Podcast März 2015 - Gesundheitsapps fürs Handy

Schon die ersten Mobiltelefone hatten einfache Apps, also hilfreiche Programme und Anwendungen. Das waren zum Beispiel Taschenrechner oder Spiele. Heutzutage sind Apps vom Smartphone oder vom Tablet nicht mehr wegzudenken. Inzwischen gibt es wohl weit mehr als 3 Millionen Apps. Darunter sind auch viele, die der Gesundheit oder der Fitness dienen.
Da gibt es Apps, die beim Abnehmen helfen – die Diabetiker bei der der Medikamenteneinnahme unterstützen – die Diagnosen erstellen. Es gibt Apps, die den Schlaf auswerten – die Tipps bei Rückenschmerzen geben – die beim Heilfasten helfen – oder ganz einfach nur Trainingstipps für den Sport liefern. Und vieles mehr. Und genau diese wollen wir einmal unter die Lupe nehmen. Mein Name ist Doris Hammerschmidt. Ich grüße Sie, Hallo!

Podcast März 2015 - Gesundheitsapps fürs Handy

Fitness, Abnehmen und Gesundheit - es gibt für viele Themen rund um den Körper unzählige Apps. Sie sollen motivieren, informieren, messen und auch Spaß machen. Welche Apps bringen was? Wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Ein paar Tipps dazu bekommen Sie in unserem März-Podcast.

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Das Thema

Sind sie nun nützliche Helfer im Alltag oder eher kleine Spielereien und vielleicht sogar nutzlose Ablenkungen? Bei den mehrere Millionen Apps, die es in den App Stores gibt, sind sicherlich beide Sorten vertreten. Wie das in den Bereichen Gesundheit und Fitness aussieht, haben wir mit einem Experten besprochen. Er hat viele Apps ausprobiert, benutzt einige davon selbst und gibt uns einen Überblick. Außerdem schaut er für uns in die Zukunft:
Körperliche Fitness und Gesundheit haben viel miteinander zu tun. Darum schauen wir auf Apps aus beiden Bereichen. Dominik Hoferer ist Redakteur beim Computermagazin Chip. Er sieht in den Programmen nützliche Helfer, besonders wenn es um die Fitness geht:
Ein großer Vorteil ist, wenn man beispielsweise Laufen oder Fahrradfahren geht, man sieht wie schnell man war oder die Strecke, die man abgelaufen ist. Man sieht die Geschwindigkeit, die Dauer oder die Kalorien, die man verbrannt hat. Zum anderen haben sie die Funktion, dass sie ein „Coach“ sind. Sie können motivieren, Sie können sagen: Lauf schneller oder geh mal wieder laufen, du warst jetzt seit vier Wochen nicht mehr. Oder auch: Super, du hattest in dieser Woche fünf Aktivitäten.
Motivation und Information. Vorteile, die gerade bei Einzelsportarten nicht zu unterschätzen sind. Und dann können die Apps auch noch eines: Nämlich Spaß machen:
Im Grunde wird einem ein ganzes Trainingszentrum geboten. Es gibt auch Anwendungen, die machen das spielerisch. Also, es gibt zum Beispiel die App Zombie-Run. Das ist ein kleines Spiel und man hört beim Laufen Zombies, die einen verfolgen. Das ist ein kleines Adventurspiel und man läuft wirklich schneller, wenn man hört, die kommen gleich.
Zurzeit sind bunte Armbänder groß in Mode, die gleich mehrere Funktionen haben. Sie zählen die Schritte oder auch die verbrauchten Kalorien. Dabei ermittelt ein Sensor die Bewegungen und rechnet diese in Schritte um. Das können auch viele Smartphones mit speziellen Apps. Hundertprozentig genau sind wohl beide Varianten nicht, aber sie geben doch einen guten Richtwert. Die Armbänder können aber noch mehr:
Die gehen mittlerweile auch weiter, so dass sie den Schlaf tracken. Da muss man sich erst dran gewöhnen, wenn man das auch nachts aktiviert hat. Da merkt das Programm, ob man unruhig ist, ob man sich viel bewegt oder eben nicht bewegt. Dann analysiert es das Schlafpensum. Wie tief habe ich geschlafen, war ich unruhig. Und das bekommt man am nächsten Morgen angezeigt. Neben diesen großen Bereich an Fitness-Apps, gibt es auch viele, die der Gesundheit dienen. So können zum Beispiel die Herzfrequenz oder der Blutdruck gemessen werden. Werden diese Daten ansprechend dargestellt, hat man einen guten Überblick über die Entwicklung seiner Werte. Doch Dominik Hoferer sieht auch einen Nachteil dabei: Die unterschiedlichen Hersteller arbeiten mit eigenen Systemen, die nicht verknüpft sind. So fehle eine Sammelstelle für die Daten.
Apple fängt gerade damit an. Für IOS gibt es kostenlos die App Health. Die kann auf alle Daten zugreifen, die man auf Apps hat, solange es die Hersteller zulassen. Das steckt noch ein wenig in den Kinderschuhen, so richtig rund läuft es noch nicht. Aber dann hat man den Vorteil zu sehen, wie schnell bin ich gelaufen, weil der Fitnesstracker die Daten gezogen hat. Wie hat sich mein Puls verändert? Sehe ich Unterschiede bei meinem Blutdruck? Ist er besser geworden, weil ich seit einem halben Jahr Sport treibe und fünf bis zehn Kilo abgenommen habe? Wenn das alles verknüpft ist, hat man auch einen medizinischen Vorteil.
Der Experte wirft auch einen Blick nach vorn:
Da tut sich wahnsinnig viel in diesem Bereich. Es experimentieren auch viele damit rum, dass sie sich Chips implantieren. Die können das Blut messen und schauen, wie die Zusammensetzung ist. Man guckt, was man mit Licht und Schall im Körper messen kann. Dann kann man viele Sachen voraussagen. Zum Beispiel da ist gerade ein chemisches Element im Blut vorhanden, was darauf hinweist, dass es eine Entzündung gibt. Das wird auf jeden Fall kommen.
Wie sehr diese technischen Entwicklungen ins Medizinwesen und ins Verhältnis zwischen Arzt und Patient eingreifen, ist noch nicht klar. Doch eines ist sicher: Wer krank ist, der ist bei seinem Arzt am besten aufgehoben.

