Podcast Juni - Gesundes Herz

Was wir für ein gesundes Herz tun können, das haben wir in unserem Podcast zum Hören für Sie zusammengestellt

Podcast Juni 2016 - Gesundes Herz

Was wir für ein gesundes Herz tun können, das haben wir in unserem Podcast zum Hören für Sie zusammengestellt.

MP3, 4,59 MB, Transkript Podcast Juni 2016 - Gesundes Herz (TXT, 8,47 kB)

Das Thema

Das Herz: es pumpt und pumpt und pumpt. Ohne Unterbrechung bis ans Lebensende. Das Herz bewegt die unglaubliche Menge von durchschnittlich sieben Tonnen Blut pro Tag. Immer den gleichen Weg. Vom Herzen zur Lunge, von dort in den Körper und wieder ins Herz. Wenn es  gesund ist. Prof. Dr. med. Dietrich Andresen ist Kardiologe am Hubertus-Krankenhaus in Berlin und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Er beschreibt die häufigsten Herzkrankheiten.

Zum einen die Muskelentzündung, zum anderen Schwächen der Herzklappen. Und:  

 

Das ist ja ein Muskel und ein Muskel muss sich selbst ernähren. Er braucht ja auch Sauerstoff und Nährstoffe. Und die bekommt er durch spezielle Gefäße, die außen herum in den Muskel hineinziehen wie ein Kranz. Deshalb nennt man die auch Herzkranzgefäße, oder lateinisch Koronagefäße. Wenn diese Gefäße krank sind, weil sie steif sind oder weil sie Cholesterin einlagern, weil sie Kalk einlagern, dann sprechen wir von einer Herzkranzgefäßerkrankung.

 

Das ist die häufigste Erkrankung am Herzen. Die Ursache dafür ist meistens die Verkalkung der Blutbahnen:  

 

Das ist der Prozess der Arteriosklerose, also der Versteifung. Das ist so, als wenn Sie durch

Ein Schlauchsystem im Garten immer hohen Druck pumpen, dann wird der Schlauch irgendwann porös und hart. Die Herzkranzgefäße werden also spröde und können dann Einlagerungen machen, können auch plötzlich verstopfen. Die Herzklappen werden genau so arteriosklerotisch verändert, aber wir haben bis vor zehn, zwanzig Jahren noch sehr viele entzündliche Herzerkrankungen gehabt.

 

Dagegen hilft heutzutage die Behandlung mit Antibiotika. Nun gibt es Menschen, die weniger und welche, die besonders gefährdet sind. Warum? Der mit der höheren Gefährdung besitzt bestimmte Risikofaktoren:

 

Er hat nämlich ein hohes Cholesterin. Warum? Nicht weil er immer isst und ganz dick ist. Das hat damit nichts zu tun. Sondern weil die Leber zu viel Cholesterin produziert. Das ist der eine Punkt. Es gibt einen zweiten Risikofaktor. Das ist der Bluthochdruck. Sie können sich vorstellen, wenn das Herz gegen einen hohen Blutdruck arbeiten muss, dann werden die Gefäße auch sehr steif und porös und können sogar platzen.

 

Ein weiterer entscheidender Risikofaktor ist Diabetes, also die Zuckerkrankheit. Und eine sehr schlechte Angewohnheit:

 

Und schließlich gibt es das Rauchen. Das darf man nicht vergessen. Wir wissen, dass Nikotin, aber insbesondere auch die gesamten Stoffe, die noch in der Zigarette enthalten sind, dass die erheblich zu Veränderungen in der Innenwand der Kranzgefäße führt. Und damit diesen Prozess der Arteriosklerose Vorschub leistet.

 

Eine gesunde Lebensweise verringert also das Risiko eine Herzerkrankung zu erleiden. Übrigens, nicht nur ältere Männer sind gefährdet, so Prof. Dietrich Andresen:  

 

Es braucht ein gewisses Alter, damit eine Herzkranzgefäßerkrankung richtig zum Ausbruch kommt. Das dauert einfach eine Zeit lang, das ist ja ein Prozess. Von daher ist diese Herzerkrankung schon eine der Älteren. Aber wir erleben immer mehr, dass auch Jüngere Herzkranzgefäßerkrankungen bekommen. Und wir erleben auch immer mehr, dass eine Erkrankung der Frauen ist. Wir wissen heute, dass Frauen den hormonellen Schutz zwar noch haben, aber dass der sich häufig nicht mehr so ausgeprägt darstellt. Es kommen also auch Frauen zu uns mit Herzerkrankungen.

 

Andresen ist Vorstandsmitglied bei der Deutschen Herzstiftung. Diese existiert seit fast 40 Jahren und hat sich zum Ziel gesetzt, über Behandlungsmethoden und Prävention zu informieren. Im Internet finden Sie mehr dazu unter www.herzstiftung.de

Tipp des Monats

Auch wenn Herz-Kreislauferkrankungen in Deutschland sehr häufig sind, so kann jeder doch eine Menge für ein gesundes Herz tun. Wie bei vielen anderen Erkrankungen auch, heißt das Stichwort „Prävention“. Denn viele Risiken lassen sich verringern und ab einem bestimmten Alter gehören entsprechende Untersuchungen einfach dazu.

Eines der größten Risiken für das Herz ist die Verkalkung, die Verstopfung der Arterien. Dabei spielt das Cholesterin eine wichtige Rolle. Es hat mehrere Funktionen und hilft unter anderem bei der Bildung von Hormonen. Doch zu viel Cholesterin im Körper ist schlecht, wie Prof. Dietrich Andresen, er ist Kardiologe am Hubertus-Krankenhaus in Berlin und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, beschreibt:

Die Aufnahme des Cholesterins mit der Speise und damit die Erhöhung des Cholesterinwertes im Blut, ist nicht der entscheidende Faktor. Der entscheidende Faktor ist, dass die Leber zu viel Cholesterin produziert. Deshalb muss sie gehemmt werden. Man muss ihr sagen: Liebe Leber, jetzt hör mal auf, so blödsinnig dieses Cholesterin zu produzieren. Dafür gibt es Medikamente, die das Cholesterin senken. Wir wissen heute, dass man sehr niedrig das Cholesterin bringen kann und man erzielt gute Effekte präventiv zur Vorbeugung im Hinblick auf einen Herzinfarkt. Das gilt insbesondere für Männer, für Frauen weniger.

Auch zu hoher Blutdruck ist schädlich und führt zu einer starken Belastung des Herzens. Dagegen helfen Medikamente, aber auch weniger Alkohol, weniger Salz in der Nahrung. Gut sind auch das Reduzieren von Übergewicht, die Vermeidung von Stress und viel Bewegung: Sport treiben. Wir wissen, dass Sport einen großen Einfluss hat auf viele Dinge. Unter anderem auch auf die Entwicklung der Herzkranzgefäße. Ich sage den Leuten, treibt Sport. Das ist nicht nur präventiv gut, es ist auch richtig toll für die Seele. Man fühlt sich wohl, man ist leistungsfähig und man ist fit.

Dabei ist es fast egal, welche Sportart gewählt wird. Hauptsache Bewegung und dann noch eine gute, abwechslungsreiche Mischung:

Wir hatten bis vor einigen Jahren geglaubt, es seien ausschließlich Dauerbelastungen. Das stimmt heute nicht mehr. Aber es sind weiterhin Laufen, Walken, Fahrradfahren, Schwimmen. Das sind Dauersportarten, die gut helfen. Aber Kraft kommt dazu. Krafttraining ist präventiv. So dass wir den Patienten empfehlen ein ausgeglichenes Sportprogramm, Laufprogramm aber auch mit Gewichtheben.

Es ist also wie bei vielen anderen Krankheiten auch. Eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und vernünftiger Ernährung tut einfach gut. Hinzu kommt, gerade mit Blick auf Herz- Kreislauferkrankungen, der rechtzeitige Besuch beim Arzt.

In jedem Fall empfehlen wir einem 40-jährigen Mann, der weiß, dass er in der Familie eine gewisse Belastung hat für eine Arteriosklerose, insbesondere für eine Herzerkrankung, der sollte mit 40 Jahren spätestens zum Arzt gehen. Und sich dort durchchecken lassen. Dann wird der Arzt dementsprechend den Mann an einen Spezialisten weiterleiten, wenn es etwas findet, oder sagen: Wir machen die oder die Form der Prävention. Das Gleiche gilt für die Frau ab 50 Jahre. Das ist so festgelegt.

Diese Untersuchungen übernehmen die Krankenkassen. Ein Herzinfarkt kommt meistens plötzlich – doch jeder kann ein Leben lang etwas für seine Herz-Gesundheit tun.

Viele weitere, interessante Informationen finden Sie im Internet unter www.herzstiftung.de

Welche große Bedeutung das Herz hat, merkt man auch am häufigen Gebrauch in unserer Alltagssprache in Begriffen wie „Herzlichen Glückwunsch“, „Herzlichen Dank“ oder „Von Herzen kommend“. Und auch an Sprichworten wie „Das Herz am rechten Fleck haben“. Herzlichen Dank fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie gesund. Tschüss.

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