Podcast April - Superfood und Ernährung

Das Thema "gesunde Ernährung" ist in aller Munde. Neben verschiedenen Diäten gibt es seit einigen Jahren das Thema "Superfood": Nahrungsmittel, die besonders viele gesunde Inhaltsstoffe enthalten und darum besonders gesund sind. Was verbirgt sich hinter diesem Trend zum Superfood? Sind diese Wundermittel der Ernährung wirklich so gesund? Und was ist eigentlich gesunde Ernährung? Das erklärt unsere Expertin im aktuellen Podcast.

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Hören Sie im Podcast ausführliche Informationen zum "Superfood und Ernährung", sowie den Tipp des Monats zum Thema.

MP3, 4,59 MB, Transkript Podcast April 2017 - Superfood und Ernährung (TXT, 8,41 kB)

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Das Thema

Superfood, also "Super-Nahrung" oder auch "Super-Lebensmittel", ist einer der aktuellen Ernährungstrends. Inzwischen findet man zum Beispiel Chia-Samen nicht nur im Bioladen, sondern auch ganz einfach im Supermarkt um die Ecke. Was es damit auf sich hat, haben wir mit einer Ernährungswissenschaftlerin besprochen. Sie hat uns erklärt, welche Vorteile Superfood hat und welche Nachteile damit verbunden sind: 

Die Qualität von Lebensmitteln und gesunde Ernährung sind heutzutage für viele Menschen wichtige Themen. Dazu passt der aktuelle Boom von sogenannten "Superfoods". Das hört sich ja erst einmal klasse an: Superfood. Was damit gemeint ist, erklärt uns Mareike Hausmann, sie ist Ernährungswissenschaftlerin in Essen, beim Institut für Ernährung, Sport- und Gesundheitsmanagement, kurz ESG. 

Superfood ist ein Lebensmitteltrend, der aus den USA stammt. Wenn man beispielsweise im Internet danach sucht, dann hat man momentan eine Trefferzahl von 116 Millionen Beiträgen allein zum Begriff Superfood. Da stecken Lebensmittel hinter, die den Eindruck vermitteln, dass sie alles können, dass sie uns gesünder machen, dass sie uns bei allem unterstützen, um zum Beispiel leistungsfähiger zu sein. 

Wer will das nicht, gesund und leistungsfähig sein? Aber welche Lebensmittel sind das denn, die zu "Superfood" zählen? Sie haben oft sehr exotische Namen wie Chia, Goji, Spirulina oder auch Quinoa – aber was haben sie denn nun, dass sie so wertvoll macht? Es handelt sich dabei um.... Lebensmittel, die aus dem Bereich Beeren, Samen oder Kerne stammen oder auch Öle. Wenn wir ein Beispiel nehmen, das sind die Chia-Samen, die sind relativ bekannt. Das sind kleine ovale Körner, die schwarz oder auch schwarz-weiß sind. Die stammen ursprünglich aus Mexiko und Guatemala und sind sehr reich an ungesättigten Fettsäuren. Sie sind eiweiß- und ballaststoffhaltig und liefern zusätzlich auch noch Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium. Dadurch wird ihnen nachgesagt, dass sie positive Auswirkungen auf das Herz-, Kreislaufsystem haben, auf Bluthochdruck und auch auf Diabetes. 

Ob sie allerdings wirklich so eine günstige Wirkung haben, dass sie sich sogar bei Krankheiten positiv auswirken, ist nicht hundertprozentig geklärt. Für die Ernährungswissenschaftlerin hat das ganze Thema Superfood zwei Seiten. 

Eine offizielle fachliche oder auch rechtlich bindende Definition von Superfood gibt es nicht. Was auch daran liegt, dass die Studienlage zu dem Thema noch sehr jung und daher recht dünn ist. Definitiv kann positiv bewertet werden, dass sie sehr nährstoffreich sind, damit haben sie auch einen entsprechenden Gesundheitswert. Ob der aber so weit reicht, dass man sagen kann, der hilft mir beim Abnehmen oder er verbessert mein Diabetes – das ist sehr schwierig zu sagen und wie bei jedem Trend, ist es hier auch so, dass relativ viel Werbegeschick dahinter steckt. 

Geschickte Werbung macht aus Superfood einen gewaltigen Trend, für den sich immer mehr Menschen interessieren. Ein Problem ist dabei, dass das meiste Superfood aus exotischen Ländern kommt, und daher einen langen Weg zurücklegt. Es gibt aber gute einheimische Alternativen, zum Beispiel zu Chia-Samen, wie Mareike Hausmann beschreibt. 

Das sind beispielsweise Leinsamen. Das ist ein vergleichbares Produkt mit einer ähnlichen Nährstoffvielfalt. Der Preis ist deutlich günstiger und sie sind stammen aus unserer Region. Es sind aber auch Heidelbeeren oder Rapsöl oder auch Pfefferminztee. Auch das sind alles Superfood-Alternativen, die aber heimisch sind. 

Ein kürzerer Transportweg bedeutet eine geringere Belastung für die Umwelt und in vielen Fällen auch einen günstigeren Preis im Supermarkt. Trotzdem, das Superfood hat seine Vorteile und kann unseren Speiseplan sinnvoll ergänzen. 

Das ist schon positiv zu bewerten, weil Superfoods auf jeden Fall den Speiseplan bereichern. Bei einer gesunden Ernährung geht es ja darum, abwechslungsreich und vielfältig zu essen. Und das können Superfoods unterstützen. Es bringt allerdings nichts, wenn ich nur noch Superfood esse oder ich meine ganzen Hoffnungen auf bestimmte Erkrankungen auf Superfoods setze. Diese Wünsche können sie mir nicht erfüllen. 

