Pflege zu Hause

    Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich zu Hause leben. Wenn man pflegebedürftig wird, gibt es dazu verschiedene unterstützende Maßnahmen durch die Pflegekasse. Dazu zählen etwa Pflegegeld für pflegende Angehörige und Bekannte oder ein Zuschuss zum ambulanten Pflegedienst. 

    Allgemeine Informationen

    Als Pflegebedürftiger können Sie zwischen einer Sachleistung und Pflegegeld wählen, wenn Sie in einem Haushalt gepflegt werden – auch wenn Sie z. B. bei Angehörigen leben. Sie bekommen dann ein sogenanntes Pflegegeld, über das Sie frei verfügen können. Entscheiden Sie sich für einen Pflegedienst (Sachleistung) – egal, ob gemeinnützig oder privat –, rechnet die BIG direkt mit der entsprechenden Einrichtung ab. Sie können Sachleistung und Pflegegeld auch kombinieren.

    Pflege durch Angehörige oder Bekannte (Pflegegeld)

    Sie bekommen Pflegegeld von der BIG, wenn Sie durch Angehörige, Nachbarn oder Freunde gepflegt werden. Sie als pflegebedürftige Person können frei entscheiden, wie Sie das Pflegegeld verwenden. Bei Pflegegrad 1 gibt es kein Pflegegeld.

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    PflegegradPflegegeld für Pflegebedürftige
    2316,00 € /Monat
    3545,00 € /Monat
    4728,00 € /Monat
    5901,00 € /Monat

    Beratung und Unterstützung

    Wir möchten, dass Pflegebedürftige so gut wie möglich gepflegt werden. Um das sicherzustellen muss sich jeder, der Pflegegeld von der BIG bekommt, regelmäßig von professionellen Pflegediensten beraten lassen: Die pflegenden Angehörigen profitieren vom Wissen der erfahrenen Pflegekräfte. Diese geben wertvolle Tipps und empfehlen z. B. auch sinnvolle Pflegehilfsmittel.

    Beratung ist verpflichtend

    Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 oder 3 müssen sich zweimal im Jahr beraten lassen, Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 oder 5 viermal im Jahr. Die Kosten dafür übernimmt die BIG. Diese Beratungen sind verpflichtend: Falls sie nicht gemacht werden, kürzt die BIG das Pflegegeld oder streicht es ganz.

    Pflege durch ambulante Pflegedienste (Pflegesachleistung)

    Wenn Sie einen ambulanten Pflegedienst beauftragen möchten, zahlt die BIG je nach Pflegegrad direkt einen Anteil der Kosten an den Pflegedienst (Sachleistung).

    Welche Hilfe ist nötig?

    Besprechen Sie mit den Mitarbeitern des Pflegedienstes, welche Hilfe Sie wie oft brauchen. Der Pflegedienst berät Sie zu der möglichen pflegerischen Versorgung. Sie schließen dann einen schriftlichen Vertrag mit dem Pflegedienst ab, in dem Art, Umfang und Kosten der Einsätze geregelt sind.

    Die BIG zahlt einen Zuschuss zu den Leistungen direkt an den Pflegedienst:

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    Pflegegradmaximaler monatlicher Zuschuss
    1125,00 € / Monat aus Entlastungsleistungen
    2689,00 € / Monat
    31.298,00 € / Monat
    41.612,00 € / Monat
    51.995,00 €  /Monat

    Kombination von Pflegegeld und Pflegesachleistung

    Sie können Pflegesachleistung und Pflegegeld auch kombinieren. Dafür wird zunächst die Sachleistung mit dem Pflegedienst abgerechnet. Sie erhalten dann einen Anteil Ihres maximalen Pflegegeldes. 

    Anteiliges Pflegegeld

    Wenn bei der Pflegesachleistung nicht der gesamte Ihnen zustehende Betrag in Anspruch genommen wird, bekommen Sie automatisch noch ein anteiliges Pflegegeld. Dieses anteilige Pflegegeld kann also erst berechnet werden, wenn die Rechnung des Pflegedienstes vorliegt. Pflegegeld und Pflegesachleistung zusammen ergeben 100 Prozent des maximalen Anspruchs Ihres Pflegegrades.

