Drei Menschen dehnen sich in einem Kursraum.

Fitness-Spezial - Sport mit Einschränkung

Über die positiven Effekte von Bewegung und Sport wird viel geschrieben – auch von uns. Dass ein gesunder Lebensstil nachweislich gesundheitsfördernde Effekte besitzt und Krankheiten vorbeugt, steht fest. Was aber tun, wenn man eine chronische Krankheit hat? Helfen Bewegung und Sport auch dann? Welcher Sport darf noch gemacht werden?

Sport tut jedem Körper gut

Durch die Einschränkungen einer schweren Krankheit werden die Signale des Körpers anders wahrgenommen, man wird vorsichtiger und will den Körper nicht zusätzlich belasten. Aber auch bei einer Erkrankung kann regelmäßige Bewegung gesundheitsfördernde Effekte erzielen: Herz und Lunge sind leistungsfähiger, der Stoffwechsel ist aktiver, Muskeln und Knochen werden kräftiger und die Gelenke bleiben beweglich. In der Summe macht das jeden Körper belastbarer.

Herz: mit Belastung gegen Stress

80 Prozent aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auf unseren modernen Lebensstil von zu viel Stress, schlechter Ernährung, Übergewicht und zu wenig Bewegung zurückzuführen. Nach einer Herzerkrankung gehen viele Erkrankte Belastungen gezielt aus dem Weg. Eine Erkrankung sollte aber nicht von körperlicher Aktivität abhalten – im Gegenteil: Wer körperlich aktiv bleibt, hat eine bessere Kondition, trainiert das Herz, senkt langfristig den Blutdruck und ist insgesamt belastbarer. Nach einem Herzinfarkt oder bei zu hohem Blutdruck ist trotzdem nicht jeder Sport zur Ausübung geeignet. Von Sportarten wie Badminton, Tennis oder Fußball, die wegen ihrer Belastungsspitzen besonders anstrengend sind, ist abzuraten. Empfehlenswert sind moderate Ausdauersporten wie Schnellgehen, Laufen, Radfahren, Wandern oder Schwimmen an drei oder mehr Tagen in der Woche. Dazu reichen schon 30 Minuten pro Einheit. Dabei ist entscheidend, die eigene Belastungsgrenze zu kennen. Das Training selbst muss nicht intensiv sein, denn durch Bewegung und Sport soll das geschädigte Herz zwar zu mehr Leistung angeregt, keinesfalls aber überlastet werden. Wie der gesamte Organismus profitiert das Herz in erster Linie von der Kontinuität körperlicher Aktivität. Langsam aber sicher wird es durch regelmäßige Bewegung gestärkt und an eine höhere Belastungsgrenze herangeführt. In jedem Fall ist eine Abstimmung mit dem Arzt zu empfehlen. Dieser kann beispielswese ermitteln, wo die individuelle Pulsgrenze liegt. Beim Training sollte diese dann nicht überschritten werden.

Langsam an die eigene Grenze bei Asthma

Auch wer unter Asthma leidet, darf und kann sportlich aktiv sein. Es gibt Hinweise, dass Intervalltraining Anstrengungsasthma vorbeugen kann. Studien deuten sogar darauf hin, dass Sport und Bewegung Asthmabeschwerden auf Dauer verringern können. Wichtig ist dabei das Wissen um den Umgang mit einem Asthmaanfall und den richtigen Einsatz von Medikamenten. Die Medikamente sollten beim Sport immer griffbereit sein. Zudem müssen die eigenen Grenzen klar sein. Bei einem sich andeuteten Asthmaanfall heißt das, eine Pause einzulegen oder es ruhiger angehen zu lassen.

Krebs: Ein Umdenken findet statt

Hieß es früher Schonung, wird bei der Behandlung von Krebserkrankungen heute auf Bewegungstherapien gesetzt. Die positiven Effekte von Sport zeigen sich vor allem bei Chemo- und Strahlentherapien. Sport mildert die auftauchenden Erschöpfungssymptomatiken der beiden Therapien ab. Bei Brustkrebspatientinnen kann Sport nachweislich dazu beitragen, die Knochensubstanz zu erhalten und einer erneuten Erkrankung vorzubeugen.

Depression: mit Spaß gegen die Antriebslosigkeit

Durch Bewegung schüttet der Körper Botenstoffe aus – dazu zählen auch Glückshormone. Körperliche Aktivität macht so den Kopf frei und löst positive Gefühle aus. Bei Menschen, die unter Depressionen leiden, kann das die Krankheitssymptome lindern. Zwar können Sport und Bewegung den Einsatz von Medikamenten und Gesprächstherapien nicht ersetzen, eine sinnvolle Ergänzung sind sie aber sicherlich. Wichtig ist, dass die Auswahl der Sportart und der Sport keinen (Leistungs-)Druck ausüben.

Es lohnt sich – immer

Die Beispiele zeigen: Bewegung und Sport haben auch im Krankheitsfall eine positive Wirkung auf den Körper und können Schmerzen oder eine Verschlimmerung der Krankheitssymptome verhindern. Die Beispiele zeigen aber auch, dass ein moderates Herantasten an die eigenen Grenzen Voraussetzung für die positiven Effekte ist. Eine fachliche Beratung durch Ärzte, Physio- oder Ergotherapeuten ist in jedem Fall wichtig. Im Anschluss finden Sie noch ein paar Bewegungstipps bei bestimmten Erkankungen: