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Laut Daten des Statistischen Bundesamts steigt die Zahl der Kaiserschnittgeburten in Deutschland seit Jahren kontinuierlich an. 2023 erreichte die Kaiserschnitt-Rate mit 32,6 % aller Geburten einen neuen Höchststand.¹
Was ist ein Kaiserschnitt?
Ein Kaiserschnitt ist ein operativer Eingriff, bei dem euer Baby durch einen Schnitt in Bauchdecke und Gebärmutter geboren wird. Der Eingriff dauert meist 20-40 Minuten und erfolgt in der Regel unter Regionalanästhesie, sodass ihr die Geburt bewusst miterleben könnt.
Primärer und sekundärer Kaiserschnitt
Man unterscheidet zwischen geplanten Kaiserschnitten oder Wunschkaiserschnitten – dann spricht man von einem primären Kaiserschnitt – und ungeplanten beziehungsweise Notkaiserschnitten – dann handelt es sich um einen sekundären Kaiserschnitt. Für beide Fälle solltet ihr übrigens auch Kaugummi in eure Kliniktasche packen.

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Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt
Ein geplanter Kaiserschnitt wird im Vorfeld angesetzt, zum Beispiel bei:
• ungünstiger Lage des Babys (z. B. Beckenendlage)
• Mehrlingsschwangerschaften
• sehr großem/schwerem Kind
• Plazentaproblemen
• bestimmten Vorerkrankungen der Mutter wie HIV, Genitalherpes, ME/CFS usw.
Gründe für einen Notkaiserschnitt
Ein Notkaiserschnitt wird durchgeführt, wenn eine akute Gefahr für Mutter oder Kind besteht, es also zu Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen kommt, wie:
• auffällige Herzfrequenz des Kindes
• Sauerstoffmangel beim Kind (Asphyxie)
• starke Blutungen bei der Mutter
• Plazentaprobleme (z. B. vorzeitige Plazentaablösung)
• Nabelschnurvorfall oder drohende Gebärmutterruptur
• Geburtsstillstand (z. B. durch Schulterdystokie)
• Schwangerschaftsvergiftung (z. B. HELLP-Syndrom)
Um das Kind schnell zu gebären und seine und die Gesundheit der Mutter zu schützen, muss der Kaiserschnitt so schnell wie möglich eingeleitet werden. Eine ausführliche Vorbereitung ist daher nicht möglich.
Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?
• Vor dem Eingriff erfolgt die Verabreichung einer Regionalanästhesie, in der Regel als Spinal- oder Periduralanästhesie (PDA), sodass ihr wach seid und die Geburt bewusst miterleben könnt, ohne Schmerzen zu haben.
• Der Operateur/die Operateurin öffnet die Bauchschichten nacheinander. Dazu zählen Haut, Unterhaut, Muskeln und die Gebärmutterwand, um das Baby zu entbinden.
• Danach wird die Nabelschnur durchtrennt und die Plazenta entfernt. Wenn möglich, erfolgt direkt danach Haut-zu-Haut-Kontakt. Lest hier, was eine Lotusgeburt ist und welche Risiken das Essen der Plazenta birgt.
• Anschließend werden die Gebärmutter und die Bauchschichten in mehreren Schichten sorgfältig wieder verschlossen.
• Nach dem Eingriff erfolgt eine Überwachung, bis Mutter und Kind stabil sind. Danach erfolgt die Verlegung auf die Wochenbettstation.
Welche Risiken gibt es bei einem Kaiserschnitt?
Auch wenn ein Kaiserschnitt heute oft routiniert durchgeführt wird, handelt es sich um einen operativen Eingriff mit folgenden Risiken:
• Narkosekomplikationen
• Wundheilungsstörungen oder Infektionen
• stärkere Blutungen während oder nach der Operation
• postoperatives Fieber
• erhöhtes Thromboserisiko
• Verletzungen von Bauchorganen oder Gefäßen wie Darm oder Blase
• Narbenbildungen (dadurch auch Taubheit und Verwachsungen), die zukünftige Schwangerschaften beeinflussen können
• längere Erholungsphase
• Atemnot beim Baby (transiente Tachypnoe/TTN)
• fehlende Bakteriendusche fürs Baby – ein Ersatz dafür kann Vaginal Seeding sein.
Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2023 zeigt, dass geplante und ungeplante Kaiserschnitte in vielen Bereichen zu ähnlichen gesundheitlichen Risiken und Komplikationen für Mutter und Kind führen, mit leichten Unterschieden bei postoperativem Fieber oder Blutarmut nach Notfallsituationen.²
Auswirkungen auf zukünftige Schwangerschaften?
Nach einem Kaiserschnitt können weitere Schwangerschaften in der Regel problemlos verlaufen. Dennoch können Plazentastörungen, Verwachsungen oder ein erhöhtes Risiko für Uterusrupturen auftreten.
Eine Studie aus 2019 zeigt, dass Plazentakomplikationen in Folgegeburten etwas häufiger auftreten können. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer engmaschigen medizinischen Betreuung in Folgeschwangerschaften.³

