber schnell zu einer ernsten Erkrankung entwickeln. Warte bei einem schwer kranken Kind nicht darauf, dass alle in einem Ratgeber beschriebenen Zeichen auftreten. Auch schwere Atemprobleme bei RSV, dem RS-Virus, oder bei einem Pseudokrupp-Anfall müssen unverzüglich beurteilt werden.
Welche häufigen Infekte kommen infrage?
Hinter Fieber können sehr unterschiedliche Erkrankungen stecken. Bei Scharlach können beispielsweise Halsbeschwerden und später ein Ausschlag hinzukommen. Schluckbeschwerden können auch mit einer Mandelentzündung zusammenhängen. Wenn das Kind am Ohr fasst oder über Ohrenschmerzen klagt, ist eine Mittelohrentzündung möglich. Welche Behandlung nötig ist, kann die Kinderarztpraxis nach einer Untersuchung beurteilen.
Durchfall und Erbrechen deuten häufig auf einen Magen-Darm-Infekt hin. Achte dann besonders darauf, ob dein Kind trinken kann und wie es insgesamt wirkt. Ist der Mund sehr schmerzhaft und verweigert das Kind Getränke, kann unter anderem Mundfäule dahinterstecken. Wenig Trinken ist bei kleinen Kindern unabhängig von der vermuteten Ursache ein Grund, zeitnah ärztlichen Rat einzuholen.
Was, wenn mein Kind immer wieder Fieber bekommt?
Viele Familien erleben in der Kita-Zeit eine Reihe von Infekten. Wenn Fieberschübe jedoch auffällig regelmäßig auftreten, wiederholt ohne erkennbaren Infekt kommen oder weitere Beschwerden hinzukommen, sprich das in der Kinderarztpraxis an. Eine mögliche, seltene Erklärung für wiederkehrende Fieberschübe ist das PFAPA-Syndrom. Mit einem kurzen Protokoll zu Beginn, Dauer, Temperatur und Begleiterscheinungen kann die Praxis Muster besser einschätzen.
Wie helfe ich meinem Kind bis zur Untersuchung?
Biete regelmäßig etwas zu trinken an und gib deinem Kind Gelegenheit, sich auszuruhen. Leichte Kleidung und eine angenehme Raumtemperatur reichen meist aus; zwinge es nicht zum Essen. Ob ein fiebersenkendes Mittel sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wie sehr dein Kind unter den Beschwerden leidet. Lass dich bei Wirkstoff und Dosierung nach Alter und Gewicht in der Kinderarztpraxis oder Apotheke beraten. Acetylsalicylsäure (ASS) sollte Kindern nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung gegeben werden.
Wenn du in der Praxis anrufst, nenne gleich das Alter, die gemessene Temperatur und seit wann dein Kind krank ist. Beschreibe, ob es trinkt, wie es atmet, ob es reagiert wie sonst und welche weiteren Symptome du beobachtet hast. Sag auch, wenn sich der Zustand seit einer früheren Untersuchung verändert hat.
Häufige Fragen
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