    Beispiel bei Pflegegrad 3

    • maximaler monatlicher Zuschuss zum Pflegedienst: 1.298,00 € / Monat
    • maximales monatliches Pflegegeld 545,00 € / Monat
    • Der Pflegedienst berechnet 908,60 € für die Pflege.
    • 908,60 € = 70 % des Höchstanspruchs
    • Das anteilige Pflegegeld beträgt damit 30 % vom Höchstanspruch (545,00 €), also 163,50 €.

    Weitere Leistungen

    Wenn ein Pflegebedürftiger zu Hause gepflegt wird, gibt es neben dem Pflegegeld oder dem Zuschuss zu den Kosten für einen ambulanten Pflegedienst noch weitere Leistungen, die der Pflegeperson und dem Pflegebedürftigen das Leben erleichtern.

    Entlastungsbetrag

    Seit Anfang 2017 bekommen alle Pflegebedürftigen, die zu Hause gepflegt werden, einen einheitlichen Entlastungsbetrag von bis zu 125,00 Euro monatlich, wenn sie Kosten für die folgenden Dienstleistungen haben:

    • Unterstützung im Haushalt (z. B. durch eine Putzhilfe)
    • Kurzzeitpflege
    • Tages- und Nachtpflege
    • Betreuung oder Unterstützung im Alltag

    Für welche Ausgaben es diesen Entlastungsbetrag gibt, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Sprechen Sie uns am besten direkt an.

    Wir können den Entlastungsbetrag nur zahlen, wenn Sie selbst Kosten haben. Senden Sie uns bitte eine Quittung über die Dienstleistungen und wir überweisen Ihnen den Entlastungsbetrag.

    Was kann man tun, wenn die gewohnte Pflegeperson eine Auszeit benötigt oder selbst krank wird?

    Für diese Fälle gibt es die Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege. Sie erhalten für eine Ersatzkraft bis zu 1.612,00 Euro pro Jahr, für maximal bis zu 42 Tage. Möglich ist das ab Pflegegrad 2. Statt der gewohnten Pflegeperson können ein ambulanter Pflegedienst, Angehörige, Freunde oder Nachbarn den Pflegebedürftigen pflegen  entweder bei diesem zu Hause oder auch im Haus der Ersatzpflegeperson.

    Verhinderungspflege

    Während der Verhinderungspflege bekommen Sie für maximal sechs Wochen die Hälfte des Pflegegeldes weitergezahlt. Wenn Verwandte oder Verschwägerte bis zum 2. Grad oder Mitglieder des Haushalts des Pflegebedürftigen die Ersatzpflege übernehmen, wird nur das Pflegegeld des jeweiligen Pflegegrades gezahlt. Wenn der Pflegeperson Fahrtkosten oder Verdienstausfall entstehen, kommt die BIG dafür auf. Insgesamt bis zu einem Höchstbetrag von 1.612,00 Euro / Jahr.

    Eine Besonderheit ist die stundenweise Verhinderung der Pflegeperson, z. B. für Arztbesuche oder private Termine. Die Pflegeperson muss dabei weniger als acht Stunden am Tag abwesend sein. Dann wird die Ersatzpflege nicht auf die Höchstanspruchsdauer von 42 Tagen angerechnet und das Pflegegeld nicht gekürzt. Der jährliche Höchstanspruch ist hier ebenfalls auf 1.612,00 Euro /Jahr begrenzt.

    Wenn der Höchstbetrag von 1.612,00 Euro / Jahr für die Verhinderungspflege nicht ausreicht und die Ansprüche auf Kurzzeitpflege nur bis zu maximal 50 Prozent ausgeschöpft wurden, kann die Verhinderungspflege um bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrages der Kurzzeitpflege angehoben werden. Dann liegt der maximale Anspruch bei 2.418,00 Euro pro Kalenderjahr.