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Was ist ein Wunschkaiserschnitt?
Ihr habt auch die Möglichkeit, euch freiwillig — also ohne medizinische Indikation — für eine Sectio caesarea zu entscheiden. Dieser sogenannte Wunschkaiserschnitt kann für euch eine bewusste Entscheidung sein, wenn ihr das Gefühl habt, eine natürliche Geburt ist für euch nicht der passende Weg.
Mögliche Gründe:
• Angst vor Wehen, Schmerzen oder möglichen Geburtsverletzungen.
• Wunsch nach Planbarkeit und Kontrolle — sowohl bezüglich des Geburtstermins als auch des Ablaufs.
• Wunsch nach Sicherheit und Vorhersehbarkeit — besonders wenn ihr euch eine entspanntere Geburt wünscht und euch mit der vaginalen Geburt unsicher fühlt.
Wichtig: Ein Wunschkaiserschnitt unterliegt derselben medizinischen Prozedur wie ein geplanter Kaiserschnitt, einschließlich der Risiken, die mit einer Bauchoperation und dem Heilungsprozess verbunden sind.
Die Entscheidung ist also mit Bedacht zu treffen. Ein Gespräch mit der Geburtsklinik, eurer Hebamme und der ärztlichen Betreuung ist empfehlenswert, um mögliche Risiken gut abzuwägen. Eine natürliche Geburt ist nicht automatisch unkomplizierter und bringt eigene körperliche und emotionale Herausforderungen mit sich. Vielleicht nimmt euch auch ein Geburtsvorbereitungskurs die Angst vor einer natürlichen Geburt und auch eine Wassergeburt kann eine Alternative zum Kaiserschnitt sein.
Entscheidend ist, welche Option für euch persönlich die größte Sicherheit und das beste Gefühl bietet. Häufig wird dennoch eine umfassende Aufklärung verlangt, bevor ein Wunschkaiserschnitt durchgeführt wird.
So unterstützt euch die BIG bei einem Kaiserschnitt!
Wir übernehmen in vielen Fällen die Kosten für den Kaiserschnitt, die stationäre Behandlung, notwendige Medikamente und Hilfsmittel sowie die Nach- und Begleitversorgung durch Hebammen im Wochenbett. Mit unseren BIG-Wahltarifen sind Zusatzleistungen wie Familienzimmer oder Chefarztbehandlung möglich.

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Quellen
- ¹Statistisches Bundesamt (Destatis):Pressemitteilung Nr. N024 vom 5. Mai 2025
- ²IJRCOG :DOI: https://doi.org/10.18203/2320-1770.ijrcog20232713
- ³ BMJ Open:https://doi.org/10.1136/bmjopen-2020-037717
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