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Podcast Februar 2015 - Ernährung

Was bedeutet eigentlich gesunde Ernährung? Und welche Form der Ernährung ist die beste? Vegetarisch, vegan... wir erklären, worauf es ankommt. Und dann haben wir noch Tipps vom Experten, welche Ernährung bei Erkältungen hilft

Podcast Februar 2015- Ernährung

Ausführliche Informationen zum Thema Ernährung liefert Ihnen unser Podcast.

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Das Thema

Unwohlsein, Beschwerden, vielleicht Schmerzen und sogar Arztbesuche – das will keiner. Niemand ist gerne krank. Da ist es am besten, wir tun ganz viel dafür, gesund zu bleiben. Dazu gehören ausreichend Bewegung und Sport. Aber auch mit dem richtigen Essen können wir viel für unsere Gesundheit tun. Und es ist gar nicht mal so schwer, sich gesund zu ernähren. Es müssen nur einige Grundsätze beachtet werden. Dann können wir auch „kleine Sünden“ begehen. Also, zum Beispiel abends zum Fernsehen ein paar Chips oder tagsüber auch mal ein Stück Kuchen.

In dieser Ausgabe haben wir jede Menge Informationen zu gesunder Ernährung, Interessantes zum Thema vegetarische und vegane Ernährung sowie – passend zur Winterzeit – Essens-Tipps gegen die Erkältung.
Mein Name ist Doris Hammerschmidt. Ich grüße Sie, Hallo!

„Die Deutschen werden immer dicker“ hieß es vor kurzem in verschiedenen Zeitungen. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind nämlich 52 Prozent der Deutschen übergewichtig. Tendenz steigend. Übrigens, Männer sind häufiger dick als Frauen. Und Übergewicht kann zu vielen Krankheiten führen: Diabetes, Bluthochdruck, Störungen beim Fettstoffwechsel und natürlich Herzerkrankungen. Um nur einige zu nennen. Eine der wichtigsten Ursachen für diese Entwicklung ist falsche Ernährung. Zu viel Zucker, zu viel Fett, zu viele Kalorien:

Diese Erfahrung macht auch Asli Demirel in ihrer Praxis in Berlin. Sie ist Diätassistentin und Ernährungsberaterin DGE. Immer öfter kommen Menschen mit Übergewicht oder sogar Adipositas, also Fettsucht, zu ihr. Dabei ist es gar nicht so schwer, sich gesund zu ernähren und dadurch Gewicht zu verlieren. Aber, was ist eigentlich „gesunde Ernährung“? Eine bedarfsgerechte, ausgewogene, saisonale, abwechslungsreiche Ernährungsweise. Bedarfsgerecht ist ganz wichtig. Für jeden ist eine gesunde Ernährungsweise anders. Man kann nicht pauschal sagen, dieses und jenes ist eine gesunde Ernährung. So sollten sich zum Beispiel Schwangere anders ernähren als Kinder oder ältere Menschen. Das bedeutet bedarfsgerecht – nicht jeder benötigt die gleiche Menge an Inhaltsstoffen. Trotzdem gibt es einige Grundregeln, die für die allermeisten von uns gelten. Und in den Regalen der Supermärkte gibt es eine riesige Auswahl an Lebensmitteln. Doch nicht alles ist gleichermaßen gut für die Gesundheit:

Man sollte fettarme Produkte bevorzugen. Und auch Fertigprodukte sollte man vermeiden, denn die enthalten ganz viel Salz und Fett. Man sollte natürliche Produkte nehmen, Gemüse, Fleisch oder Fisch. Und wichtig ist, selber zubereiten. Das ist wichtig, nicht gleich zu den fertigen Produkten greifen.

Es gibt jede Menge Rezepte für frische und leckere Mahlzeiten, die auch noch schnell zubereitet werden können. Sehr beliebt sind auch Light-Produkte. Da gibt es Light-Käse, Light-Wurst, Light-Ketchup oder auch Light-Margarine und vieles mehr. Doch für viele Menschen verbirgt sich dahinter ein Risiko:

Der Fettgehalt ist etwas niedriger. Aber es gibt einen psychischen Effekt. Man denkt, ja, das ist ein Light-Produkt und ich kann so viel essen wie ich will, weil es leicht ist. Dann isst man mehr als normal und nimmt genau so viel oder sogar mehr Fett zu sich.

Außerdem kommt bei vielen Menschen das Trinken zu kurz. Dabei sollte man als Normalverbraucher rund eineinhalb Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen. Wasser, Saft, Tee, Kaffee. Immer verbreiteter wird die vegetarische Ernährungsweise. Genauer gesagt ovo-lakto-vegetarisch, wie Asli Demirel erklärt:

Ovo steht für Eier. Lakto bedeutet Milch und Milchprodukte und vegetarisch bedeutet Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und so weiter. Diese Ernährung enthält kein Fleisch und Fisch, also keinen tierischen Eiweiße. Außer Milchprodukte und Eier.

Bei der Entscheidung für diese Ernährungsform spielt die Gesundheit ebenso eine Rolle wie ethische Überlegungen. Und wer Fleisch, Fisch und Wurst weglässt, der muss deswegen nicht auf leckeres Essen verzichten:

Anstelle von Fleisch könnte man Hülsenfrüchte zu sich nehmen. Es gibt zum Beispiel Sojasprossen, die enthalten ganz viele pflanzliche Eiweiße. Und Tofu. Pflanzliche Produkte enthalten auch Eisen. In Fleisch ist auch Eisen, aber die Bioverfügbarkeit ist höher. Daher kann es zu Eisenmangel kommen, wenn man Fleisch weglässt. Dann kann man das durch Präparate ergänzen. Veganer gehen noch einen Schritt weiter. Sie verzichten sogar auf alle tierischen Nahrungsmittel, also nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf Milchprodukte und Eier. Doch Asli Demirel empfiehlt eher die vegetarische Form. Aus ihrer Sicht ist das die gesündere Ernährungsweise. Und die Umstellung vom Fleischesser zum Vegetarier muss auch nicht plötzlich erfolgen. Denkbar ist ein langsamer Einstieg. Dann kann man sich mit der Zeit eingewöhnen:

Mehr Vollkornprodukte, mehr Gemüse, mehr Milchprodukte. Eier anstelle von Fleisch. Hülsenfrüchte könnte man in den Salat mischen. Zum Beispiel grüne Linsen. Und Sojaprodukte könnte man nehmen. Also ein langsamer Einstieg.

Im Internet gibt es jede Menge vegetarische Rezepte. Egal, ob gemischte, vegetarische oder vegane Ernährung. Es hilft, beim Einkauf etwas besser aufzupassen und zu überlegen, was ihnen gut tut und was nicht. Ihre Gesundheit wird es ihnen danken.

Übrigens, die BIG unterstützt ihre Mitglieder, wenn sie etwas für ihre Gesundheit tun. Zum Beispiel zahlt sie einen Zuschuss für den Besuch von Präventionskursen. Dazu gehören auch Kurse rund um das Thema Ernährung.

Tipp des Monats

Ich muss es ja zugeben. Ich steh auf Schokolade. Der süße Geschmack und wenn die Schokolade auf der Zunge zergeht – einfach herrlich. Aber ich achte darauf, nur hin und wieder ein paar Stückchen zu essen. Auf der anderen Seite esse ich auch sehr gerne frisches Obst. Warum das gerade jetzt im Winter genau richtig ist, das hören Sie jetzt. Dazu haben wir noch ein paar weitere Tipps zum gesunden Essen:

Wir sind mitten im Winter. Mal gibt es Schnee, minus acht Grad und Frost – mal Regen oder Sturm – und dann wieder plus sechs Grad. Dieses Hin und her ist für unsere Körper nicht ganz einfach wegzustecken. Wir sind anfällig für Erkältungen, Grippe oder andere Krankheiten. Dabei können wir schon alleine mit der passenden Ernährung etwas für unsere Gesundheit tun. Die Diätassistentin und Ernährungsberaterin DGE, Asli Demirel, weiß worauf es jetzt ankommt, was hilft:

Zitrusfrüchte, die enthalten ganz viel Vitamin C. Das ist ganz wichtig. Oder auch warme Teesorten, natürliche Teesorten. In Kräutertee könnte man zum Beispiel Ingwer hineinmachen. Ingwer ist auch sehr gesund und stärkt das Immunsystem. Von den Gemüsesorten zum Beispiel Paprika. Obst zweimal am Tag und ganz viel rohes Gemüse.

Damit der Start in den Tag gut gelingt, ist ein energiereiches Frühstück wichtig. Am besten eines, das lange hält und trotzdem schmeckt. Auch dafür hat Asli Demirel einen Tipp: Zunächst Müsli. Einen Becher Joghurt nimmt man und da kann man dann Beerenfrüchte hineintun. Man kann tiefgekühlte Beerenfrüchte nehmen. Wenn man es süß mag, kann man einen kleinen Löffel Honig hineintun. Und ich empfehle Haferflocken dazu. Haferflocken haben sehr viele Ballaststoffe. Für einen kleinen Becher Joghurt ungefähr drei Esslöffel Haferflocken runter mischen. Das ist ein gesundes Frühstück und hält sehr lange satt.

Wer es nicht so sehr mit Müsli hat und lieber auf Brot steht, der muss nicht verzichten. Vollkornbrot ist gesund und enthält vieles, was wir brauchen. Und beim Belag kann man ja darauf achten, dass er nicht zu dick aufgetragen wird oder nicht zu fetthaltig ist:

Ich empfehle immer Käse. Wenn man fettreiche Käsesorten mag – Fett ist ja Geschmacksträger und deshalb schmeckt es häufig besser – dann kann man etwas dünner zum Beispiel Camenbert auf das Brot schmieren. Und bei Schnittkäse ganz dünne Scheiben nehmen. Und ganz viel Paprika, Karotten, Kohlrabi. Also, auch verschiedene Kohlsorten ausprobieren. Ich nehme mir zum Beispiel Kohl mit zur Arbeit und für unterwegs.

Kohl hat den Vorteil, gesund zu sein und er wird in Deutschland angebaut. Wird damit also auch oft regional produziert.

Wer übergewichtig ist und Kilos verlieren möchte, der sollte allerdings an seinen Essgewohnheiten langfristig etwas ändern. In Deutschland ist nahezu rund um die Uhr Essen greifbar. Daher neigen wir dazu, auch ständig zu essen. Hier ein paar Kekse, dort ein Käsebrot, dann zwischendurch ein Brötchen oder unterwegs einen Hamburger. Aber genau das wird zum Problem:

Wenn man übergewichtig ist, sollte man maximal drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen. Ganz wichtig ist der Abstand zwischen den Mahlzeiten. Der sollte mindestens vier Stunden betragen. Das Problem ist, wenn man ständig etwas isst. Dann ist der Blutzucker ständig hoch und es ist unmöglich abzunehmen. Deshalb soll man sich satt essen und dann bis zur nächsten Mahlzeit warten. Dazwischen gar nichts. Nur vielleicht kalorienarme Getränke oder einen kleinen Becher Naturjoghurt als Zwischenmahlzeit. Oder nehme für zwischendurch Mandeln oder ein paar Walnüsse.

Disziplin ist dafür schon notwendig. Aber unsere Gesundheit sollte uns das wert sein.

Vier Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten hört sich erst einmal sehr viel an. Schließlich sind wir es gewohnt, fast immer und überall etwas zu Essen zu bekommen. Aber versuchen Sie es einfach mal. Sie werden merken, so schwer ist es gar nicht.

Zur Ernährung gehört natürlich auch das Trinken. Gerade jetzt im Winter haben wir weniger Durst. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, genügend zu trinken. Eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit sollte jeder von uns zu sich nehmen. Wasser, Tee und verdünnte Fruchtsäfte machen sich besonders gut. Wenn Sie auch, so wie ich, zu den Trink-Faulen gehören, dafür gibt es sogar schon eine App. Die erinnert regelmäßig mit einem Signal daran, wieder einmal ein paar Schluck zu trinken. Oder versuchen Sie ein Ritual daraus zu machen. Alle halbe Stunde ran ans Glas Wasser oder Schorle.

Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie gesund. Tschüss.

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