Was sind Glimmer-Momente und warum sind sie so wertvoll?
Der Begriff Glimmer stammt von der US-amerikanischen Therapeutin Deb Dana. Er beschreibt kurze, positive Erfahrungen, die eurem Körper und eurer Psyche ein Gefühl von Sicherheit sowie Freude oder Verbundenheit vermitteln. Das kann ein angenehmer Sinneseindruck, ein Moment der Ruhe oder ein bewusst wahrgenommener und schöner Augenblick sein.
Während sogenannte Trigger Stressreaktionen auslösen, wirken Glimmer-Momente also in die entgegengesetzte Richtung. Sie aktivieren beruhigende Prozesse im Nervensystem, unterstützen euer emotionales Gleichgewicht und können die Ausschüttung von sogenannten Glückshormonen fördern und stärken somit auch eure Resilienz.
Auch Erkenntnisse aus der Positive Psychologie zeigen, dass kleine positive Emotionen langfristig unsere Widerstandskraft stärken können. Wichtig ist dabei jedoch: Es geht nicht um ständige beziehungsweise toxische Positivität, sondern um bewusst wahrgenommene, kurze Momente des Wohlbefindens im Alltag.
Wie Glimmer-Momente auf euer Nervensystem wirken
Unser vegetatitives Nervensystem reagiert ständig auf innere und äußere Reize. Der Sympathikus versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, steigert Puls und Aufmerksamkeit und bereitet uns auf Leistung vor. Der Parasympathikus hingegen fördert Erholung, Verdauung und Regeneration.
Glimmer-Momente können dazu beitragen, den Parasympathikus zu aktivieren und Stressreaktionen des Sympathikus auszugleichen. Sie senden eurem Körper das Signal, dass im Moment keine Gefahr besteht. Dadurch können sich Herzschlag und Atmung beruhigen, Muskelspannung nimmt ab und das Gefühl von Sicherheit steigt.
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Angst- und depressive Symptome nehmen zu
Die Bedeutung von Angst- und depressiven Symptomen nimmt immer mehr zu. Eine Erhebung des Robert Koch-Institut zwischen 2020 und 2023 zeigt, dass rund 14 Prozent der Erwachsenen in Deutschland unter Angst- und etwa 22 Prozent unter depressiven Symptomen leiden.*
Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig präventive Ansätze sind, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen. Glimmer-Momente aber auch Achtsamkeitskurse (MBSR) können hier ein niedrigschwelliger Baustein sein, um das eigene Stresslevel bewusst zu regulieren.
Warum kleine positive Momente im Alltag so einfach und wirksam sind
Positive Emotionen entfalten ihre Wirkung vor allem durch Wiederholung beziehungsweise Ritualisierung im Alltag. Entscheidend ist nicht die Intensität eines einzelnen Glücksmoments, sondern die Regelmäßigkeit kleiner positiver Erfahrungen sowie deren bewusste Wahrnehmung und Wertschätzung beziehungsweise Dankbarkeit.
Glimmer-Momente sind alltagstauglich, kostenlos, jederzeit verfügbar und benötigen keine großen Veränderungen im Lebensstil. Mit etwas Übung kann sich dadurch die Fähigkeit verbessern, auch in stressigen Situationen schneller zu regulieren – also eure Resilienz zu stärken.
Glimmer-Momente im Alltag aktiv herbeiführen und wahrnehmen
Glimmer-Momente sind besonders wirkungsvoll, wenn ihr sie selbst aktiv herbeiführt. So bleibt ihr unabhängig von äußeren Umständen und lernt, dieses kleine Ritual regelmäßig anzuwenden und wahrzunehmen. Wichtig: Es geht nicht um Dauer oder Perfektion, sondern wie gesagt um die regelmäßige bewusste Wahrnehmung. Schon wenige Sekunden können ausreichen, um den Parasympathikus zu aktivieren. Beispiele für Glimmer-Momente:
- 1
Natur bewusst wahrnehmen
Lauft barfuß über eine Wiese, spürt das Sonnenlicht auf der Haut oder atmet frische Luft tief ein und aus. - 2
Sinneseindrücke genießen
Hört eure Lieblingsmusik, tanzt, genießt den Duft von Kaffee oder Tee und esst euer Lieblingsessen noch etwas bewusster als sonst. - 3
Körper aktiv entspannen
Streckt euren Körper, macht kurze Bewegungseinheiten, die euch guttun oder Atemübungen (gerade langes Ausatmen ist wichtig, um euer Nervensystem zu beruhigen).Breathwork und Mouth-Taping: Was bringt richtiges Atmen? - 4
Kreativ sein
Schreiben, Malen, Musizieren oder andere kleine kreative Tätigkeiten. - 5
Positive Gedanken festhalten
Schreibt die Dinge auf, die am Ende des Tages gut gelaufen sind. - 6
Bewegung mit (neuer) Wahrnehmung verbinden
Geht mal ohne Ziel spazieren und beobachtet dabei aktiv die Umgebung. - 7
Kuschelzeit oder Umarmung
Ob es das Kuscheln mit Partner*in, Kindern oder Haustieren ist oder eine Umarmung – bereits wenige Sekunden körperliche Nähe und Wärme schütten das Liebeshormon Oxytocin aus.
Glimmer plus: BIG-Services und Leistungen für eure seelische Gesundheit
Als Krankenversicherung liegt uns eure ganzheitliche Gesundheit am Herzen. Neben medizinischer Versorgung spielt die Prävention eine zentrale Rolle. Glimmer-Momente sind ein niedrigschwelliger, wissenschaftlich fundierter Ansatz, um eure psychische Widerstandskraft zu stärken, bevor sich tiefgreifende körperliche und seelische Beschwerden wie Burnout und psychische Erkrankungen entwickeln. Langfristig profitieren also davon nicht nur eure Stimmung und Leistungsfähigkeit, sondern auch eure körperliche Gesundheit. Denn ein ausgeglichenes Nervensystem unterstützt Immunsystem, Schlafqualität und Herz-Kreislauf.
Die BIG unterstützt euch außerdem aktiv mit einer Vielzahl an Leistungen und kostenlosen Services wie zum Beispiel bei zwei zertifizierten Präventionskursen im Jahr mit bis zu 120 Euro pro Kurs (max. 240 pro Jahr), mit verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei seelischen Erkrankungen!
Die BIG-Gesundheitsredaktion verbindet journalistisches Know-how mit medizinischem und kommunikativen Fachwissen.