Chia, Goji und Co. können also eine sinnvolle Rolle in unserer Küche spielen. Sie sind lecker und besitzen viele gute Inhaltsstoffe. Aber, ob sie wirklich Krankheiten positiv beeinflussen können, darauf sollte man sich nicht verlassen.

Tipp des Monats

Superfood kann also ein Bestandteil von gesunder Ernährung sein. Doch gesunde Ernährung ist viel mehr. Dazu gehört auch noch die Auswahl der richtigen Lebensmittel. Um die Lebensmittel zu finden, die unserer Gesundheit besonders gut tun, haben wir für Sie ein paar Tipps zusammengestellt. Dabei geht es um eine Pyramide, um Tiefkühlkost und um preisgünstiges Essen: 

Der Wunsch, sich gesund zu ernähren, ist bei vielen von uns vorhanden. Doch es fällt oft schwer, bei der riesigen Menge an Tipps und Ratschlägen den Überblick zu behalten und diese zu befolgen. Dabei ist es eigentlich ganz einfach mit der gesunden Ernährung. Mareike Hausmann ist Ernährungswissenschaftlerin beim Institut für Ernährung, Sport- und Gesundheitsmanagement, kurz ESG. 

Grundsätzlich ist eine gesunde Ernährung eine abwechslungsreiche, vielfältige aber auch bunte und leckere Lebensmittelauswahl. Und sie sollte Gesundheit und Leistungsfähigkeit unterstützten und Erkrankungen vorbeugen. 

Bei der Auswahl der passenden Lebensmittel hilft die Ernährungspyramide. Sie zeigt sehr deutlich und übersichtlich, welche Lebensmittelgruppen eher gut oder eher schlecht für unsere Gesundheit sind. Am Boden besitzt diese Pyramide eine breite Basis und sie wird nach oben hin immer spitzer. Was unten steht, ist gesünder als die Lebensmittel oben. 

In der Basis sind Getränke im Sinne von kalorienfreien Getränken wie Wasser, Tee oder auch mal eine Saftschorle. Das geht weiter über Getreideprodukte, dann geht es höher über Gemüse, dann auch Eiweißlieferanten wie Milch, Fleisch, Fisch. Und oben in der Spitze haben wir dann Sachen wie Süßigkeiten, Kuchen, Kekse, Eis aber auch fettreiche Sachen wie Torten, Schokolade oder auch Alkohol. 

Im Internet lassen sich viele Darstellungen dieser Pyramide finden. Vielleicht drucken Sie sich einfach eine aus und hängen sie an den Kühlschrank. Das gibt einen guten Überblick. Und dann gibt es ja noch den Tipp, möglichst viel frisch einzukaufen und zuzubereiten. Doch die Ernährungswissenschaftlerin nimmt die Angst vor Fertigprodukten. Darunter gibt es nämlich auch gute Lebensmittel. 

So etwas wie vorgegarte Nudeln oder Gnocchis oder manchmal auch Suppen. Oder aus der Tiefkühlung Obst und Gemüse. Dabei aber darauf achten, dass es nicht das Rahmgemüse ist, sondern das naturbelassene Gemüse. Das kann ich dann mit Kräutern und Gewürzen auch noch schön selber zurecht machen. Das sind die Sachen, die man gut einsetzen kann. 

Es müssten auch nicht immer nur die teuren Lebensmittel sein. Auch bei den preiswerten Produkten ließen sich gesunde finden, meint Mareike Hausmann. Und dann ist aus ihrerg Sicht eines wichtig: Der komplette Verzicht auf Schoko, Pommes und Co. muss nicht sein. 

Die Mischung macht´s. Es spricht nichts dagegen auch mal Schokolade oder etwas Überbackenes oder Pommes zu essen. Aber es geht darum, wie oft esse ich das? Wie groß sind die Portionen? Das spielt dann eine Rolle. Es geht bei gesunder Ernährung nicht darum, irgend etwas vom Speiseplan zu streichen und zu verbieten, sondern schon alles dabei zu haben. Aber in der richtigen Verteilung. Und dann habe ich mal auf meinem Teller mehr Gemüse als Pommes und vielleicht ist das Stück Fleisch auch mal ein wenig kleiner. Aber es sollen alle Lebensmittel ihren Platz finden. 

Übrigens: Die BIG fördert Ihr Interesse an gesunder Ernährung. Es gibt nämlich einen Zuschuss von bis zu 120 Euro, wenn Sie einen entsprechenden Präventionskurs besuchen. Einen passenden Kurs finden Sie auf der Internetseite der BIG unter www.big-direkt.de. 

Für mich ist es ganz wichtig, dass mir essen Spaß macht. Also, dass ich auch wirklich schmecke, was ich zu mir nehme. Darum nehme ich mir auch gerne Zeit zum Essen, setze mich bewusst hin und versuche dabei zur Ruhe zu kommen. Dazu zählt für mich auch das Essen zubereiten. Deswegen gehört es für mich zum Feierabendritual: schöne Musik an, Schneidebrett auf den Tisch und her mit dem Gemüse. Beim Karotten schälen oder Tomaten schneiden kann ich dann wunderbar den Tag Revue passieren lassen und den nächsten planen. Also, guten Appetit, lassen Sie es sich schmecken. Bleiben Sie gesund und machen Sie es gut - tschüss.

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