    Kurzzeitpflege

    Wenn es nicht möglich ist, dass ein professioneller Pflegedienst oder eine Privatperson die Ersatzpflege übernimmt, kann der Pflegebedürftige bis zu acht Wochen in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung untergebracht werden. BIG direkt gesund übernimmt die Kosten für die pflegebedingten Aufwendungen, die Aufwendungen der medizinischen Behandlungspflege sowie der sozialen Betreuung bis 1.612,00 Euro / Jahr. Zusätzliche Kosten, zum Beispiel für Unterkunft und Verpflegung zahlt der Pflegebedürftige selbst. Wenn der Pflegebedürftige in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung ist, bekommt er das Pflegegeld für maximal acht Wochen zur Hälfte weitergezahlt.

    Wenn nicht alle Zuschüsse aus der Verhinderungspflege an den Pflegebedürftigen gezahlt wurden, kann dieses Geld auch für die Kurzzeitpflege verwendet werden. In diesem Fall steigt der Höchstanspruch auf insgesamt bis zu 3.224,00 Euro.

    Tages- und Nachtpflege

    Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 können zusätzlich zum Pflegegeld oder der Pflegesachleistung eine Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung nutzen. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn die Pflegeperson regelmäßig tagsüber berufstätig ist oder eine eigene Familie versorgen muss. Die Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege nehmen den Pflegebedürftigen für die Zeiten auf, in denen die Pflege zu Hause nicht sichergestellt ist. Die BIG zahlt einen Zuschuss zu den Kosten einer teilstationären Pflege einschließlich der notwendigen medizinischen Behandlungspflege, der sozialen Betreuung und der Transportkosten. Die Einrichtung muss eine zugelassene Vertragseinrichtung der Tages- oder Nachtpflege sein.

    Tabellen Zoom
    PflegegradMonatlicher Leistungsbetrag
    2689,00 € / Monat
    31.298,00 € / Monat
    41.612,00 € / Monat
    51.995,00 € / Monat

    Zusätzliche Kosten, beispielsweise für Unterkunft und Verpflegung, zahlen Sie selbst.

    Umbau der Wohnung

    Damit die Pflege in den eigenen vier Wänden möglich ist, muss oft etwas an der Wohnung umgebaut werden – z. B. ein behindertengerechtes Badezimmer, Türverbreiterungen oder ein Treppenlift. Auch fest installierte Rampen, die Beseitigung von Stolperfallen und die Absenkung des Briefkastens auf Greifhöhe bei Rollstuhlfahrern machen das Leben leichter. Diese sogenannten „Wohnumfeldverbesserungen“ bezuschusst die BIG mit bis zu 4.000,00 Euro / Maßnahme, wenn 

    • die Pflege zu Hause dadurch erst möglich wird,
    • die Pflege zu Hause dadurch erheblich erleichtert wird,
    • der Pflegebedürftige dadurch möglichst selbstständig leben kann.

    Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) prüft beim Hausbesuch oder nach Aktenlage, ob eine dieser Voraussetzungen erfüllt ist.

    Pflegekurse

    Wer Angehörige oder Bekannte pflegt, ist mit vielen neuen Herausforderungen konfrontiert: Wie wasche ich jemanden? Wie lege ich ihn richtig hin? Welche Betreuung ist erforderlich? Gibt es Hilfsmittel, die die Pflege erleichtern und wie nutzt man sie richtig? Diese Themen und noch viele andere werden in Pflegekursen besprochen und dargestellt. BIG direkt gesund übernimmt die Kosten für Pflegeschulungen  sogar bereits vor Eintritt einer Pflegebedürftigkeit.

    Ambulante Wohngruppen für Pflegebedürftige

    Ein Wohngemeinschaft oder Wohngruppe für pflegebedürftige Menschen kann eine gute Lösung sein, um möglichst eigenständig zu bleiben und sich die Kosten für Pflege und Betreuung zu teilen. Zu dieser Wohnform kann die BIG einen Zuschuss zu den Kosten zahlen, wenn mindestens drei und maximal neun pflegebedürftige Menschen in einer Wohnung zusammen leben (ambulante Wohngruppe). Der monatliche Zuschuss liegt bei 214,00 Euro / Monat. Für den Zuschuss muss die Wohngruppe in einer eigenständigen Wohneinheit leben und eine Person muss sich vor Ort um die Organisation der Wohngruppe und die Sicherstellung der Pflege kümmern.

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