Tipp des Monats

Die Auswahl ist riesengroß. Weit mehr als 100.000 Apps für die Bereiche Gesundheit und Fitness sind im Angebot. Und es werden ständig mehr. Das spricht dafür, dass es auch eine große Nachfrage gibt. Klar, denn diese Apps können nützlich sein und einfach Spaß machen. Doch wie kann ich da den Durchblick behalten und das passende Programm für mich finden? Und wie sieht es eigentlich mit dem Datenschutz aus?
Die Schwemme an Fitness- und Gesundheits-Apps macht die Auswahl des passenden Programms schwierig. Viele verschiedene Nutzer haben natürlich auch viele unterschiedliche Anforderungen. Die ersten Anlaufstellen sind dann der App Store bei Apple oder Google Play für Android oder einige andere Stores wie zum Beispiel der Windows Phone Store. Für Dominik Hoferer, Redakteur beim Computermagazin Chip, geht dann die Auswahl los:
Es gibt dort für jede Kategorie die Bestenlisten. Die besten Gratis-Apps und die besten kostenpflichtigen Apps. Da kann man sich bedienen und schauen, was einem passt. Ganz wichtig ist, dass man sich die Bewertungen anschaut. Das ist gerade im Android-Bereich wichtig, weil es da viele Apps gibt, die irgendwie rein geschmuggelt wurden, die nicht wirklich taugen. Das steht dann in den Kommentaren, die Leute merken ganz schnell, wenn Apps hochgeladen werden, die nicht gut sind. Android hat den Nachteil, dass es nicht so eine harte Prüfung gibt wie bei Apple.
In den Stores gibt es kostenlose Apps und auch kostenpflichtige. Doch sind die kostenlosen auch weniger gut?
Generell kann man nicht sagen, dass die kostenpflichtigen besser sind. Der Trend ist momentan eher das „Freemium“-Modell. Die Apps sind erst einmal kostenlos, also free. Wenn man zusätzliche Funktionen hinzukaufen möchte, also Premium-Funktionen, dann muss man bezahlen. Das hat den Vorteil, dass man viele Apps ausprobieren kann. Die lädt man sich runter, vielleicht fünf verschiedene, und kann dann schauen, was taugt.
Aber aufgepasst, denn:
Hat den Nachteil, dass die Kosten teilweise versteckt sind, weil man nicht immer richtig weiß, was da noch auf mich zu kommt. Deswegen sind diese Freemium-Apps ein wenig in der Kritik.
Also, aussuchen und einfach mal ausprobieren. Oft ist die Bedienung und die Optik einer App ganz einfach Geschmackssache. Etwas ernster ist da schon das Thema Datenschutz. Immerhin gebe ich ganz persönliche Daten ein: Gewicht, Herzfrequenz, eventuell den Blutdruck, Angaben zu meinem sportlichen Verhalten oder auch über meine Ernährung. Dominik Hoferer warnt daher:
Das Problem bei diesen Daten ist, man weiß nicht wo sie landen. Da muss man sich bewusst sein. Die Daten, so bald sie auf dem Gerät sind, da gibt man sie aus der Hand. Mehr als vertrauen kann man da nicht. Man kann nicht sagen, dass die Daten geschützt und sicher da drauf liegen.
Und es ist nahezu unmöglich, eine sichere App von einer unsicheren zu unterscheiden:
Prinzipiell kann man das gar nicht unterscheiden, weil man nicht weiß, was die App im Hintergrund macht. Selbst wenn sie heute ganz sicher sein sollte, kann die morgen ganz anders funktionieren. Da kann es sein, dass vier Wochen später eine Sicherheitslücke aufkommt oder beispielsweise die Firma kurz vor der Pleite steht und sich denkt, jetzt gehen wir mit den Daten doch an den Markt und verkaufen sie.
Hinter Gesundheits-Apps können auch Pharmakonzerne oder Hersteller medizinscher Geräte stehen. Das geht leider nicht immer aus den Angaben zur App hervor.
Also, nach einem Blick in die Herstellerangaben oder ins Impressum der App kann man schon besser abschätzen, wie vertrauenswürdig das Programm ist. Ein Anbieter, der nichts zu verbergen hat, der macht schon konkrete Angaben zum Autor und zur Quelle.
Wir haben schon wieder März. Wenn es nach mir geht, könnte jetzt ganz schnell Frühling werden. Ich freue mich schon auf die warme Luft und die Sonne, erste Blüten. Ich freue ich jedes Jahr wieder. Dann macht auch draußen Laufen oder Spazierengehen wieder mehr Spaß. Denn denken Sie daran: Jedes Tag ein bisschen Bewegung ist nicht von Nachteil. Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie gesund. Tschüss.

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